Corona-Pandemie

So läuft es in Hanau mit den verschärften Corona-Regeln: Fragen an das Corona-Hygieneteam der Stadt

Kein frisch gezapftes Bier: Ab 23 Uhr darf wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen kein Alkohol ausgeschenkt werden.
+
Kein frisch gezapftes Bier: Ab 23 Uhr darf wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen kein Alkohol ausgeschenkt werden.

In Hanau gelten seit Montag strenge Corona-Regeln. Aber wie gut läuft es damit? Das Hygiene-Team der Stadt gibt Antworten.

Hanau – Seit Montag (19.10.2020) gelten im Main-Kinzig-Kreis neue Corona-Regeln, die auch die Gastronomie betreffen. Wir haben beim Hygiene-Team der Stadt Hanau um Uwe Niemeyer nachgefragt, wie die vorbeugenden Maßnahmen umgesetzt und deren Einhaltung gewährleistet werden soll.

Was genau hat sich durch die neuen Corona-Regeln in Hanau geändert?
Die zentrale Botschaft ist, dass wir alle gemeinsam besonders besonnen in den Herbst gehen müssen. Hatten wir zu Beginn der Corona-Pandemie noch die Aussicht auf den nahenden Sommer, stellen wir uns jetzt auf Herbst und Winter ein – also sind gerade jetzt für die Gastronomie Konzepte und Regeln für den vermehrten Aufenthalt in Innenräumen gefordert, um Gästen und Mitarbeitenden unbeschwerte Stunden zu ermöglichen. Konkret heißt das, dass bis 2. November eine Sperrzeit zwischen 23 und 6 Uhr für gastronomische Betriebe gilt.
Viele Gastronomen in Hanau haben zwar bereits den Hygiene-Check absolviert, welchen der Krisenstab der Stadt Hanau erarbeitet hat, und bieten auch dadurch für Gäste und Mitarbeitende ein hohes Maß an Sicherheit – aber die aktuelle Schutzmaßnahme ist hier ein deutliches Signal, dass zu vorgerückter Stunde etwa Abstandsregeln nicht mehr so eingehalten werden, wie es zur Eindämmung hilfreich wäre. Außerdem gelten in den Nachbarstädten wie Frankfurt und Offenbach diese Regeln wegen des gestiegenen Infektionsgeschehens bereits ein paar Tage länger.
Wie verhält es sich mit dem Hinterlegen von Kontaktdaten?
Neu ist, dass sich Gastwirtinnen und Wirte von Gästen den Pass oder Personalausweis zeigen lassen können – denn die Kontaktdatennachverfolgung ist wichtig. Leider kam es vor, dass falsche Angaben auf Gästelisten eben diese Nachverfolgung massiv erschwert haben. Diese, vom Land Hessen verordnete Regel, gilt übrigens auch für Friseure, Kosmetik- und Nagelstudios und andere ‚körpernahe Dienstleistungen’.
Welche Regelungen gelten für Zusammenkünfte?
Bis 2. November gelten zwei Verfügungen des Main-Kinzig-Kreises, die regeln, dass private Feiern in angemieteten Räumen – darunter zählen ebenfalls die gastronomischen Betriebe – bis zehn Personen erlaubt sind. In Sälen können Gremien-Sitzungen und Ähnliches bis 50 Personen stattfinden, wenn ein Hygienekonzept vorliegt und die Hygieneregeln eingehalten werden. Unter freiem Himmel sind diese Veranstaltungen für bis zu 100 Personen zugelassen. Eine besondere Maßnahme, die uns helfen soll, gerade jetzt den Ausnahme-Alltag im dynamischen Pandemie-Prozess gut zu überstehen ist, dass überall dort Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss, wo Menschen dichter oder auch länger zusammenkommen.
Diese Pflicht gilt insbesondere auf stark frequentierten Plätzen wie Fußgängerzonen, Marktplätzen, aber auch in allen öffentlichen Gebäuden, etwa in Fahrstühlen, Kantinen und Eingangsbereichen von Hochhäusern. Das Virus kennt keine Uhrzeit – daher gilt, dass wenn man aus einer Gaststätte kommt, auch wieder in den genannten Bereichen den Mund-Nasen-Schutz tragen muss. Jeder, der den Schutz trägt, trägt Verantwortung für sich und seine Mitmenschen.
Sind von den Einschränkungen auch Einrichtungen wie zum Beispiel Tankstellen oder Kioske betroffen?
Bis 2. November gilt, dass Tankstellen, Kioske, Supermärkte, Einzelhandelsgeschäfte und ähnliche Verkaufsstellen zwischen 23 und 6 Uhr keinen Alkohol ausschenken, verkaufen, weitergeben dürfen.
Wie wird die Einhaltung dieser neuen Regeln in der Stadt Hanau kontrolliert?
Ein sehr wichtiger Baustein vor der Kontrolle ist die Aufklärung. Die Gastronomen schreiben wir an, auch sind wir und die Stadtpolizei direkt in möglichst vielen Betrieben und erklären die aktuellen Regelungen. Richtig und wichtig ist weiterhin, dass die gemeinsamen Streifen nicht nur zur Aufklärung und Kontrolle unterwegs sind, sondern bei Verstößen auch Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten und diese Fälle an den zuständigen Main-Kinzig-Kreis abgeben. Wir bekommen Hinweise aus der Bevölkerung, denen wir nachgehen und in den kommenden Tagen werden wir, unterstützt durch zusätzliche Security-Kräfte, noch häufiger unterwegs sein.
Wird für den vorläufigen Zeitraum der neuen Regeln zusätzliches Personal eingestellt?
Der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger steht an oberster Stelle. Natürlich hilft Eigenverantwortung, aber auch die Aufklärung und Kontrolle der Maßnahmen. Daher werden zusätzliche Security-Kräfte eingesetzt. Die Beauftragung wird für einige Monate gelten. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch die Stadt eingewiesen und geschult.
Was erwartet diejenigen, die gegen die Regeln verstoßen?
Die Regelbußgelder, wie durch das Land Hessen kommuniziert, gelten auch weiterhin. Die Verfahren werden durch das Gesundheitsamt beim Main-Kinzig-Kreis geführt und dort werden in jedem Einzelfall orientiert an den Regelbußgeldern die jeweiligen Strafen festgesetzt. bac/kb

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare