Neue Station für Stadtpolizei

Hanau setzt auf Sicherheit

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Wenige Meter vom Marktplatz entfernt befindet sich die neue Stadtwache im Rathaus-Verwaltungsbau. 

Hanau - „Wir investieren in Sicherheit“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) über ein ganzes Paket an Maßnahmen. Von Christian Spindler 

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Dazu gehören als neue Elemente der Ausbau des Personals der Stadtpolizei, die Videoüberwachung in der Innenstadt und die neue Stadtwache am Marktplatz, die gestern vorgestellt wurde. Im Erdgeschoss des rechten Seitenflügels am Rathaus-Verwaltungsbau, in Büros, die zuvor von der städtischen Pressestelle genutzt wurden, ist ein Tresen eingebaut worden, etliche Meter weiter eine Sichtschutzscheibe. Dahinter sitzt die Einsatzleitung der Stadtpolizei und dort befinden sich die Monitore für die Videoüberwachung, die in wenigen Wochen auf dem Markt- und Freiheitsplatz in Betrieb gehen soll. Über der gläsernen Eingangstüre zur neuen Stadtwache prangt im Rathaus-Innenhof ein blaues Leuchtschild: Stadtpolizei

„Acht Monate sind von der Konzeption bis zur Fertigstellung der Stadtwache lediglich vergangen“, sagte OB Claus Kaminsky beim gestrigen Pressetermin, bei dem die enge Kooperation zwischen Stadt- und Landespolizei nicht nur durch die Anwesenheit von Polizeipräsident Roland Ullmann und vielen Führungskräften dokumentiert, sondern auch von allen Rednern betont wurde. Diese Zusammenarbeit manifestiert sich unter anderem im seit 2006 praktizierten „Hanauer Modell“ gemeinsamer Streifgen von Landes- und Stadtpolizei; und auch darin, dass Hanau 2017 als eine von vier hessischen Modellkommunen für das Projekt Kompass („Kommunales Programm Sicherheitssiegel“) ausgewählt wurde.

Neben den statistischen Zahlen, wonach die Sicherheitslage in Hanau aller Meldungen über Schlägereien oder Bluttaten in der Innenstadt zum Trotz insgesamt gut und die Zahl aller Delikte sogar um acht Prozent zurückgegangen ist, gelte es, auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen zu berücksichtigen, so OB Kaminsky. Das Sicherheitsgefühl der Bürger zu steigern, dazu soll zum einen die Stadtwache beitragen, zum anderen eine Personalaufstockung bei der Stadtpolizei. Zu den derzeit 17 Stellen kommen dieses Jahr sieben hinzu, 2019 weitere zwei. Durch interne Umorganisation komme man unterm Strich sogar auf 32 Stadtpolizei-Stellen, so Ordnungsamtschef Thorsten Wünschmann.

Zuletzt hatte die Stadt einem Vertrag mit einem privaten Unternehmen gekündigt, das Falschparkern nachspürte. Vier Kräfte waren hier im Einsatz. Diese Aufgabe soll die verstärkte Stadtpolizei, deren Mitarbeiter eine zweieinhalbjährige Ausbildung absolviert haben, in Eigenregie mit übernehmen. Zur neuen Stadtpolizei gehört auch ein weiblicher „Müllsheriff“. Die Mitarbeiterin hat kürzlich ihren Dienst aufgenommen.

Die Stadtwache im Rathaus ist montags bis samstags von 8.30 bis 20.30 Uhr geöffnet. Telefonisch ist sie unter 06181/295-1900 von 6.30 bis 22 Uhr erreichbar. Die Dienstzeiten der Stadtpolizei-Streifen gehen in der Regel bis 24 Uhr, heißt es.

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Zum Hanauer Sicherheitspaket gehören auch Schutzleute vor Ort. Landespolizist Kai Uwe Strauß wird in dieser Funktion ab sofort von der seit 2000 in Hanau tätigen Katja Uffelmann unterstützt. Zusammen mit Strauß fungiert sie als Ansprechpartnerin für die Bürger. Die Schutzleute vor Ort werden zwischenzeitlich auch in der Stadtwache präsent sein.

Während gestern Mittag der Pressetermin zur neuen Wache im Rathaus lief, waren Techniker auf dem Dach des Café Central am Marktplatz damit beschäftigt, Installationen für die Kameras der künftigen Videoüberwachung anzubringen. Nach einer Testphase sollen die Hochleistungs-Videoaugen auf Markt- und Freiheitsplatz „Ende April bis Anfang Mai“ in Betrieb gehen, kündigte Stadtrat Thomas Morlock (FDP) an.

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