Tierschutz

Schwanen-Rettung schlägt Wellen: Fischerzunft Steinheim will Tierschützer unterstützen

Angelhaken gefährden das Leben von zwei Schwänen: Durch das rasche Eingreifen von John David Kraft und seiner Mitarbeiterin Nina Wiek konnten zwei Tiere aber am Samstag gerettet werden.
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Angelhaken gefährden das Leben von zwei Schwänen: Durch das rasche Eingreifen von John David Kraft und seiner Mitarbeiterin Nina Wiek konnten zwei Tiere aber am Samstag gerettet werden.

Unsere Berichterstattung über die durch John David Kraft, Leiter des Gnadenhofs Tierrefugium in Wolfgang, geretteten Schwäne schlägt Wellen. Die Fischerzunft Steinheim, die die Karten an die Angler am Main ausstellt, dankt John David Kraft für seinen beherzten Einsatz und schafft für ihn nun die gewünschte Netzpistole an, womit sich verletzte Wildtiere einfangen lassen.

Steinheim – „Wir möchten Herrn Kraft damit unterstützen“, sagt Hermann Adam, Vorsitzender der Fischerzunft. „Wir bedauern diesen Fall, aber leider gibt es auch unter den Anglern immer wieder schwarze Schafe, die sich nicht an die Regeln halten.“

Am Samstag hatte eine Spaziergängerin am Main einen Schwan entdeckt, in dessen Gesicht sich ein Angelhaken gebohrt hatte. Ein weiteres Tier hatte einen Haken bereits verschluckt, und die Schnur hatte sich um den Hals gewickelt. Durch das rasche Eingreifen des herbeigerufenen Kraft konnten beide Tiere vor dem Tod bewahrt werden. Kraft fand zudem am Mainufer weitere Haken und Angelutensilien.

Damit nicht noch mehr Tiere unter achtlos weggeworfenen Haken leiden, will die Fischerzunft nun die eigenen Kontrollen verschärfen. Aktuell fahre bereits ein Mitglied der Zunft mehrmals wöchentlich den Main mit dem Rad ab. Zudem würde beim Ausstellen der Angelkarten, so Adam, stets auf das Sauberhalten des Mainufers hingewiesen.

Hanau: Viel Lob für John David Kraft

Neben der Netzpistole kann sich John David Kraft auch über einige Spenden von Privatpersonen freuen. „Eine Spende über 250 Euro haben wir erhalten, und uns wurde eine weitere Spende über 500 Euro zugesichert“, so der Gnadenhof-Leiter, „es war eine großartige Resonanz“. Auf Facebook erhält Kraft auch viel Lob. Eine Nutzerin schreibt: „Danke Herr Kraft und allen Helfern, klasse gemacht!“ Eine andere Nutzerin berichtet von ähnlichen Erlebnissen: „Angelhaken, Fisch-Innereien, lauter so Zeugs und dann halt Verpackungen vom Essen, Bierdosen etc. haben wir auch schon gesehen als wir mit unseren Jungs angeln waren.“

Die Hanauer Feuerwehr weist im Zusammenhang mit der Schwanen-Rettung darauf hin, dass sie durchaus auch für Tierrettungen zur Verfügung steht. Ein Mitarbeiter hatte am Samstag angeblich ein Hilfeersuchen von Kraft wegen zu geringer Kapazitäten abgelehnt. Der Anruf landete offenbar bei der falschen Stelle. „Bedauerlicherweise kam es durch die Schilderung am Telefon zu einer Fehleinschätzung unseres Mitarbeiters“, räumt Markus Doose ein, stellvertretender Leiter der Hanauer Feuerwehr. Generell sollten, so Doose, Bürger bei einem in Not geratenen Wildtier die 112 anrufen. Er will die Mitarbeiter für solche Fälle entsprechend sensibilisieren.

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