Corona-Pandemie

Pächter des Restaurants „Lug ins Land“ schildern Wirtschaftsminister Al-Wazir ihre Corona-Nöte

Minister Tarek Al-Wazir (Grüne, rechts) machte im Rahmen einer „EinBlick“-Tour Station im Steinheimer Restaurant „Lug ins Land“
+
Minister Tarek Al-Wazir (Grüne, rechts) machte im Rahmen einer „EinBlick“-Tour Station im Steinheimer Restaurant „Lug ins Land“

Sie freuen sich wie alle Gastronomen geradeüber das gute Wetter, doch Carola Frischkorn und Lutz Evin vom Restaurant „Lug ins Land“ in der Steinheimer Altstadt graut es schon vor den Herbst- und Wintermonaten. Wenn das Wetter schlechter werde und die Auslastung wieder sinke, dann werde es ohne finanzielle Hilfen schwer möglich zu überleben. So schilderte das Pächter-Ehepaar Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch ihre Situation. Al-Wazir war gemeinsam mit weiteren Politikern aus Land und Stadt Hanau sowie mit Vertretern des Hotel- und Gastronomieverbandes Dehoga Hessen nach Steinheim gereist, um sich dort anzuhören, wie es der Gastronomie in der Corona-Zeit ergeht.

Steinheim – Das alteingesessene Restaurant in der Altstadt war nicht die einzige Station Al-Wazirs, der nach eigenem Bekunden auch nicht zum ersten Mal in Steinheim war, sondern die Altstadt schätzt. Zuvor war die Gruppe in Fulda, am Abend stand ein Besuch in Frankfurt an. Unter anderem wollte sich der Grünen-Minister dort die Nöte der Klub-Besitzer anhören, die es aufgrund der anhaltenden Schließungen momentan im gastronomischen Bereich am schlimmsten trifft.

Als ihnen die Politik im März die Schotten dichtmachte, hätten sie schon ans Aufhören gedacht, betonten die Steinheimer Wirtsleute bei der Gesprächsrunde, die unter Beachtung von Hygienemaßnahmen im Innenraum stattfand. „Aber dann haben wir in den sauren Apfel gebissen und weitergemacht. Wir sind gekommen, um zu bleiben“, brachte es Lutz Evin auf den Punkt. Der Abholservice, den sie während der Schließung aufrechterhielten, sei wirtschaftlich ein Minusgeschäft gewesen. „Aber wir wollten Flagge zeigen und Mut machen“, so Evin. Ihre fünf festen Mitarbeiter und acht Aushilfen hatten sie zwischenzeitlich in Kurzarbeit schicken müssen. Ein klein bisschen die finanzielle Not lindern konnten die Coronahilfen. „Das ging schnell und unkompliziert. Aber am Ende war es nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, schilderten Lutz Evin und Carola Frischkorn die Lage.

Appell an Al-Wazir und die Politik: finanzielle Hilfen für die Zeit ab September

Seit 15. Mai geht es wieder aufwärts, der Biergarten sei recht gut besucht, auch wenn die Leute generell zurückhaltender seien mit einem Besuch. Wie ein Damoklesschwert hingegen schwebt der Herbst über den Wirtsleuten. „Bei einem zweiten Lockdown machen wir die Tür zu“, mahnen beide. Auch emotional wäre eine solche Situation nicht auszuhalten, betont Carola Frischkorn. Deswegen gaben sie Al-Wazir mit auf den Weg: Die Politik müsse jetzt finanzielle Hilfen für die Zeit ab September auf den Weg bringen. „Wenn man damit erst im Herbst anfängt, wird es für viele zu spät sein“, betonen sie.

Tarek Al-Wazir sagte zu, das Thema mit nach Wiesbaden zu nehmen. Trotz allem riet er den Wirtsleuten wie der gesamten Gastronomie: „Bleiben Sie optimistisch!“

Station in Steinheim: Minister Tarek Al-Wazir (Grüne, Dritter von rechts) informierte sich im „Lug ins Land“ darüber, wie die Gastronomie durch die Coronakrise kommt. Mit ihm waren unterwegs: die MdL Heiko Kasseckert (CDU, links im Bild) und Markus Hofmann (Grüne, Dritter von links), Karin Dhonau (Zweite von links) und Anja Zeller (rechts) von den Hanauer Grünen, der Hauptgeschäftsführer der Dehoga Hessen, Julius Wagner (Zweiter von rechts) und die Dehoga-Außendienstleiterin Annerose Steiger (Vierte von rechts). In der Mitte das Pächter-Paar Carola Frischkorn und Lutz Evin.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare