Im Alter von 77 Jahren verstorben

Hanau trauert um Klaus Remer

+
Verstarb im Alter von 77 Jahren: Klaus Remer

Hanau - Mit seinem Namen ist der Aufstieg Hanaus zu einer kulturellen Hochburg im Rhein-Main-Gebiet eng verbunden. Von Dirk Iding 

Klaus Remer, von 1985 bis 1999 Kulturdezernent der Stadt Hanau und zuletzt deren ehrenamtlicher Kulturbeauftragter, ist im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Noch kurz vor seinem Tod war Remer für seine vielfachen Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck würdigten den Verstorbenen: „Er hat mehr als 30 Jahre lang Kultur in Hanau gestaltet. “.

Dabei begann das kommunalpolitische Engagement des ehemaligen Lehrers an der Karl-Rehbein-Schule schon viel früher: 1964 zog er für die Sozialdemokraten in die Stadtverordnetenversammlung ein, leitete von 1968 bis Juli 1985 sage und schreibe 27 Jahre lang die Fraktion und wurde dann zum hauptamtlichen Stadtrat gewählt, zuständig für die Bereiche Kultur, Schulen, Soziales, Jugend und Sport.

Sicherlich die für ihn größte Enttäuschung war im November 1999 seine Abwahl als Stadtrat, die auch von seinen Sozialdemokraten unterstützt wurde. Eine Entscheidung, die auf allen Seiten Wunden hinterließ.

Kurze Zeit später trat Remer in die Freie Wählergemeinschaft „Bürger für Hanau“ ein, in deren Vorstand er bis 2010 mitwirkte. Remer war 2006 maßgeblich am Zustandekommen der „Kleeblatt-Koalition“ aus SPD, Grünen, BfH und FDP beteiligt und wurde schließlich von der Stadtverordnetenversammlung zum ehrenamtlichen Kulturbeauftragten gewählt. Damit sah sich der ehemalige Kulturdezernent ein Stück weit rehabilitiert für die von ihm stets als ungerechtfertigt empfundene Abwahl als Stadtrat.

Trauern und kondolieren

Remers Verdienste insbesondere um die Kultur in Hanau sind unbestritten: Als Stichworte sind die Ausstellungprojekte „200 Jahre Brüder Grimm“ (1985/86), „400 Jahre Neustadtgründung“ (1997), „150 Jahre Revolution und Turnerbewegung“ (1998) oder „1200 Jahre Buchen“ (1998) zu nennen. Remer prägte entscheidend die Brüder-Grimm-Festspiele, rief den Hanauer Skulpturenpark ins Leben, engagierte sich in etlichen kulturtreibenden Vereinen, in Stiftungen der Sparkasse Hanau, trieb den Bau eines „Hanauer Theater- und Kulturzentrums“ voran, woraus der Congress Park Hanau hervorging, setzte sich für die Jugendkunstschule Hanau ein und engagierte sich nicht zuletzt mit ganzem Herzen im von ihm 1992 mit gegründeten Partnerschaftsverein „Freundschaft mit Jaroslawl“, dessen Vorsitzender er seit 2001 war. Bereits 2002 wurde er für dieses hier nur bruchstückhaft aufgeführte Engagement mit der August-Gaul-Plakette der Stadt Hanau ausgezeichnet.

„Mit Klaus Remer verliert Hanau eine seiner bedeutensten Persönlichkeiten der Nachkriegszeit“, sind sich Kaminsky und Funck einig. Im Rathaus-Eingangsbereich hat die Stadt ein Kondolenzbuch ausgelegt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion