Hetzvideo

Video schockt Kaminsky: „Volkslehrer“ hetzt gegen Anschlagsopfer – Polizei ermittelt

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat Anzeige gegen den Produzenten eines Hetzvideos gegen die Opfer des Anschlags vom 19. Februar erstattet.
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Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat Anzeige gegen den Produzenten eines Hetzvideos gegen die Opfer des Anschlags vom 19. Februar erstattet.

Der Hanauer OB Claus Kaminsky hat Anzeige gegen den selbsternannten „Volkslehrer“ gestellt. Dieser hatte gegen die Opfer des Anschlags von Hanau gehetzt.

Update vom Mittwoch, 24.02.2021, 16.17 Uhr: Bereits vor der Anzeige des Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) gegen den „Volkslehrer“ Nikolai Nerling hatte die Frankfurter Rundschau über das Hetzvideo von Nerling berichtet. Demnach ermittelt der für politisch motivierte Straftaten zuständigen Staatsschutz in dem Fall. Auch Landrat Thorsten Stolz (SPD) hatte den Beitrag an die Polizei weitergeleitet.

Ermittlungen zu Video über Opfer von Hanau in Berlin und Hanau

Update vom Dienstag, 23.02.2021, 19.31 Uhr: Nachdem Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) ein Video zur Anzeige gebracht hatte, bei dem die Opfer des Anschlags von Hanau im Frühjahr 2020 verunglimpft worden sein sollen, ist nun bekannt, welche Polizeiinstitutionen die Ermittlungen aufnehmen.

Ein Polizeisprecher bestätigte am Dienstag, (23.02.2021), dass sich sowohl die Berliner Polizei als auch das Polizeipräsidium Südosthessen mit dem Vorgang befassen. In dem Internet-Hetzvideo bezeichnet sich ein Mann selbst als „Volkslehrer“ und äußert Zweifel an den rassistischen Motiven des Attentäters von Hanau. OB Claus Kaminsky hatte Strafanzeige gegen den Macher des Videos gestellt und die Behörden eingeschaltet.

Video schockt Kaminsky: „Volkslehrer“ verunglimpft Anschlagsopfer – OB stellt Strafanzeige

Erstmeldung vom Dienstag, 23.02.2021: Hanau – Hanaus Oberbürgermeister Claus Kasminsky hat Anzeige gegen den Produzenten eines Hetzvideos gestellt. In dem Internetfilm sollen die Opfer des rassistisch motivierten Terroranschlags vom 19. Februar 2020 verunglimpft worden sein.

In dem Video zum Anschlag in Hanau bezeichnet der als „Volkslehrer“ firmierende Nikolai Nerling die Opfer des Anschlags als Kriminelle und propagiert einen bevorstehenden „Rassenkrieg“. Auch die rassistischen Motive des Attentäters zieht Nerling in Zweifel. „Ich bin wütend und schockiert, dass so ein Schund im Netz öffentlich zugänglich ist. Diesem rechten Hetzer und seinen rassistischen Aktivitäten muss sofort Einhalt geboten werden“, sagte Kaminsky anlässlich des Vorfalls. Er habe die Familien der Hinterbliebenen des Anschlags von Hanau über das Video informiert. Es anzuschauen wolle er ihnen aber nicht zumuten, so Kaminsky. Ihm sei es aber wichtig, dass die Angehörigen informiert sind und dass die Stadt Hanau dagegen vorgeht.

„Volkslehrer“ wurde bereits vor Video zu Hanau verurteilt

Der Produzent des Hetzvideos über die Opfer des Anschlags von Hanau bezeichnet sich selbst als „Volkslehrer“. Der Mann, der mit bürgerlichem Namen Nikolai Nerling heißt, musste sich bereits in der Vergangenheit wiederholt wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung vor Gericht verantworten*, auch zu einer Verurteilung kam es. Bei dem misslungenen Sturm auf den Reichstag in Berlin war Nerling ebenfalls vor Ort. Bereits 2018 war Nerling, der sich selbst auch als Journalisten bezeichnet, aus dem Schuldienst entlassen worden. Zuvor war er in Berlin als Grundschullehrer tätig.

Bei dem rechtsextremen Terroranschlag von Hanau hatte am 19. Februar ein 43-Jähriger neun Menschen ermordet. In einem Video hatte er zuvor seine rassistische und antisemitische Gesinnung offenbart. Nach der Tat tötete der Mann seine Mutter und sich selbst. (Marcel Richters) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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