Fassade aus Robinien-Stämmen setzt ein architektonisches Ausrufezeichen

Blickfang am Schwanennest: Fassade setzt architektonisches Ausrufezeichen

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Nun ist auch die bemerkenswerte Holzfassade des „Schwanennestes“ fertiggestellt. Das „Kinderhotel“ des Behindertenwerks Main-Kinzig ist seit gut einem Jahr in Betrieb.

Blickfang am Schwanennest in Hanau: Fassade setzt architektonisches Ausrufezeichen.

Hanau – Auf dem nahe der Kinzigaue gelegenen Gelände der historischen Pumpstation in Kesselstadt ist seit gut einem Jahr das Schwanennest zuhause. In der Einrichtung des Behindertenwerks Main-Kinzig (BWMK) stehen 24 Kurzzeit-Pflegeplätze für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen zur Verfügung.

Nun ist auch die außergewöhnlich gestaltete Fassade des „Kinderhotels“ fertiggestellt: Robinienholz-Elemente sollen ein Schwanennest symbolisieren. Die netzwerkartig angebrachte RobinienStämme dämpfen den kantigen Baukörper und sollen zwischen der umliegenden Kinzigaue und dem historischen Wasserwerk-Giebelbau „architektonisch vermitteln“. Das Darmstädter Architekturbüro Karl Schubert und Stefan Seuss hat in Zusammenarbeit mit dem Holzkünstler Faxe Müller (Jossgrund) sowie der Zimmerei Christ die naturnahe und organisch anmutende Netzstruktur-Fassade des „Schwanennests“ gestaltet.

„Das ist mal eine vollkommen andere Fassade. Das neue Gebäude hebt sich vom alten Jugendstilgebäude ab – und jeder erkennt: Das ist das eigentliche Nest“, freut sich Sabine Mahns, Tochter des Investors Ernst Hein, über die gelungene Gestaltung der Fassade, die mit einer kleinen Feier eingeweiht wurde. Diesmal heiße es nicht, viele Köche verderben den Brei, sondern „Was lange währt, wird endlich gut“, erinnerte Mahns an die Bauzeit, in der drei Architekten und zwei Bauleiter am Umbau des Wasserwerk-Jugendstilgebäudes und am Neubau des „Schwanennest“ beteiligt waren.

Im „Schwanennest“ werden Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die eine besonders intensive Unterstützung benötigen, kurzzeitig-, tage- oder auch wochenweise betreut. Damit sollen Betreuungsengpässe in Familien überbrückt oder einfach auch nur die Gelegenheit geschaffen werden, dass die Familien sich eine Auszeit von der Pflege ihres Kindes nehmen können. Das „Schwanennest“ ist als „Kinderhotel“ konzipiert. Es will seinen jungen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Dazu stehen den gehandicapten Kindern in großzügig und modern eingerichteten Räumen viele Möglichkeiten offen.

In der Regel bewohnen diejungen Gäste ein Zwei-Bett-Zimmer mit großem Bad. Im Gemeinschaftsraum wird gespielt, die Kinder können gemeinsam die Mahlzeiten einnehmen und sich wie Zuhause fühlen. Für jeden Tag werden gemeinsame Aktivitäten geplant und bei schönem Wetter ist das Außengelände ein beliebter Spielplatz. „20 Tage pro Jahr können Kinder mit Beeinträchtigungen hier kostenlos untergebracht werden, die Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen“, freut sich der Vater eines gehandicapten Kindes über diese Entlastung. „Wir Eltern können in dieser Zeit in den Urlaub fahren, durchatmen und körperlich entspannen.“

VON HOLGER HACKENDAHL

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