Hanau trauert um eine engagierte Persönlichkeit: Henrik Lotz ist tot - Ruderwelt nimmt Abschied

Henrik Lotz von der Hanauer Rudergesellschaft vor einem Ruderboot
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Leidenschaft Rudern: Jahrzehntelang engagierte sich Henrik Lotz für den Wassersport, unter anderem 17 Jahre lang als Vorsitzender der Hanauer Rudergesellschaft. Am 8. Juli ist Lotz im Alter von 90 Jahren gestorben.

Hanau – Trauer um eine engagierte Hanauer Persönlichkeit: Wie die Hanauer Rudergesellschaft (HRG) 1879 mitteilt, ist ihr Ehrenvorsitzender Henrik Lotz am 8. Juli im Alter von 90 Jahren gestorben.

Auch der Deutsche Ruderverband (DRV) trauert um Lotz, der zwölf Jahre lang Vorsitzender des Verbandes war und anschließend zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Henrik Lotz wurde am 4. August 1929 in Hämeenlinna in Südfinnland geboren und kam als Dreijähriger nach Hanau. 1945 kam er als Wehrmachtsangehöriger in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Abitur 1948 studierte er an der Goethe-Universität in Frankfurt Jura und trat nach dem Studium 1953 als kaufmännischer Volontär bei der Dunlop AG ein.

Henrik Lotz macht Karriere bei der Dunlop AG in Hanau

Dort machte Lotz Karriere: unter anderem als Reisevertreter und Bezirksvertreter für Dunlopillo, 1967 als Verkaufsleiter für das Dunlop-Reifen-Ersatzgeschäft, ein Jahr später als Verkaufsleiter Inland der Division Dunloplan, dann als deren Prokurist und 1973 schließlich Geschäftsführer, wurde Lotz 1977 zum Titular-Direktor der Dunlop AG berufen. 1978 wurde er Vorstandsmitglied der Dunlop AG und deren Arbeitsdirektor, und von 1985 an bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand führte Lotz schließlich den Weltkonzern als Vorsitzender der Geschäftsführung.

Lotz war 17 Jahre lang Vorsitzender der Hanauer Rudergesellschaft

Seine sportliche Leidenschaft galt früh dem Rudern: Mit 14 Jahren begann die Liebe zum Rudersport, zuerst als Schülerruderer, dann als Jugendleiter, Sportleiter, zweiter Vorsitzender und von 1964 bis 1981 als Vorsitzender der HRG. Dabei setzte Lotz in seinem Verein Schwerpunkte bei der Einführung des Jungen- und Mädchenruderns, wie der Deutsche Ruderverband in seinem Nachruf auf den Verstorbenen würdigt.

Darüber hinaus widmete sich Lotz bei der Rudergesellschaft dem Aufbau des Wander- und Altherrenruderns, der Verdoppelung des Bootsparks und der Erschließung von Finanzierungsquellen.

Henrik Lotz aus Hanau in verschiedenen Verbänden engagiert

Neben seinem Engagement in seinem Heimatverein HRG und im Deutschen Ruderverband fungierte Lotz auch als Vorsitzender in der Rudervereinigung Mittelmain und als Vorstandsmitglied im Hessischen Ruderverband. In seine Zeit als Vorsitzender des DRV fiel unter anderem die Ausrichtung der Ruder-Weltmeisterschaften 1983 in Duisburg und der Junioren-WM 1987 in Köln.

Auch außerhalb des DRV schätze man Henrik Lotz und seine Meinungen, wie der Ruderverband in seinem Nachruf schreibt. Seit 1980 gehörte er der gemeinsamen Medienkommission von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) an und er war Sprecher der im sogenannten „32er-Fernsehvertrag“ zusammengeschlossenen Verbände.

Hanau: Henrik Lotz auch in der Trainerakadamie aktiv

Im Rahmen seines überfachlichen sportlichen Engagements engagierte sich Lotz darüber hinaus laut DRV ab 1992 für viele Jahre als Vorsitzender des Vereins Trainerakademie Köln des DSB und ab 1993 auch lange Zeit als Vorsitzender des Trägervereins der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte (FES) in Berlin und des Instituts für angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig.

Im August des vergangenen Jahres widmete unsere Zeitung Henrik Lotz anlässlich seines 90. Geburtstages einen großen Artikel. Damals sagte er: „Ich habe meinen Teil im Beruf und im Sport geschafft, in Hanau und anderswo. Darauf bin ich stolz, und ich bin mit meinem Leben zufrieden.“ Am 4. August wäre Henrik Lotz 91 Jahre alt geworden. das

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