Knöllchen-Abend mit Jethro Tull

Hanau: Angespannte Parkplatz-Situation macht Konzertbesucher sauer

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Das Hanauer Amphitheater zählt zu den stimmungsvollsten Spielstätten in der Region.

Herr O. ist sauer. Sauer, weil er von der Stadtpolizei ein Knöllchen bekommen hat fürs Falschparken an der Landstraße während des Konzerts der Gruppe Jethro Tull im Amphitheater.

Hanau – Das Auto stand, wie etliche andere auch, im absoluten Halteverbot, da gibt es kein Vertun. Nur: Wo parken bei solchen Großveranstaltungen, wenn die Stellplätze hinten und vorne nicht ausreichen?, fragt O. und argwöhnt, dass die Stadt an solchen Abenden gezielt Falschparkern nachspürt und Abzocke betreibt.

Dem widerspricht man im Rathaus entschieden. „Die Stadtpolizei ist in solchen Fällen nur vor Ort, wenn sie gerufen wird“, so Joachim Haas-Feldmann von der städtischen Pressestelle auf Anfrage; etwa, wenn jemand Parkverstöße meldet wie an besagtem Abend. Offenbar ein Einzelfall. Ansonsten seien bei der Stadt in dieser Amphitheater-Saison „keine Beschwerden von Konzertbesuchern oder Anwohnern“ bekannt. Auch Alexander Manitz von Shooter Promotion, dem Veranstalter der rund 30 Konzertsommer-Abende im Amphitheater, sagt: „Es gibt lärmtechnisch und knöllchentechnisch null Beschwerden.“

Parkplatz-Situation mitunter schwierig

Gleichwohl bleibt die Parkplatz-Situation am Amphitheater mitunter schwierig. Direkt an der besonderen Spielstätte mit dem weißen Kuppeldach stehen rund 500 Stellplätze am Mainufer zur Verfügung, zusätzlich einige an der Zufahrt und an der Orangerie. Bei bestuhlten Aufführungen der Brüder-Grimm-Festspiele und dem Gros der Konzertsommer-Veranstaltungen mit bis zu 1300 Sitzplätzen ist das meist ausreichend. Probleme gibt es indes bei unbestuhlten Großveranstaltungen, die mit bis zu 2800 Zuschauern zu den erfolgreichsten gehören, wie in dieser Saison etwa die Konzerte von BAP oder Jethro Tull.

„Die Parkplatz-Situation ist dann ungenügend“, sagt Alexander Manitz, das sei unübersehbar. Eine konkrete Beschilderung, wohin Konzertbesucher ausweichen sollen, wenn der große Amphitheater-Parkplatz voll und die Zufahrt gesperrt ist, gibt es nach Auskunft der Stadt nicht, „lediglich die Empfehlung, legale Parkflächen in Burgallee, Landstraße, Karlsbader Straße, Kirchhofstraße usw. im näheren Umfeld des Schlosses Philippsruhe“ zu nutzen.

Bis 2013 gab es bei Großveranstaltungen eine Zeit lang einen Shuttle-Service, den die städtischen Verkehrsbetriebe HSB vom Bahnhof Wilhelmsbad aus zum Amphitheater angeboten haben. Er wurde wieder eingestellt – mangels Akzeptanz und Nutzung. Außerdem wurden vor Jahren zwischenzeitlich Besucher zum Parken auf Stellplätze im Gewerbegebiet im benachbarten Dörnigheim verwiesen. Auch das ist längst passé.

„Die Anbindung ist nicht gut“

Zwar beinhalten Karten für Amphitheater-Konzerte kostenlose Fahrten mit dem RMV. Genutzt wird das offenbar wenig. Das Amphitheater mit öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen, sei vor allem für auswärtige Besucher umständlich, so Alexander Manitz. „Die Anbindung ist nicht gut.“ Gleichwohl macht man sich bei Shooter Gedanken zur Parkplatz-Situation. Gestern war das Thema bei einer Besprechung. Manitz: „Wir wollen es den Konzertbesuchern schließlich auch vorher und nachher so angenehm wie möglich machen.“ Man überlege, wie man den Besucherverkehr besser lenken könne, heißt es.

Zwar finden in dieser Saison nur noch wenige unbestuhlte Konzerte statt. Aber bei den Veranstaltungen mit der Mittelalter-Rock-Band In Extremo am 23. August oder den drei Konzerten mit dem Schlager-Kultstar Dieter-Thomas Kuhn vom 12. bis 14. September stellt sich das Problem wieder.

Der Hanauer Konzertsommer im Amphitheater geht noch bis Ende September.

Christian Spindler

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