AUS DEM GERICHT

Prozess um Brand an Wilhelmstraße: War das Feuer vor der Tür ein versuchter Mord?

Wollte der 29-Jährige einen Mord begehen? Das Landgericht verhandelt nun wegen des schweren Verdachts des versuchten Mordes.
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Wollte der 29-Jährige einen Mord begehen? Das Landgericht verhandelt nun wegen des schweren Verdachts des versuchten Mordes.

Ein 29-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft, weil er am 7. Januar ein Feuer gelegt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Hanau wirft ihm ein Verbrechen vor und hat Anklage wegen besonders schwerer Brandstiftung erhoben.

Hanau –Doch jetzt gibt es in dem Fall eine überraschende Wende, wie aus dem Landgericht bekannt geworden ist. Die 1. Große Strafkammer hat die Anklage zugelassen und die Hauptverhandlung bereits terminiert. Allerdings unter einem ganz anderen Vorwurf: Die Richter sehen in diesem Fall sogar den schweren Verdacht des versuchten Mordes.

Die Polizei hatte am späten Abend dieses Montags den Mann verhaftet, weil unter dringendem Tatverdacht steht, ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Wilhelmsbrücke vorsätzlich gelegt zu haben.

Grund für die Brandstiftung sei ein vorangegangener Streit mit einem der Hausbewohner. Daraufhin soll der Angeklagte die Wohnung eines Bekannten verlassen haben. Dann soll es zu dem mutmaßlichen Verbrechen gekommen sein: Der 29-Jährige soll Müll in Brand gesetzt und die Tür versperrt haben.

Angeklagter wurde kurze Zeit nach der Tat von einer Streife festgenommen

Ein Nachbar, der das Feuer bemerkte, verhinderte Schlimmeres, griff zu einem Eimer Wasser und löschte die Flammen.

Derweil hatte der 29-Jährige den Tatort bereits verlassen, war aber von einer Streife nach kurzer Zeit festgenommen worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hanau war der Wohnsitzlose beim Amtsgericht vorgeführt worden. Die zuständige Ermittlungsrichterin erließ anschließend Untersuchungshaftbefehl wegen besonders schwerer Brandstiftung sowie Fluchtgefahr. Nach dem Gesetz ist dieser Vorwurf ein Verbrechen, das mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren geahndet wird.

Sollte sich der neue Verdacht im Prozess erhärten, droht dem Mann sogar eine lebenslange Haft.

Die Hauptverhandlung soll nach Angaben des Gerichts am Freitag, 6. November, beginnen und ist zunächst auf mehrere Verhandlungstage anberaumt.

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