Neubaugebiet in Hanau

Verkehrsbelastung wird weiter rege diskutiert

Die Grafik zeigt, wie sich die laut dem Verkehrsgutachten von 2016 errechnete Anzahl von 800 zusätzlichen Durchfahrten am Tag durch die Bewohner des Neubaugebiets Nord-West (grauer Bereich, oben links) verteilt.  
Grafik: HA/OpenStreetMap/Mitwirkende
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Die Grafik zeigt, wie sich die laut dem Verkehrsgutachten von 2016 errechnete Anzahl von 800 zusätzlichen Durchfahrten am Tag durch die Bewohner des Neubaugebiets Nord-West (grauer Bereich, oben links) verteilt.

Die Verkehrsplanung rund um das Neubaugebiet Mittelbuchen Nord-West ist seit Planungsbeginn ein Zankapfel. Als Hauptkritikpunkt nannten die Anwohner vor allem die ihrer Ansicht nach zu engen Straßen, auf denen durch parkende Autos der Begegnungsverkehr erschwert würde.

Hanau – Dass das Thema noch immer rege diskutiert wird, spiegelt sich auch in den Leserbriefen wider, die unserer Zeitung zugesendet werden. Auch Thomas Müller, Geschäftsführer der Terramag GmbH, meldete sich daraufhin zu Wort. Er hatte 2016 die Projektsteuerung inne, koordinierte die Ingenieure zur Erstellung der Gutachten und nahm die anschließenden Bewertungen vor. In seinem Leserbrief zeigt er Verständnis für die Sorgen der Anwohner. Zudem weist er darauf hin, dass aus dem 2016 erstellten Verkehrsgutachten die durch das Neubaugebiet entstehende Mehrbelastung für die Landesstraßen (in der Grafik gelb) marginal ausfalle und im Bereich der täglichen Schwankungen liege – und nicht in dem hohen Ausmaß wie am 10. August vom HANAUER ANZEIGER berichtet.

In dem Artikel „Zu wenig Parkplätze?“ wurde Müller in einem falschen Zusammenhang zitiert. Seine Aussage, dass die zusätzliche Anzahl an Fahrten nicht ins Gewicht fallen würde, bezog sich nicht explizit auf die Mehrbelastung in der Lützelbuchener Straße. Ebenso entsteht in diesem Bereich nicht – wie in dem Artikel geschrieben – eine Mehrbelastung von 800 Fahrten am Tag, sondern von bis zu 350 Fahrten. Auch stellt Müller klar: Die Straßen in den ehemaligen Neubaugebieten Schwaberg und West seien von vornherein so angelegt worden, dass ein weiteres Baugebiet angeschlossen werden kann. Für eine ausreichende Anzahl von Parkplätzen sei laut Stellplatzverordnung sowohl im Neubaugebiet als auch in den angrenzenden Straßen gesorgt worden. Laut Verkehrsgutachten von 2016 verfügten alle Straßen über eine Breite von mindestens sechs Metern und seien für den Begegnungsverkehr zwischen Autos und Lkw oder Bus geeignet. „Hier entsteht eine normale Belastung einer Wohnstraße“, so Müller. Jeder Anwohner könne zur Verbesserung der Parksituation beitragen, indem er die Stellflächen auf seinem Grundstück nutzt.

Bis zu 800 zusätzliche Fahrten am Tag im Neubaugebiet in Hanau-Mittelbuchen

Aus dem Verkehrsgutachten, das die Firma Bien-Ries als Vorhabenträger des Bauprojektes 2016 in Auftrag gegeben hatte, geht hervor, dass aus dem Neubaugebiet Mittelbuchen Nord-West mit 700 bis 800 zusätzlichen Fahrten am Tag zu rechnen ist. Auf diese Zahl kamen die Gutachter durch das Hochrechnen der möglichen Bewohner. Die Gutachter rechneten mit bis zu vier neuen Einwohnern pro Einfamilienhaus, bis zu dreieinhalb pro Wohneinheit im Reihen- oder Doppelhaus und zweieinhalb pro Etagenwohnung. Ausgehend davon gingen sie also von rund 400 Einwohnern aus, wobei pro Einwohner im Durchschnitt zwei Fahrten am Tag anfallen könnten.

Diese teilen sich ausgehend vom Neubaugebiet Mittelbuchen Nord-West laut Gutachten zu zwei Drittel auf die Altkönigstraße (mit etwa 550 Fahrten) und zu einem Drittel auf die Höhenstraße (rund 250 Fahrten) auf. Der Verkehr aus beiden Straßen laufe jedoch an der Kreu- zung Fichtelgebirgstraße/Höhenstraße wieder zusammen, um sich dann wieder zu einem Eindrittel-/Zweidrittel-Verhältnis auf die Straßen Am Schwaberg/Hohe-Meißner-Straße (250) und Oberdorfelder Straße (550) aufzuteilen. In dem Kreuzungsbereich zwischen Fichtelgebirgstraße/Höhenstraße bis zum Schwaberg könnten so insgesamt bis zu 2000 tägliche Durchfahrten entstehen. Im September 2016 wurden werktags in diesem Bereich rund 1200 Fahrten gezählt.

Von der Hohe-Meißner-Straße verteile sich der Verkehr wiederum auf vier Straßen mit jeweils unter 100 Fahrten zur Wachenbucher Straße, wo täglich eine Mehrbelastung von bis zu 250 Fahrten entstünde. Die 550 Fahrten von der Oberdorfelder Straße teilen sich laut Gutachten im Kreisverkehr zunächst in der Kilianstädter Straße und von dort aus teilweise (400 Fahrten) auf die Wachenbucher Straße (100) auf. Somit ergeben sich für die Alte Rathausstraße/Lützelbuchener Straße 350, die Kesselstädter Straße 100 und die Wachenbucher Straße insgesamt bis zu 250 zusätzliche Fahrten. (Von Jasmin Jakob)

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