Programm steht / Einsparungen bei Bühnenumbau und Besetzung

Tickets für Brüder Grimm Festspiele in Hanau werden nächstes Jahr teurer

Mit den letzten Vorstellungen des Musicals „Das tapfere Schneiderlein“ geht an diesem Wochenende die aktuelle Saison der Brüder-Grimm-Festspiele zu Ende.
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Mit den letzten Vorstellungen des Musicals „Das tapfere Schneiderlein“ geht an diesem Wochenende die aktuelle Saison der Brüder-Grimm-Festspiele zu Ende.

„Festspielintendant Frank-Lorenz Engel und ich haben hart gerungen“, erklärte gestern Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) auf die Frage unserer Zeitung nach der angekündigten Entscheidung zu eventuellen Einschnitten bei den Brüder-Grimm-Festspielen in der nächsten Saison. Von unvermeidbaren Einsparungen hatte er nach der Verleihung des Darstellerpreises gesprochen (wir berichteten).

Hanau - Der städtische Zuschuss (375 000 Euro) bleibt zwar konstant. Die Stadt ist jedoch erhöhten finanziellen Belastungen durch die Pandemie ausgesetzt, sodass eine Erhöhung des Zuschusses nicht möglich ist. Dies bedeutet für die Festspiele, dass „zu erwartende Kostensteigerungen“ abgefangen werden müssen.

Während der OB die Zahl der zu spielenden Stücke auf drei verringern wollte, habe Intendant Engel zu bedenken gegeben, dass sich dadurch auch die Einnahmeseite kräftig reduziere. Somit bleibt es bei vier Stücken. Und da man bei der Qualität der Inszenierungen auf keinen Fall nachlassen will, werden sich die Bürger wohl auf jeden Fall auf Erhöhungen bei den Ticketpreisen einstellen müssen. Wie diese Erhöhungen aussehen könnten, werde bis zum Vorverkauf festgelegt, so der OB weiter. Gemeinsam mit Engel verständigte er sich gestern Mittag darauf, dass mehr Doppelbesetzungen stattfinden sollten. Angedacht ist auch, den Spielplan so zu gestalten, dass weniger Bühnenumbauten nötig werden. „So lassen sich schon beachtliche fünfstellige Beträge einsparen“, erklärte der OB.

Wieder vier Inszenierungen geplant

Der Eintritt für Schulvorstellungen werde nicht angetastet, betonte Kaminsky, auch wenn der Preis schon seit rund 20 Jahren unverändert sei: „Das wäre das falsche Signal!“ Beibehalten werden auch der im Ticket enthaltene kostenlose Eintritt ins Museum „Grimms Märchenreich“ sowie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Rhein-Main-Verkehrsverbund am Anreisetag.

Kurz vor dem Abschluss der aktuellen Saison haben Kaminsky und Intendant Engel auch das Programm für die 38. Spielzeit der Brüder-Grimm-Festspiele bekannt gegeben, die 2022 wieder zum Regeltermin (13. Mai bis 31. Juli) im Amphitheater von Schloss Philippsruhe über die Bühne gehen sollen. Geplant sind folgende vier Inszenierungen: „Drosselbart“, „Brüderchen und Schwesterchen“, Aladin und die Wunderlampe“ und „Ein Sommernachtstraum“.

„Die Rückkehr zum erprobten Konzept setzt auch ein Zeichen, dass wir dem kommenden Sommer optimistisch entgegensehen“, betont Kaminsky. Auch wenn die Pandemie noch nicht beendet sei, geben sich die Verantwortlichen vorsichtig optimistisch, in der nächsten Saison wieder bei voller Auslastung im Amphitheater spielen zu können. Seit 1985 gibt es die Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau. 2020 hatte das Coronavirus dafür gesorgt, dass sie erstmals in ihrer Geschichte ausfallen mussten. In diesem Jahr war die Saison verschoben worden, außerdem sind die Plätze im Amphitheater reduziert, um die Abstandsregeln einhalten zu können. „Wir sind glücklich, dass wir nach der einjährigen Pause unser Publikum wieder unterhalten dürfen und dabei eine anhaltend hohe, ja sogar wachsende künstlerische Qualität bieten konnten“, freut sich Frank-Lorenz Engel.

Eröffnung traditionell mit Musical

Die 38. Spielzeit wird ganz traditionell mit einem Musical eröffnet: Diesmal ist „Drosselbart!“ nach dem Märchen von König Drosselbart auf der Bühne des Amphitheaters zu sehen. Professor Peter Lund (Libretto und Liedtexte) und Wolfgang Böhmer (Komposition) sind mit der Umsetzung des Märchenstoffes. Peter Lund ist mehrfacher Gewinner des Deutschen Musicaltheaterpreises, sowohl in der Kategorie bestes Musical als auch in den Kategorien bestes Buch, beste Liedtexte und beste Regie. Auch Wolfgang Böhmer ist Preisträger für die beste Komposition.

In der Saison 2022 steht neben dem Musical auch noch „Brüderchen und Schwesterchen“ als Familienstück mit Musik auf dem Spielplan. Das Stück entwickelt Lukas Nimschek (Komposition), bekannt als Sänger der Band „Deine Freunde“ und Juror bei der Casting-Show „The Voice Kids“, zusammen mit Franziska Kuropka (Liedtexte und Buch). Beide gemeinsam haben schon mehrfach Uraufführungen in Braunschweig und Hamburg auf die Bühne gebracht.

Auch Shakespeare dabei

Zusätzlich zeigen die Festspiele das Schauspiel „Aladin und die Wunderlampe“. Das Buch schreibt Intendant Engel. „Nachdem wir in diesem Jahr die Dramatisierung einer Grimm’schen Sage auf dem Spielplan hatten, ist es spannend, den berühmten Stoff aus der orientalischen Märchensammlung zu beleuchten.“ Das Motiv des dienstbaren Geistes aus „1001 Nacht“ finde sich bei den Brüdern Grimm im Märchen „Das blaue Licht“.

Ergänzt wird das Programm mit „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare in der Übersetzung des Grimm-Zeitgenossen August Wilhelm von Schlegel. Regie führt der stellvertretende künstlerische Leiter der Festspiele, Jan Radermacher.  ju/kd

Infos im Internet

festspiele.hanau.de

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