Ex-Militärgelände in Hanau wird umgebaut

Umwandlung Pioneer-Park: Erste Bewohner sollen 2020 einziehen

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Die Bauarbeiten im Pioneer Park in Hanau schreiten voran. 

Die Umwandlung des Pioneer-Park in Hanau nimmt Formen an. Wir zeigen den aktuellen Stand der Bauarbeiten in einer umfangreichen Bildergalerie. 

Update vom 06.11.2019, 15:35 Uhr: Die Umwandlung des Pioneer-Park in Hanau nimmt Formen an. Die ersten Bewohner sollen schon im ersten Halbjahr 2020 einziehen, wie die teils kommunale Baugesellschaft LEG Hessen-Hanau mitteilte. Im Teilbereich Triangle Housing seien die ersten Gebäude schon nahezu fertiggestellt. Ende 2023 soll das Bauprojekt des ganzen Areals abgeschlossen sein.

Neben zahlreichen Wohnhäusern kommen auch ein Business-Hotel im Mittelklasse-Segement, ein Zentrum für Gesundheit, Schönheit und Lifestyle , Senioren-Wohnungen, eine Schule sowie eine Kita auf das Gelände. 

Ex-Militärgelände in Hanau wird zur neuen Heimat: Hier sehen Sie die ersten Bilder

Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) betonte: "Der Pioneer-Park ist das Königsprojekt der Konversion in Hanau. Es wird ein lebendiger, öffentlich zugänglicher Stadtteil mit Gewerbe und sozialen Einrichtungen sowie hohem Aufenthaltswert entstehen, das Angebote für alle Lebenslagen, alle Altersklassen und alle Einkommensschichten bieten wird."

Nachdem der Bebauungsplan beschlossene Sache ist, haben die Investoren ihre Pläne für das neue Wohngebiet Pioneer-Park vorgestellt. In Offenbach soll zudem der alte Güterbahnhof bebaut werden. Jetzt kann alles ganz schnell gehen.

Hanau: Pioneer-Park kommt - Stadtverordnetenversammlung stimmt zu

Update vom 29.10.2019, 12:29 Uhr: Die Ampeln für das größte Bauprojekt der Hanauer Nachkriegsgeschichte stehen jetzt endlich offiziell auf Grün: Der Stadtverordnetenversammlung in Hanau hat dem Bebauungsplan für die ehemalige Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang zugestimmt.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigt sich begeistert: „Wir werden mit dem Pioneer Park Hanau nicht nur dem dringenden Wohnraumbedarf im Rhein-Main-Gebiet gerecht, sondern schaffen dort ein attraktives, zentrumnahes und kostenmäßig differenziertes Angebot.“ Denn auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne würden Wohnungen für jedes Klientel, für jeden Geldbeutel und für jedes Alter geschaffen.

Hanau: Stadt stimmt dem Bebauungsplan für Pioneer-Park zu

Das 50 Hektar große Areal soll in den nächsten Jahren zu einem Quartier mit rund 1600 Wohneinheiten für rund 5000 Menschen werden. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen. Die Gesamtkosten werden vom Projektentwickler LEG Hessen-Hanau GmbH auf 500 Millionen Euro geschätzt. 

Der Pioneer Park gilt als das derzeit größte Konversionsprojekt in Hanau und wird teilweise von öffentlichen Geldern und teilweise mit privatem Kapital finanziert. Dabei sei das Gelände nicht so einfach, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Denn nicht nur sei es eine ehemalig militärisch genutzte Fläche, diese liege auch in unmittelbarer Nähe zu Industrie, wichtigen Verkehrsachsen und einem FFH-Gebiet - das alles wurde berücksichtigt.

Hanau: Quartier hat rund 340 Hektar unbenutzte Fläche

Für die soziale Infrastruktur im Pioneer Park plant die Stadt Hanau den Bau einer Kindertagesstätte sowie einer inklusiven Grundschule samt Turnhalle.

Durch den Abzug der US-Streitkräfte im Jahr 2008 sind insgesamt rund 340 Hektar militärisch genutzte Fläche freigeworden. Das entspricht der Fläche von über 470 Fußballfeldern. Mehr als 200 Hektar hat die Stadt bereits in den vergangenen Jahren entwickelt. In Hanau waren einst 16 000 US-Soldaten mit Tausenden von Familienangehörigen untergebracht.

Erstmeldung vom 24.10.2019: Hanau/Wolfgang – In Anlehnung an einen berühmten Filmtitel könnte man es so formulieren: „Das Beste kommt (fast) zum Schluss.

“Mit der Entwicklung der ehemaligen Pioneer-Kaserne an der Aschaffenburger Straße zu einem modernen, urbanen Stadtquartier für rund 5000 Menschen wird zwar noch nicht ganz das letzte Kapitel in der Hanauer Erfolgsgeschichte der Konversion ehemals militärisch genutzter Fläche geschrieben, aber sicherlich das Bedeutendste. Am Montag wird die Hanauer Stadtverordnetenversammlung für den künftigen Pioneer-Park endgültig grünes Licht geben.

Hanau: Pionieer-Park wird Thema in der Stadtpolitik

Es bedarf keiner prophetischen Gaben vorherzusagen, dass der Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan Nr. 1106 „Pioneer-Kaserne“ mit großer Mehrheit, wahrscheinlich einstimmig, vom Stadtparlament getroffen wird. Denn am Dienstagabend fand das umfangreiche Planwerk, das mit sämtlichen Erörterungen und Erläuterungen mehr als ein Dutzend Ordner umfasst, in einer gemeinsamen Vorabberatung des Struktur- und Umweltausschusses der Stadtverordnetenversammlung und des Ortsbeirates Großauheim/Wolfgang bereits einhellige Zustimmung.

