Genossenschaft an der Schule

Otto-Hahn-Gymnasiasten gewinnen Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung

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Für die Klasse 9 GF der Otto-Hahn-Schule geht es nach Berlin. Die Jugendlichen haben beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung den ersten Platz belegt und die Klassenfahrt gewonnen.

Hanau - Die Schüler der Klasse 9 GF der Otto-Hahn-Schule wissen von nichts. Sie sitzen im Matheunterricht. „Wir haben ihnen bis jetzt nicht verraten, dass sie gewonnen haben“, sagt Schulleiter Thomas Röder-Muhl. Von Lena Jochum

Mit ihrem Politiklehrer Christopher Weigelt haben die Neuntklässler am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) teilgenommen – und sind mit ihrem Projekt auf einem der ersten Plätze gelandet. Das bis zur Preisverleihung geheim zu halten, war gar nicht nicht so einfach. „Die Schüler haben mich die ganze Zeit gefragt, wie es denn aussieht mit dem Wettbewerb“, sagt Christopher Weigelt. Er musste sie hinhalten. Bis gestern.

Nach der großen Pause überraschen Schulleiter und Lehrer die Klasse mit Hans-Georg Lambertz, Leiter des bpb-Wettbewerbs, im Matheunterricht. Hans-Georg Lambertz ist extra angereist, um die Sieger persönlich zu küren. Gewonnen haben die Otto-Hahn-Schüler eine fünftägige Klassenfahrt nach Berlin. Anfang Juni geht es los, das Programm steht, alles ist bezahlt. „Ein bisschen Bildung, viel Spaß“, kündigt Lambertz von der bpb an. Die lässt sich den Ausflug zwischen 10 000 und 15 000 Euro kosten. In erster Linie solle die Reise eine Belohnung für die Gymnasiasten sein. Die sind in der Hauptstadt unter anderem ins Kanzleramt eingeladen, inklusive Foto-Termin mit Angela Merkel und einer Führung.

Die Jugendlichen sind stolz darauf, dass sich die Arbeit, die sie in ihr Projekt gesteckt haben, auszahlt. Acht Wochen haben sie sich im Politikunterricht mit dem Thema „Genossenschaften – eine alte Idee wird entstaubt!“ befasst. Eines von zwölf Themengebieten, die beim diesjährigen Schülerwettbewerb bearbeitet wurden und in denen jeweils ein erster Preis verliehen wurde. Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr rund 2 550 Klassen der Stufen 4 bis 12 aus Deutschland, auch deutschsprachige Schulen aus dem Ausland waren darunter. Das Ziel: die Auseinandersetzung mit politischen Fragen.

Die Schüler befassen sich mit den von der bpb vorgegebene Aufgaben, erstellen Präsentationen und bringen eigene Ideen ein, alles in Gruppenarbeit. „Es geht uns um die Gemeinschaftsleistung“, stellt Hans-Georg Lambertz klar. Um Gemeinschaftsleistung ging es auch beim Genossenschafts-Projekt der Otto-Hahn-Schüler. „Wir haben die Aufgaben bearbeitet und viel recherchiert. Und zum Schluss haben wir dann unsere eigene Genossenschafts-Idee entwickelt“, sagt der 15-jährige Jerome über die Vorgehensweise der Klasse. Die Neuntklässler entwarfen ein Konzept für eine Schülergenossenschaft, die sich nach dem Motto „Schüler helfen Schülern“ in Sachen Nachhilfe, Mobbing und Beratung engagiert.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Hanau

Jeder, der eine Leistung in Anspruch nehmen will, muss auch etwas einbringen. „Aber auch die, die selbst vielleicht weniger leisten können, werden nicht vernachlässigt, sondern beginnen quasi mit einem Startguthaben“, erläutert Christopher Weigelt das Prinzip. Seine Schüler haben dafür ein Punktesystem entwickelt. Ab Sommer soll die Schülergenossenschaft an der Otto-Hahn-Schule auch tatsächlich umgesetzt werden. „Der Gemeinschaftsaspekt gefällt mir, jeder hilft jedem“, sagt der 15 Jahre alte Sebastian. Auch sein Mitschüler Issam hatte Freude an dem Projekt. „Das war mal was anderes und hat auf jeden Fall Spaß gemacht.“ Und Spaß, da sind sich die Neuntklässler sicher, werden sie auch in Berlin haben.

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