Stadtumbau

Hanau: Sanierung des Kanzleigebäudes verzögert sich

Die Stadt Hanau plant im Zuge des Stadtumbaus einige Großprojekte. Die Corona-Krise könnte jetzt für Probleme sorgen.

Umbau stadt Hanau video

  • Corona-Krise könnte Auswirkungen auf Großprojekte in Hanau haben
  • Die Sanierung eines historischen Gebäudes verzögert sich
  • Verantwortliche geben sich gelassen

Obwohl die Stadt Hanau alle eigenen Investitionen wie geplant vornehmen will, könnte die Corona-Krise Auswirkungen auf die geplanten städtischen Großprojekte haben. In der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses war über den letzten großen Brocken des Stadtumbaus gesprochen worden – die Pläne für Schlossplatz und Kanzleigebäude.

Sanierung von historischem Gebäude in Hanau verzögert sich

Diese werden vom Projektentwickler Terramag und der Baugesellschaft Hanau gemeinsam umgesetzt. Ob die Bagger wie geplant im Herbst anrollen können, ist aber unklar.

Absehbar ist laut Stadt bereits, dass die Sanierung des historischen Gebäudes, das einst die Stadtbibliothek beherbergte, erst 2021 beginnt. Nicht ausgeschlossen ist offenbar auch, dass sich der Denkmalschutz auf Teile der Pläne erschwerend auswirkt. Wir beantworten im Folgenden einige Fragen zum Großprojekt.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise bei den beteiligten Unternehmen? Könnten sich die Planungen für das Altstadt-Projekt dadurch verändern? 

Dazu sagt Magistratspressesprecherin Güzin Langner auf Nachfrage unserer Zeitung: „Unseres Wissens nach sind die Investitionsinteressen und -spielräume nach wie vor gegeben.“

Als der OB in der Ausschusssitzung von „Existenzkämpfen“ bei privaten Unternehmen gesprochen habe, sei dies eine grundsätzliche Anmerkung gewesen, ohne konkrete Unternehmen benennen zu wollen. Derzeit seien keine Veränderungen geplant.

Hanau: Bauunternehmen trotzt Corona-Krise 

Terramag-Geschäftsführer Thomas Müller erläutert: „Die Investitionsinteressen sind nach wie vor gegeben, das Objekt Kanzleigebäude ist für uns auch nach wie vor erste Wahl für den Neubau einer Firmenzentrale."

"Als Projektentwickler mit langfristigen Auftragsbestand trifft uns die Corona-Krise bislang nur marginal, die Baukonjunktur zeigt sich zudem (noch) sehr robust. Wir sind nicht in ‘Existenzkämpfen’, unsere Investitionsspielräume sind diesbezüglich auch unverändert“, so Müller.

Sanierungsprojekt in Hanau: Optimismus trotz Corona-Krise

Das Projekt stehe und falle nach wie vor mit der Höhe des tatsächlichen Sanierungsaufwandes und mit den Anforderungen des Denkmalschutzes, die sich erst nach Abschluss der Umbauplanung und der Gebäudesubstanzanalyse abschließend bewerten lassen.

Drohen bei anderen Projektpartnern Probleme?

Laut Stadtsprecherin Langner gibt es derzeit „keine Anzeichen für einen Rückzieher gleich welcher Art“. Terramag-Chef Müller erklärt, beim Projekt Fronhof handele es sich um ein gemeinschaftliches Investitionsprojekt von Baugesellschaft, Terramag und Tanzschule Berné als Ankermieter im Neubau.

Hanau: Corona-Krise könnte für Verzögerung sorgen

„Natürlich respektieren auch wir innerhalb der Partnerschaft eine gewisse zeitliche Zurückhaltung in der weiteren Umsetzung, bis sich für alle Beteiligten die tatsächlichen Auswirkungen der Corona-Krise etwas mehr gelichtet haben“, so Müller.

Wird sich der Zeitplan für das Projekt verschieben?

Durch die Corona-Krise seien die Abstimmungen zur Sanierung des Kulturdenkmals mit den zuständigen Fachbehörden und Fachplanern deutlich schwieriger zu organisieren gewesen, sagen Stadtsprecherin Langner und Terramag-Geschäftsführer Müller übereinstimmend.

Damit hätten sich auch die Planungsprozesse verlangsamt. Im Juli/August werde die Situation städtischerseits neu bewertet werden. Es deute sich jedoch an, dass sich der Sanierungsbeginn am Kanzleigebäude auf Frühjahr 2021 verschiebt.

Rubriklistenbild: © Reinhard Paul

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