St.-Vinzenz-Krankenhaus weist Vorwürfe zurück

Offener Brief der Geschäftsleitung: Personal trägt sehr wohl Masken und Besuche sind möglich

Das St.-Vinzenz-Krankenhaus wehrt sich in einem offenen Brief gegen die Vorwürfe. Archivfoto: Reinhold Schlitt
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Das St.-Vinzenz-Krankenhaus wehrt sich in einem offenen Brief gegen die Vorwürfe. Archivfoto: Reinhold Schlitt

Nach dem Erscheinen des Artikels „Die Frage nach Schuld und Unschuld“ vom vergangenen Samstag, in dem die Tochter von Ursula Lotz, einer schwer krebskranken und positiv auf Corona getestete Patientin, schwere Vorwürfe gegen das St.-Vinzenz-Krankenhaus erhebt, äußert sich dessen Geschäftsleitung in einem offenen Brief zu dem Sachverhalt. Tochter Jennifer Lotz hatte unserer Zeitung berichtet, dass ihre Mutter beobachtet habe, dass die Ärzte der Station der Onkologie keine Masken trugen.

Hanau – Zudem wirft die Tochter der Klinik vor, dass vermutlich Patienten mit Corona infiziert würden, da sich das Personal nicht an die Maskenpflicht halte.

Diese Vorwürfe weist das Krankenhaus in seiner Stellungnahme zurück: „Wir sind zutiefst betroffen, da die Angehörige einer Patientin in der Presse den Vorwurf erhebt, unsere Klinik sei verantwortlich für eine am siebten Tag des Aufenthalts bei einem Routinetest (PCR) festgestellte Covid-19-Infektion. Bei unserem Routinetest handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme des Infektionsschutzes. Aufgrund der langen Inkubationszeit bei Covid-19, die bis zu 14 Tage beträgt, gibt ein Test bei Aufnahme in die Klinik keine ausreichende Sicherheit, dass keine Ansteckung vorliegt. Daher erfolgen während des Aufenthalts routinemäßig weitere Tests“, heißt es in dem offenen Brief der Klinikleitung. Ein positiver PCR-Test am siebten Tag nach Aufnahme und somit innerhalb der Inkubationszeit bedeute nicht, dass die Infektion in der Klinik erworben wurde, macht das St. Vinzenz deutlich: „Eine solche Anschuldigung weisen wir zurück.“

St. Vinzenz Hanau: „Tragen der Masken ist für unsere Ärzte eine Selbstverständlichkeit“

Auch die Behauptung, Ärzte würden bei Visiten keine FFP2-Maske tragen, entbehre jeder Grundlage, „denn das Tragen der Masken ist für unsere Ärzte eine Selbstverständlichkeit – und zwar nicht nur bei der Visite, sondern sobald das eigene Büro verlassen wird, zum Beispiel bei jedem Gang über den Flur“.

„Das Covid-19-Hygienekonzept unseres Hauses geht weit über die gestellten Anforderungen hinaus, es beinhaltet unter anderem eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken für Personal und Besucher, obwohl nach den Hygienevorgaben in vielen Bereichen ein einfacher medizinischer Mundschutz genügen würde. Darüber hinaus führen wir für Mitarbeiter verpflichtende Testungen auf Covid-19 durch – im patientennahen Bereich zweimal pro Woche. Standard in deutschen Kliniken ist eine freiwillige Testung“, heißt es  in dem offenen Brief.

Besuchsverbot gilt nicht in Sterbefällen

Auch den im Artikel vom Samstag erhobenen Vorwurf, Patienten müssten alleine sterben und Besuche seien nicht möglich, weist die Krankenhausleitung zurück: „Dies ist nicht zutreffend, bei Patienten in kritischen Situationen und bei Sterbenden gelten am St.-Vinzenz-Krankenhaus selbstverständlich Ausnahmeregelungen vom generellen Besuchsverbot. Dies wurde der Angehörigen auch mitgeteilt.“

Weiter heißt es in dem Brief: „Darüber hinaus ist uns wichtig anzumerken, dass die von der Presse erfragte und dargestellte Quarantäne von aktuell vier Mitarbeitern – bezogen auf die gesamte Klinik – nicht den Rückschluss zulässt, dass vier Mitarbeiter positiv seien. Quarantänemaßnahmen erfolgen aus diversen Gründen, auch bei Kontakt zu Infizierten im Privatbereich, Schulen oder Kitas.“  das

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