Gesellschaft

Peinliche Bilder oder Aufklärung?: Mit #sexnet bietet die Beratungsstelle pro familia Orientierung im Netz

Das Team von #sexnet bietet wieder Veranstaltungen an (von links): David Roth, Katja Prinzhaus-Weiß, Patrizia De Blasio, Simone Heinz.
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Das Team von #sexnet bietet wieder Veranstaltungen an (von links): David Roth, Katja Prinzhaus-Weiß, Patrizia De Blasio, Simone Heinz.

Mit dem Projekt #sexnet hat pro familia Hanau ein neues Angebot entwickelt, das sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene richtet. Das Team um Geschäftsführerin Katja Prinzhaus-Weiß bietet zu den Themenfeldern „Medien und Sexualität“ Gruppenveranstaltungen und individuelle Beratungsgespräche an.

Hanau – Denn soziale Netzwerke im Internet gehören ganz selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie spielen auch eine Rolle auch bei Fragen zu Sexualität und deren Darstellung im Netz. Die Chancen und Risiken, die damit verbunden sind, wollen die Projektleiter Patrizia De Blasio und David Roth reflektieren und Orientierung bieten. Darüber wurde gestern bei einem Pressegespräch informiert.

Die Angebote von pro familia richten sich an Schulen und andere Einrichtungen, an Menschen mit Lernschwierigkeiten, an Eltern wie an Fachkräfte. Die sexual- und medienpädagogischen Inhalte sind in einzelne, sich ergänzende Themenblöcke unterteilt. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind die Inhalte auf einem Tablet „barrierefrei“ mit unterstützenden Apps interaktiv gestaltet und jeweils methodisch altersgerecht und nach Interessensschwerpunkten aufbereitet.

Nachfrage nach Beratung und Aufklärung sei groß

„Die Nachfrage nach Beratung und Aufklärung zu Sexualität, Pornografie oder Cybermobbing im Netz ist groß.“, so die Feststellung der Projektleiter, „das Angebot hierzu ist gering.“ Veranstaltungen zu Sexualpädagogik sind neben Schwanger-schafts- und Paarberatung eine wesentliche Säule der Leistungen bei pro familia hanau, die mit dem Projekt #sexnet nun auf die digitale Sphäre erweitert wurde. Intensiv habe man sich in das Thema eingearbeitet konnte so 2019 erfolgreich die Förderung des Konzepts #sexnet durch die Aktion Mensch erzielen.

Auch der Main-Kinzig-Kreis hat sich mit einem Zuschuss zur Auftaktveranstaltung im November 2019 beteiligt. Mit dem Corona-Lockdown im März allerdings kamen alle Gruppenveranstaltungen zum Erliegen. Inzwischen steigt die Nachfrage wieder, die Vorbereitung erfordert diverse Absprachen. Ist das Hygienekonzept abgesprochen, kommt das Projektteam mit seinem „Tablet-Koffer“ gerne in Schulen, Einrichtungen und Unternehmen.

Für Kinder und Jugendliche wird beispielsweise das Thema „Posten auf Insta“ anschaulich mit einem Video präsentiert. Die App „Mentimeter“ ermöglicht es, über Quiz das Gesehene spielerisch einzuordnen oder anonym – und damit in einem geschützten Rahmen – Fragen zu stellen. #sexnet soll vor allem präventiv wirken. Kinder und Jugendliche können damit auch lernen, über Sexualität zu reden, ihre Wahrnehmungen einzuordnen.

Nicht nur Gefahren aufzeigen, sondern auch Chancen

Wie schützt man sich vor Cybermobbing, was mache ich, wenn ich selbst betroffen, wie bewege ich mich sicher im Netz? Diese und viele weitere Fragen erörtert das Team von #sexnet mit Kinder und Jugendlichen und auch mit Eltern und deren Sicht auf die Themen. Wie können Eltern ihre Kinder schützen, wie können sie helfen, wenn ihr Kind gemobbt wird? #sexnet will nicht nur die Gefahren aufzeigen, sondern auch auf die Chancen und positiven Seiten von Plattformen und sozialen Netzwerken hinweisen.

„Nie war es einfacher, sich über Themen, auch über Fragen zur Sexualität, zu informieren“, so die Überzeugung von pro familia, „Kinder und Jugendliche müssen lernen, gute und seriöse Inhalte zu erkennen.“ Die Vielfalt im Netz bietet die Chance, Interessengruppen zu gründen oder sich anzuschließen. Zehn einfache Regeln für die Internet, die mit Kindern erarbeitet wurden, dienen als Leitfaden, um sicher im www unterwegs zu sein. Das wesentliche Ziel des Projekts #sexnet ist, dass Kinder und Jugendliche „eine eigene Haltung entwickeln.“

Kontaktdaten

Für Gruppenveranstaltungen und Einzelberatungen ist eine Terminanfrage erforderlich. Das Büro von Pro familia hanau ist zu finden in der Straße Vor dem Kanaltor 3. Sprechzeiten sind Montag bis Donnerstag von 15 bis 18 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr. Die Mitarbeiter sind erreichbar unter z 06181 21854 sowie per E-Mail an hanau@profamilia.de oder 6net.hanau@profamilia.de.

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