Im Bürgerhaus Wolfgang ließen sich die Parlamentarier von Hanaus Stadtentwickler Martin Bieberle und Experten der beauftragten Planungsbüros noch einmal über Inhalt und Zeitablauf des Mammutprojekts informieren, mit dem Hanau über die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets hinaus Aufmerksamkeit errege, wie Bieberle betonte. Zuletzt sei das auf der weltweit größten Immobilien- und Investoren-Fachmesse Expo Real in München deutlich geworden, wo der Pioneer-Park ebenfalls Gesprächsthema war. 

Pioneer-Park: Wohnen auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände

Nicht nur was auf dem ehemaligen Kasernengelände geplant ist – dort soll ein urbanes Wohn- und Dienstleistungsquartier mit vielfältigen Wohnformen und innovativen Konzepten, etwa in den Bereichen Klimaschutz, Mobilität und Energieversorgung, realisiert werden – sondern vor allem das rasante Tempo, in dem die Stadt Hanau in Partnerschaft mit der privaten DSK/BIG-Gruppe das rund 50 Hektar große Gelände zur Baureife führt, beeindruckt nicht nur Fachleute.

Erst vor gut drei Jahren hat die von Stadt und DSK/BIG gegründete Entwicklungsgesellschaft LEG Hessen-Hanau das Kasernenareal vom Bund erworben. Seitdem liefen umfangreiche planerische Vorarbeiten, bei denen nicht nur eine Vision für das künftige Stadtquartier entwickelt wurde, sondern auch mit einer Fülle von Beteiligten zum Teil sehr komplexe Themen wie Lärmschutz, Boden- und Grundwassersanierung oder Hochwasserschutz abzuklären waren.

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Längst sind auf dem Kasernenareal die erforderlichen Erschließungsarbeiten in vollem Gang. Zahlreiche Altgebäude mussten abgerissen werden. Im Bereich der früheren Triangle-Housing haben die Sanierungsarbeiten an den ersten ehemaligen Wohngebäuden für US-Soldaten begonnen. Dort werden die ersten von später einmal 370 Wohnungen, die zur Eigennutzung unter dem üblichen Marktwert angeboten werden, wahrscheinlich bereits im ersten Quartal 2020 bezugsfertig sein. Und auch vorbereitende Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt – die Bebauung des sogenannten Fächers mit Reihenhäusern, Doppelhäusern und Einfamilienhäusern – haben bereits begonnen.

1500 Wohnungen sind in Hanau Wolfgang geplant

Insgesamt werden im Pioneer-Park rund 1500 Wohneinheiten entstehen – durchsetzt mit jeder Menge Grün, wie Ralf Habermann, Geschäftsführer des mit der Freiraumplanung beauftragten Büros „Landschaftsarchitekten Götte GmbH“, verspricht. Mit Realisierung des Stadtquartiers entstünden allein 120 000 Quadratmeter an zusätzlichen öffentlichen Grün- und Parkflächen in Hanau, sprach Habermann von einem „ordentlichen Pfund“. Allein mehr als 700 Bäume würden in dem neuen Stadtquartier gepflanzt. Zusammen mit dem noch verbliebenen Alt-Baumbestand würden am Ende im Pioneer-Park rund 200 Bäume mehr stehen als auf dem früheren Kasernengelände.

Dabei schlagen die Planer eine vielfältige Bepflanzung mit zum Teil südeuropäischen und asiatischen Baumarten vor, die den Herausforderungen des Klimawandels offensichtlich eher gewachsen seien als so manche heimische Baumart - darunter verschiede Ahornsorten, Amber- und Schnurbäume.

Pioneer-Gelände soll parkähnlich werden

Zum Freiraumkonzept gehören auch Bereiche, die als Ersatzlebensräume für bedrohte Tierarten wie die Mauereidechse und den Girlitz weitgehend der Natur überlassen bleiben sollen. Andere Bereiche hingegen sollen parkähnlich mit hohem Freizeit- und Erholungswert gestaltet werden. An zwei Stellen wird es auch Übergänge von dem künftigen Wohngebiet in den benachbarten, geschützten Bulauwald geben - dort liegt dann die Natur quasi direkt vor der Haustür.

Die Bebauung im nördlichen Bereich des Pioneer-Parks greift die frühere charakteristische Fächerform auf. Die neuen Häuser werden entlang „grüner Speichen“ errichtet. Allein zehn Kilometer Fuß- und Radwege werden das Gebiet durchziehen. Zum Freizeitangebot werden unter anderem zehn über das gesamte Gebiet verteilte sogenannte „Spielstationen“ gehören, hinzu kommen vier Fitnessstationen für Senioren sowie Allwetter-Plätze für Ballspiele.

Währenddessen hat die SPD in Hanau eine Resolution formuliert, in der gegen den drohenden Abriss der Wohnungen in Sportsfield-Housing appelliert wird. An der Willy-Brandt-Straße in Hanau sollen fünf Gebäude mit insgesamt 156 Wohnungen entstehen. Vor allem in einer Sache ist der Investor gefragt

Von Dirk Iding und dpa 

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