Erfinder der „Familie Kleinschmidt“ verstarb im Alter von 90 Jahren

Trauer um Kabarettist Rainer Bange

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Bei der IGHA-Ausstellung trat Rainer Bange letztmals öffentlich auf. Er verstarb im Alter von 90 Jahren.

Hanau – Erst vor wenigen Wochen ehrte ihn die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) anlässlich seines 90. Geburtstages mit einer Ausstellung in der Reihe „. . . geprägt in Hanau“ im Kulturforum am Freiheitsplatz.

Nun ist der Kabarettist, Autor und Schauspieler Rainer Bange tot. Er verstarb nach Angaben seiner Familie am vergangenen Montag im Martin-Luther-Stift, wo der 90-Jährige zuletzt lebte.

Rainer Bange war zu seiner Zeit einer der bekanntesten Kulturschaffenden aus Hanau. Der gelernte Architekt hatte 1995 seinen Erstberuf endgültig „wegen Behördenallergie“, wie er selbst sagte, an den Nagel gehängt und sich fortan ausschließlich seiner Leidenschaft für die Bühne und das Schreiben gewidmet. Aus der Feder von Rainer Bange stammen unter anderem die Sketche der „Familie Kleinschmidt“, einem hessischen Familienclan, der mit sich und den Tücken des Alltags zu kämpfen hatte.

Im eigenen Keller produzierte Rainer Bange die Sketche mit sich selbst in der Hauptrolle und in allen Nebenrollen, die zunächst im Hessischen Rundfunk zu hören waren und sich dort rasch einer großen Fangemeinde erfreuten. Später wurden die Geschichten um „die Kleinschmidts“ auch fürs Fernsehen adaptiert, was Rainer Bange eine noch größere Popularität einbrachte, über die Grenzen des Bundeslandes hinaus. Er bekam eigene Hörfunk- und Fernsehsendungen wie „Nur keine Bange“ oder „Bange machen gilt nicht“. Dazwischen war er häufiger Gast auf vielen Bühnen in der Rhein-Main-Region.

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In einer Würdigung bezeichnete Richard Schaffer-Hartmann, ehemaliger Leiter der Hanauer Museenverwaltung, Bange im Rahmen der IGHA-Ausstellung als „Loriot Hessens“. Auch die Brüder-Grimm-Stadt Hanau würdigte das kulturelle Schaffen von Rainer Bange bereits 1998 mit der Verleihung der August-Gaul-Plakette. (did)

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