Vorkaufssatzung für Großauheim beschlossen

Stadt Hanau will Hauptstraße retten: Trendumkehr nicht erreicht

Der Hanauer Magistrat möchte an Investitionen für 2021 festhalten.
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Die Vorkaufssatzung für Großauheim ist vom Magistrat beschlossen worden

Mit dem Ziel, in der Hauptstraße von Großauheim eine langfristige und nachhaltige städtebauliche Entwicklung sicherzustellen, hat der Hanauer Magistrat am Montag mit zwei Beschlüssen wichtige Meilensteine gesetzt. Dabei sollen laut Mitteilung in einem ersten Schritt im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge geklärt werden. Mit einer Vorkaufssatzung verschafft sich die Stadt den notwendigen Handlungsspielraum, um auf die vielfältigen Herausforderungen in der Einkaufsstraße reagieren zu können.

Großauheim – „Es gilt, die Funktion als Versorgungszentrum wiederherzustellen und einen attraktiven Stadtraum zu schaffen“, fasst Oberbürgermeister Claus Kaminsky laut Mitteilung die Zielsetzung der beiden Vorlagen zusammen. Mit der Vorkaufssatzung soll darüber hinaus auf die Eigentümerstruktur und die Belegungen in der Großauheimer Hauptstraße Einfluss genommen werden. Denn die aktuelle Entwicklung zeige, dass durch Grundstückstransaktionen in der Hauptstraße und daraus resultierende Nutzungsänderungen die Umsetzung der angestrebten städtebaulichen Ziele gefährdet sein könnten. Durch die Ausübung von Vorkaufsrechten könne eine die städtebaulichen Ziele gefährdende Änderung der Eigentümerstruktur und der damit verbundenen weiteren städtebaulich problematischen Verwendung von Immobilien verhindert werden. „Nur so wird es uns gelingen, die Handels- und Dienstleistungsstruktur sowie die ortstypische Struktur der Wohnbevölkerung zu erhalten und zu stärken.“ Nach ihrer Beschlussfassung im Magistrat werden beide Vorhaben in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 14. Dezember abschließend beraten.

Ein vor Jahren beschlossenes 20-Punkte-Programm für Großauheim sollte unter anderem auch die Situation in der Hauptstraße verbessern. „Leider haben die ergriffenen Maßnahmen und die sichtbaren Veränderungen im Bereich Hauptstraße nicht die erhoffte Trendumkehr gebracht“, so der OB laut Mitteilung. Die Stadt hat sich nach seinen Worten deshalb entschieden, jetzt weitere städtebauliche Maßnahmen zu ergreifen, um die besondere städtebauliche Struktur und Nutzungsmischung in der Hauptstraße zu fördern und zu erhalten. Das Spektrum der baurechtlichen Möglichkeiten reicht dabei von der Aufstellung qualifizierter Bebauungspläne für Teilbereiche über Sanierungssatzungen und Erhaltungssatzungen bis hin zu konkreten Stadtumbaumaßnahmen. „Um zu überprüfen, welche der in Frage kommenden Instrumente in der Hauptstraße in Großauheim angewendet werden sollten, bedarf es einer städtebaulichen Voruntersuchung, die wir nun angestoßen haben.“

Neue Chancen eröffnen sich nach den Worten des OB auch mit der Entstehung des neuen Quartiers „Bautz“ im Westen Großauheims. Für die Hauptstraße entstehe hier ein neues Potenzial von bis zu 5000 neuen Bürgern, hofft Kaminsky auf belebende Impulse für den ganzen Stadtteil. Dies gelte es für Großauheim zu nutzen und die städtebauliche Entwicklung des Bereichs Hauptstraße voranzubringen. Als ein konkretes Beispiel benennt er die Ecke Bahnhofstraße/Hauptstraße, die die Eingangssituation zur Hauptstraße von Westen kommend bildet. Im Moment präsentiere sich die Gesamtsituation an dieser Stelle wenig einladend und werde der Bedeutung der Hauptstraße als Versorgungszentrum in keiner Weise gerecht. Hier könnte jedoch das neu entstehende Quartier des Bautz-Geländes als Katalysator für die weitere Entwicklung dienen.  cd

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