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Am Wildpark Hanau soll ein Walderlebniszentrum entstehen

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Der Wildpark in Klein-Auheim hat viel zu bieten – im Bild ein Damhirsch in seinem Gehege. Ein Walderlebniszentrum soll den Park aufwerten. Hierzu wird nicht nur das Eingangs- und Museumsgebäude umgestaltet. ARCHIV
Der Wildpark in Klein-Auheim hat viel zu bieten – im Bild ein Damhirsch in seinem Gehege. Ein Walderlebniszentrum soll den Park aufwerten. Hierzu wird nicht nur das Eingangs- und Museumsgebäude umgestaltet. ARCHIV © Arne Dedert/dpa

Der Wildpark in Klein-Auheim soll ausgebaut werden. Finanziert werden soll das aus unterschiedlichen Quellen – ein großer Teil stammt aus einem Erbe an den Park.

Hanau – Die Brüder-Grimm-Stadt Hanau beherbergt nicht viele Vereine, die mehr als 3000 Mitglieder und einen sechsstelligen Jahresumsatz verwalten. Bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Wildpark Alte Fasanerie in der Halle des Turn- und Sportvereins Klein-Auheim informierten sich am Freitagabend 30 Mitstreiter, woher das Geld kam und wohin es floss.

Zudem wurden dort Pläne für die Zukunft vorgestellt – allen voran ein Walderlebniszentrum. Fast 174 000 Euro erbrachten die zuletzt erhöhten Beiträge, Spenden und Tierpatenschaften spülten mit rund 34 000 und 42 000 Euro etwas weniger Geld in die Kasse. Dafür stiegen die Zuweisungen von Bußgeld und aus Strafverfahren auf gut 21 000 Euro, informierte Kassierer Thomas Berthold. Vorsitzende Hannelore Moravec dankte den Förderern und Paten für ihre Treue in der Pandemie.

Im Jahr 2020 kam die Gemeinschaft zudem in den Genuss einer Erbschaft in Höhe von 180 000 Euro, sodass manche Planung schneller umgesetzt werden konnte. So zahlte der Verein 26 000 Euro für die Erweiterung der Wasseranschlüsse, 16 000 Euro für Sanierung und Uferbefestigung am Rotwildteich. Die stattliche Summe von 275 000 Euro stellte er für den Bau des Fischottergeheges zur Verfügung.

Hanauer Wildpark: Besucherzahlen waren 2021 rückläufig

Die Verwirklichung verzögerte sich aber, „obwohl die von Hessen Forst beauftragte Machbarkeitsstudie bereits im Mai 2016 vorlag“, kritisierte die Vorsitzende. 120 000 Euro stellt der Förderverein für die Erneuerung des Wildschweingatters zur Verfügung. Die Arbeiten wurden wegen der Afrikanischen Schweinepest gestoppt. Mit 47 000 Euro unterstützt die Gruppe die Renovierung der Esel-Abteilung. Und damit die Kindereisenbahn (6000 Euro) nicht im Matsch halten muss, ließ sie den gesamten Vorplatz neu herrichten (46 500 Euro).

Auch die Beschilderung der Gehege, anschaulich für Kinder und zusätzlich in Blindenschrift vorgesehen, geriet ins Stocken. Hessen Forst wollte weitere Vorschläge einholen, was bis heute nicht erfolgt sei, bemerkte die Sprecherin. Die Behörde erhalte 34 000 Euro von der Leberecht-Stiftung, davon sollen inklusive Spielgeräte im Park aufgestellt werden, die auch von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können. Moravec forderte Hessen Forst auf, mehr Müllkörbe zu installieren.

Lutz Hofheinz, Leiter des Forstamts Hanau-Wolfgang, berichtete vom Ersatz eines Kühlaggregats im Park. Das denkmalgeschützte Jagdschloss war eine Baustelle, die zwei Millionen Euro verschlang. Seit dem Spätsommer sind neue Pächter am Start, die „leistungsfähige Gastronomie erfreut sich größter Beliebtheit und ist eine wichtige Ergänzung zu den Imbissbuden“.

Wildpark Hanau: Beteiligung am Freiwilligentag geplant

Die Besucherzahlen haben sich negativ entwickelt, da die Anlage über mehrere Monate geschlossen werden musste. Auch Zugangsbeschränkungen danach reduzierten die Zahl auf 172 000 Gäste, „ein deutlicher Einbruch gegenüber dem erstem Corona-Jahr“, sagte Hofheinz. „Da waren es noch mehr als 200 000 Personen. Aber wenn der Zugang erlaubt ist, sind die Leute da.“

260 wildbiologische Führungen starteten 2021 – drei Jahre zuvor waren es mehr als 700. „Das Forstmuseum war ganzjährig geschlossen, der Familiensonntag ausgefallen.“ Immerhin liefen Ferienspiele „mit überschaubaren Gruppen, extrem aufwendigen Vorbereitungen und Beschränkungen“, berichtete der Amtsleiter. Dem Verein konnte wegen der Corona-Beschränkungen lediglich zur Honigernte bei seinen zwei Bienenvölkern einladen.

Mitglieder beteiligten sich an der Aktion „Sauberes Klein-Auheim“ und am Stadtteilfest. Das soll auch in diesem Jahr geschehen, dazu möchten Aktive am Freiwilligentag (24. September) Holztische und -bänke mit Lasur versehen und einen Totholzhaufen anlegen.

Planung für das Walderlebniszentrum Hanau vorläufig abgeschlossen: „Ein ehrgeiziges Unterfangen“

Die Planung fürs Walderlebniszentrum sei vorläufig abgeschlossen, fuhr der Förster fort. Sie sehe eine „komplexe Modernisierung aus mehreren Modulen“ vor, die Erweiterung des Museums und einen halbrunden Anbau mit Dauer- und Wechselausstellung, Raum für Veranstaltungen zu Tieren und Pflanzen, Wald, Umwelt und Ökologie: „Ein ehrgeiziges Unterfangen“. Hofheinz kündigte ferner ein Besucherleitsystem an, ein Verkehrs- und Parkkonzept.

Der Forstmann lobte die Kooperation mit Falknerei, Ponyreiten und dem Waldkindergarten im Wildpark. Ein Schreiner und Metzger wurde als Vollzeit-Handwerker eingestellt, Forschungsprojekte laufen mit der Hochschule Darmstadt und der Uni Gießen. Dank galt der Männergruppe des Fördervereins, die sich „verlässlich wie ein Uhrwerk“ einbringe.

Alsbald sollen das Haustiergehege mit Ziegen und Schafen eine neue Einfriedung erhalten, das Uhu-Gehege und die Fasanenvoliere eingerichtet, Rote Höhenvieh-Rinder und noch ein Fischotter angesiedelt werden. (Michael Prochnow)

Das Jagdhaus am Wildpark in Hanau öffnete im vergangenen Jahr nach einem Umbau wieder. Das beliebte Ausflugsziel lockt Gäste mit gleich zwei Biergärten.

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