Kommunikation wird von Büromitarbeitern übernommen

Keine PR-Agentur: Im Frankfurter Krisenstab sitzen DGB und IHK

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Der 24-köpfige Krisenstab der Stadt Hanau wurde bereits zum Anfang der Corona-Krise ins Leben gerufen. Auch PR-Agenturen mischen mit.

24 Mitglieder umfasst der Corona-Krisenstab der Stadt Hanau. Sie vertreten ihre jeweiligen Bereiche in den Lagebesprechungen, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

Von Gregor Haschnik

Darunter sind auch Fachleute, so zum Beispiel jeweils ein Vertreter des Ordnungsamtes, des Stadtschulamtes, des Eigenbetriebs Kita, der Fachbereiche Bildung, Soziale Dienste und Integration, des Klinikums Hanau sowie zwei Vertreter der Feuerwehr.

„Alle Themenfelder der Stadt“ seien vertreten oder würden „je nach aktueller Lage kurzfristig über Video- und/oder Telefonkonferenzen in die Entscheidungsprozesse eingebunden“, um „kurze Entscheidungswege“ zu haben, sagt Martin Bieberle. Der Vertraute von OB Claus Kaminsky gehört dem Stab als Leiter des Fachbereichs Personal, Organisation und Kommunikation sowie als Vertreter der Verwaltung an.

Stadt beteuert: Persönliche Verbindungen spielen keine Rolle

Persönliche Verbindungen der Mitglieder des Krisenstabs zu Kaminsky oder auch zu Bieberle, die mehrere Mitarbeiter haben, hätten bei der Auswahl keine Rolle gespielt, so Bieberle. Auch nicht bei der früheren HA-Redakteurin Britta Hoffmann-Mumme, die von der Martin-Luther-Stiftung – an der die Stadt beteiligt ist – für das Thema „Alten- und Pflegeheime“ in den Krisenstab entsandt worden sei und entsprechend abgerechnet werde.

Eine Sondervergütung gibt es den Angaben zufolge für niemanden. Die Kosten aller externen Mitarbeiter des Krisenstabs betragen demnach rund 50 000 Euro netto – Stand 1. Mai 2020. Ein Schwerpunkt liegt eindeutig auf PR. Für die externe und interne Krisenkommunikation sitzen im Stab vier Kräfte, darunter die Vertreter der Agenturen Ballcom und digitalnaturals.

Frankfurter Krisenstab hat keine PR-Abteilung

In Frankfurt ist dies anders. Hier hat der Krisenstab keine PR-Leute aufgenommen, teilt das Büro von Stadtrat Markus Frank (CDU) auf Anfrage mit. Er ist als Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr zuständig. Die Kommunikation werde in der Regel von den Büromitarbeitern selbst übernommen. Nur bei einzelnen Projekten wie dem Aufbau einer Plattform für lokale Händler würden externe Agenturen beziehungsweise Kräfte als Unterstützer beauftragt.

Statt PR-Referenten bezieht der Frankfurter Krisenstab andere Akteure aus verschiedenen Bereichen ein: Neben OB Peter Feldmann (SPD), Bürgermeister Uwe Becker oder Wirtschaftsdezernent Frank (beide CDU) zählen beispielsweise Vertreter des DGB, der IHK und Handwerkskammer, der Tourismus + Congress GmbH Frankfurt am Main, der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zum Stab und entscheiden mit. In Hanau hingegen sitzen solche Experten nicht mit am Tisch.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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