30-Millionen-Euro Projekt

Sanierung oder Neubau? Weiteres Gutachten zur Zukunft der Auheimer Brücke

Ursprünglich 1882 errichtet, wurde die Auheimer Brücke nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Fotos: HIS/STADT HANAU
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Ursprünglich 1882 errichtet, wurde die Auheimer Brücke nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

Dass die Hauptbahnhofbrücke erneuert werden muss, steht fest. Das 30-Millionen-Euro-Projekt, für das die Planungen angelaufen sind, soll voraussichtlich zwischen 2023 und 2025 realisiert werden.

  • Frage nach Sanierung oder Abriss bei Auheimer Brücke in Hanau
  • Schäden an den Betonplatten
  • Sonderprüfung im Frühjahr

Hanau –  Was aber wird aus der Auheimer Brücke? Beim „Brücken-TÜV“ in Hanau waren auch dort Schäden festgestellt worden. Sanierung oder Abriss? Diese Frage muss noch beantwortet werden.

„Dank des Wasser- und Schifffahrtsamts haben wir uns mit Schiff und Hebebühne direkt einen eigenen Eindruck von der Unterseite der Brücke verschaffen können“, berichtet Markus Henrich, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS). Sein Stellvertreter Jörg Herchenröder und Brückenbauingenieurin Angelika Biesterfeld untersuchten die Brücke mit Hammer und Meißel auf Schäden und klopften Schadstellen ab.

Hanau: Was wird aus der Auheimer Brücke?

Vor der Entscheidung darüber, ob Abriss und Neubau sinnvoller sind als eine Sanierung, soll ein Gutachter eingeschaltet werden. „Anschließend wägen wir das Pro und Contra mit der Oberen Denkmalschutzbehörde ab“, so Stadtrat Thomas Morlock. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte sich, wie gemeldet, für eine Sanierung der Stahlbrücke ausgesprochen. Die Stadt plädierte für einen Neubau.

Bei der jüngsten Brückenhauptprüfung, die alle sechs Jahre vorgeschrieben ist, waren 2016 unter anderem Schäden an den Betonplatten festgestellt worden. Als Vorsichtsmaßnahme wurden Fangnetze angebracht, um Fußgänger und Radfahrer nicht durch herabfallende Kleinteile zu gefährden.

Hanau: Schäden an den Betonplatten

An einigen Stellen stellten die HIS-Fachleute nun „starke Betonabplatzungen“ fest, berichtet Brückeningenieurin Biesterfeld. Das gelte insbesondere für den Bereich der Entwässerungsrohre, die zum Teil stark korrodiert und teilweise abgeschnitten worden sind, damit sie nicht abfallen. Auch an anderen Stellen wurden lockere Betonteile diagnostiziert.

An einigen Stellen platzt Beton ab. Fotos: HIS/STADT HANAU

Hintergrund der Sichtprüfung ist, dass die Beton-Fahrbahnplatte über die gesamte Länge Schäden aufweist, darunter Abplatzungen, freiliegende Bewehrungen oder Hohlstellen. Zudem wurde in einem Gutachten bereits 2012 in großen Tiefen ein hoher Chloridgehalt vor allem auf der Flussseite festgestellt, was auf undichte Fugen im Asphalt und im Bereich der Entwässerungsröhren zurückzuführen ist. Biesterfeld: „Der hohe Chloridgehalt ist als korrosionsgefährdend anzusehen.“

Per Hebebühne vom Schiff aus verschaffen sich HIS-Mitarbeiter einen Eindruck vom Brückenzustand. Fotos: HIS/STADT HANAU

Nach mehr als einem Jahr Suche hat HIS endlich ein Ingenieurbüro gefunden, das im Frühjahr eine Sonderprüfung der Auheimer Brücke vornehmen wird. Eine frühere Beauftragung sei wegen der hohen Auftragslage und der geringen Kapazitäten im Baugewerbe nicht möglich gewesen.

VON CHRISTIAN SPINDLER

Ein Ende in Sicht: Die Straßen- und Kanalbauarbeiten in der Steinheimer Straße in Hanau sind bald beendet. Heißt für die Anwohner: Endlich wieder freie Straßen.

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