Stadtwerke nabeln sich ab

Hanau: Pläne für riesiges Blockheizkraftwerk - Wunsch nach Unabhängigkeit

Noch liefert das Kraftwerk Staudinger auch Fernwärme für Hanau und Großkrotzenburg. Doch die Stadtwerke müssen bald eigene Erzeugerkapazitäten aufbauen. ARCHIVFoto: Paul

Die Zielmarke ist definiert: Bis Ende September 2024 wollen die Stadtwerke Hanau endgültig unabhängig werden vom Großkrotzenburger Kraftwerk Staudinger als Fernwärmelieferant und eigene Erzeugungskapazitäten aufgebaut haben. Denn am 30.

Hanau - September 2024 endet der derzeit laufende Fernwärmeliefervertrag mit Kraftwerksbetreiber Uniper, der danach seine Anlage bis Ende 2025 - wie berichtet - komplett stilllegen wird.

Für die Stadtwerke Hanau bedeutete dies, dass sie in den nächsten Jahren vor einer der größten Investitionen ihrer Geschichte stehen. Rund 50 Millionen Euro dürfte ein gasbefeuertes Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Koppelung kosten, das sich nach umfangreichen Voruntersuchungen aus Sicht von Matthias Fernitz, Bereichsleiter Dezentrale Energie bei den Stadtwerken Hanau, als die Lösung „mit den günstigsten Rahmenbedingungen“ herausgestellt habe. Bei der Wärmeerzeugung rein auf grüne Energieträger zu setzen, sei in absehbarer Zeit weder preislich noch kapazitätstechnisch eine Lösung, so Fernitz.

Noch unklar ist, wo das geplante, rund ein Fußballfeld große Blockheizkraftwerk mit drei Gasmotoren, die eine Leistung von jeweils 10,8 Megawattstunden haben sollen, am Ende gebaut wird. Stadtwerke-Geschäftsführerin Martina Butz erklärte gestern, derzeit prüfe man zwei Varianten. Ein möglicher Standort sei das Gelände des Kraftwerks Staudinger inklusive einer denkbaren Kooperation mit dem Unternehmen Uniper. Zweiter möglicher Standort sei die frühere Underwood-Kaserne, deren Kauf die Stadt Hanau bekanntlich erwägt. Bis Ende des Jahres, so hofft Stadtwerke-Geschäftsführerin Butz, soll eine Grundsatzentscheidung über das Projekt getroffen werden.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Underwood-Kaserne, auf einem acht Hektar großen Teilstück der Großauheim-Kaserne, planen die Stadtwerke Hanau in Kooperation mit der AHS-Solar GmbH & Co. KG bereits den Bau eines riesigen Solarparks. Entstehen soll dort für rund fünf Millionen Euro eine der größten Fotovoltaik-Freiflächenanlagen Hessens mit knapp 25000 Solarmodulen, die bis zu sieben Megawatt Strom erzeugen können. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 3500 Haushalten.

Ursprünglich sollte der Solarpark bereits bis Anfang dieses Jahres fertiggestellt worden sein. Doch die Erstellung von zahlreichen Gutachten, die für das Projekt notwendig seien, habe zu Verzögerungen geführt, so Butz. Sie rechnet auch nicht mehr mit einem Baubeginn in diesem Jahr.  did

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