Abwasch mit Ball

Viele Corona-Beschränkungen für den Kicker-Nachwuchs

Technikübungen stehen auch bei den Klein-Auheimer FCA-Jungkickern im Mittelpunkt.
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Technikübungen stehen auch bei den Klein-Auheimer FCA-Jungkickern im Mittelpunkt.

Von wegen Fußballspielen, einfach so. Beim vor Kurzem wieder gestarteten Fußballtraining des Nachwuchses ist viel zu beachten. Training in Corona-Zeiten ist Training und mit besonderen Regeln.

Hanau – Mitte Mai hat der SVG Steinheim sein Hygienekonzept ausgearbeitet, berichtet Jugendleiter Norbert Mohn. Bevor es auf dem Gelände am Pfaffenbrunnen losgeht, müssen die Nachwuchskicker in die „Desinfektionszentrale“, die in der Behindertentoilette eingerichtet wurde. Händewaschen ist angesagt. „Und jeder muss sein eigenes Leibchen anhaben, das muss nach jedem Training zuhause gewaschen werden“, sagt Mohn. Bälle, Stangen oder Hütchen bringt der Trainer mit. Sie werden zuvor von ihm daheim gründlich mit Seifenlauge abgewaschen. Ähnlich ist es beim FC Alemannia Klein-Auheim. „Handshakes und Umarmungen sind tabu“, so Jugendleiter Heiko Rausch.

Seit 22. Juni dürfen beim SVG auch die jüngsten Kicker, die G-Jugend-Bambini, wieder auf den Platz. Aber es ist nur kontaktfreies Üben mit dem Ball erlaubt: Torschuss, Doppelpass, Slalom. Richtig gespielt wird nicht.

„Wir haben noch keinen wirklichen Trainingsbetrieb. In allen Altersklassen trainieren wir noch ein-, zweimal, dann verabschieden wir die Kids in die Sommerpause“, sagt Heiko Rausch von der Auheimer Alemannia.

Beim SVG Steinheim durften Anfang Juni die D-Junioren (10 bis 12 Jahre) als erste wieder zum Training. Eine Woche später ging es für die E-Jugend (8 bis 10) los. „Wir haben wochenweise geöffnet, dann auch für die F-Jugend“, sagt Mohn. Trainiert wird am Pfaffenbrunnen „sechs Tage in der Woche, auch am Sonntagmorgen.“ 100 fußballbegeisterte Kinder von 5 bis 12 Jahren hat der SVG in seinen Reihen. Mohn: „Im Sommer 2021 wollen wir wieder eine C-Jugend in den Spielbetrieb entsenden.“

Geübt wird derzeit getrennt auf je einer Sportplatzhälfte. Während die 5- und 6-Jährigen zu Fünft trainiert werden, darf ein Trainer ab der F-Jugend bis zu zehn Kinder anleiten. Seit 18. Juni ist auch „Fünf gegen Fünf“ wieder erlaubt, außerdem Zweikämpfe um den Ball, so Mohn. „Die Kinder sollen aber noch keine Kopfbälle machen und den Ball auch nicht anfassen.“ „Zudem müssen sie in voller Trainingsmontur auf den Sportplatz kommen“, berichtet FCA-Kollege Rausch. Die Kabinen bleiben geschlossen.

Streng sind die Auflagen, unter denen derzeit das Training der Nachwuchsfußballer stattfindet wie hier beim Steinheimer SVG auf dem Sportgelände am Pfaffenbrunnen. 

Ebenso wie beim SVG Steinheim, dürfen beim FCA höchstens 20 Kinder auf den Sportplatz. Und: „Eltern dürfen derzeit gar nicht auf das Sportgelände kommen“, sagt Rausch. Bei „seiner“ Alemannia spielen 175 Kinder und Jugendliche von 4 bis 16 Jahren bei den Bambinis sowie in G-, F-, E-, D- und drei C-Jugendteams. Rausch: „Ab der Saison 2020/21 haben wir auch wieder eine B-Jugendmannschaft.“

Bei den Vereinen kommen viele Kinder im Alter von sechs bis zehn zum Training. „Viele spielen neben Fußball auch Handball, Tennis oder machen Judo“, weiß Mohn. Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule entscheide sich der sportliche Weg. Mohn: „Oft fordern Eltern ihre Kinder auf, sich für eine Sportart zu entscheiden - wegen der schulischen Belastung.“ Die Jungkicker sind übrigens auch auf ganz besondere Weise gefragt: Scouts von größeren Vereinen sind laut Norbert Mohn manchmal schon bei E-Jugend-Spitzenspielen zugegen: „2018 spielte unsere E-Jugend gegen Wiking Offenbach. Auf dem Sportplatz waren Scouts von Eintracht Frankfurt, SV Darmstadt 98, dem FSV Frankfurt, dem FC Erlensee und der SG Rosenhöhe.“ VON HOLGER HACKENDAHL

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