Nach rassistischem Anschlag in Hanau

Gedenkfeier in Hanau: Eine Stadt im Zeichen der Trauer

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„Die Opfer waren keine Fremden!“ ist eine der zentralen Botschaften, die das Gedenken an die Toten des 19. Februar prägen sollen. Die Stadt Hanau hat ein entsprechendes Gedenkplakat vorbereitet, das ein Zeichen des friedlichen Miteinanders in der Brüder-Grimm-Stadt symbolisieren soll. Das Plakat steht zum Download auf der Webseite www.hanau-steht-zusammen.de für alle bereit, die es sich ausdrucken wollen.

Die Brüder-Grimm-Stadt Hanau steht heute ganz im Zeichen der Trauer und des Andenkens an die Opfer des Anschlags vom 19. Februar. 

Hanau - Vor zwei Wochen erschoss ein rassistisch motivierter 43-jähriger Täter kaltblütig neun Menschen mit ausländischen Wurzeln, tötete anschließend seine Mutter und richtete schließlich sich selbst. Bei der Tat, die weltweit für Abscheu und Entsetzten sorgte, wurden zudem mehrere Frauen und Männer zum Teil schwer verletzt.

Nachdem die Opfer des Anschlags in den vergangenen Tagen unter Anteilnahme tausender Menschen bestattet wurden, findet heute ab 18 Uhr die zentrale Trauerfeier der Stadt Hanau und des Landes Hessen im Congress-Park Hanau statt. Erwartet werden rund 650 geladene Gäste, darunter natürlich zu allererst die Angehörigen der Toten. Aber auch die politische Spitze der Bundesrepublik Deutschland zeigt ihre Anteilnahme. So wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), der bereits am Tag nach dem Anschlag nach Hanau gekommen war und bei einer ersten Gedenkfeier auf dem Marktplatz bewegende Worte fand, auch an dieser Trauerfeier teilnehmen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihr Kommen zugesagt, ebenso der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Funktion als amtierender Bundesratspräsident.

Im Rahmen der Trauerfeier sind offizielle Ansprachen von Bundespräsident Steinmeier, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky geplant. Auch Vertreter der Angehörigen der Opfer werden das Wort ergreifen.

Die Anteilnahme an dem tragischen Ereignis ist auch zwei Wochen nach dem Attentat enorm. Etwa 200 Journalistinnen und Journalisten werden über die Trauerfeier berichten, der Hessische Rundfunk übertragt die Gedenkfeier ab 17.40 Uhr live im Fernsehen.

Ungeachtet des Corona-Falls in Hanau und der Absage einer Großveranstaltung am Wochenende (siehe Hanau-Seite 13) wird die Trauerfeier auf Großleinwänden, die auf dem Marktplatz und dem Freiheitsplatz aufgebaut wurden, übertragen. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, bei der Anreise möglichst aufs Auto zu verzichten. Denn wegen der enormen Sicherheitsvorkehrungen sind eine Reihe von Straßen im Innenstadtbereich sowie die Parkhäuser am Heinrich-Fischer-Bad und die Tiefgaragen am Marktplatz und am Congress-Park gesperrt. Ab etwa 16 Uhr ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Hanauer Innenstadt zu rechnen. Betroffen davon ist auch der Busverkehr, der ab dann die Haltestellen Marktplatz und Freiheitsplatz bis voraussichtlich gegen 21 Uhr nicht mehr anfahren kann.

Aus Sicherheitsgründen wird die Hanauer Altstadt rund um den Congress Park heute weiträumig abgeriegelt. Der Schlossgarten neben dem CPH ist ab 12 Uhr komplett geschlossen. Auch der Zugang zum Schlossplatz wird ab Mittag gesperrt, der Zugang ist nur den geladenen Gästen der Trauerfeiern und akkreditierten Medienvertreten erlaubt, sodass auch „Zaungäste“ das Eintreffen der Polit-Prominenz nicht werden verfolgen können.

In der Karl-Rehbein-Schule, der Pestalozzischule und der Brüder-Grimm-Schule enden heute um 13 Uhr Unterricht und Betreuung. Die Kindertagesstätten Alice Salomon, Sandeldamm und Brüder Grimm schließen heute ausnahmsweise bereits um 15 Uhr.

Der Stadtladen am Marktplatz wird um 16.30 Uhr seinen Bürgerservice einstellen. Allerdings bleiben die Türen des Rathauses bis 20 Uhr geöffnet. Im Rathaus kann man sich heute und auch noch in den nächsten Tagen in ein Kondolenzbuch für die Opfer eintragen.

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