Neuen Standort gefunden

Waldorfschule Hanau zieht im Sommer an den Hessen-Homburg-Platz

Neues Zuhause: Die Waldorfschule Hanau will im Sommer in dieses Gebäude am Hessen-Homburg-Platz ziehen.
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Neues Zuhause: Die Waldorfschule Hanau will im Sommer in dieses Gebäude am Hessen-Homburg-Platz ziehen.

Die Freie Waldorfschule Hanau hat ein neues Zuhause gefunden: Die Einrichtung, die derzeit in einem nicht mehr genutzten Gebäude der Tümpelgartenschule im Lamboy untergebracht ist, wird im Sommer in ein neu saniertes, historisches Gebäude am Hessen-Homburg-Platz ziehen. Darüber informierte die Schule kürzlich in einer Mitteilung. Damit sind die Pläne für einen eigenen Neubau zu den Akten gelegt.

Hanau – Lange hatte die Initiative für eine Waldorfschule in Hanau nach einem geeigneten und vor allem finanzierbaren Standort gesucht (unsere Zeitung berichtete mehrfach). Dass die Ideengeber an ihrem ambitionierten Ziel, bereits zum Schuljahr 2020/2021 zu starten, festhalten konnten, war unter anderem einer Kooperation mit der Stadt Hanau zu verdanken, die nicht mehr genutzte Räume in einem Gebäude der Tümpelgartenschule am Akazienweg zur Verfügung stellte. Dieser Standort galt von Beginn an nur als Übergangslösung, die durch einen Neubau in einem Mischgebiet in Wolfgang abgelöst werden sollte. Doch der Neubau „wäre so nicht finanzierbar gewesen“, wie Dietrich Roediger, Geschäftsführer der Vereinigung der Waldorfkindergärten Region Hessen, im Gespräch mit unserer Zeitung klarstellt. Auch die logistische Anbindung wäre zu einem Problem geworden, zudem wäre die Lage in einem Mischgebiet mit Lärm und einer nahegelegenen Bahnstrecke nicht optimal gewesen.

Am neuen Standort gibt es bereits gute Schul-Infrastruktur

Für den Hessen-Homburg-Platz spreche, dass die Schul-infrastruktur bereits vorhanden – dort ist das Schulzentrum Hessen-Homburg angesiedelt – und damit die Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Personennahverkehr gut gegeben sei.

Direkt vor dem Gebäude befindet sich eine Bushaltestelle für mehrere Stadtbuslinien. Auch ein Fahrradweg ist vorhanden. Zudem sei die Schule durch den neuen Standort sehr gut über die A66 erreichbar – der Verein will auch Eltern außerhalb von Hanau mit seinem Angebot ansprechen. Daher sei die Standortwahl „die sinnvollste Lösung“, so Roediger.

Perspektivisch soll es auch einen gymnasialen Bildungsgang geben

Das zweigeschossige Gebäude (plus Dachgeschoss) mit der Hausnummer 4 gehört einer Privatperson, der Mietvertrag läuft laut Roediger über zehn Jahre. Die Waldorfschule wird zunächst für ihre drei Klassen ein Geschoss nutzen. Wie bereits im Vorjahr berichtet, will die Waldorf-Initiative perspektivisch auch einen gymnasialen Bildungsgang anbieten.

Die Eltern des Waldorfschul- und Kindergartenvereins Hanau haben laut der Mitteilung einen Baukreis gebildet, der mit Hilfe eines Architekten den Umbau vorbereiten und umsetzen wird. Geplant sei, dass die Schule hier die Klassenräume für die Jahrgangsstufen eins bis neun unterbringt sowie die waldorftypischen Handwerks-, Handarbeits- und Kunsträume. „Die Räume sollen hell und freundlich gestaltet werden und den Kindern eine entwicklungsgerechte Umgebung bieten“, erklärt Roediger, der optimistisch ist, dass der Umbau bis zum Beginn des neuen Schuljahres 2021/22 vollendet sein wird. Der Bauantrag werde in Kürze eingereicht, so Roediger gegenüber dem HA.

Jedes Jahr soll eine neue Klasse hinzukommen

Die Freie Waldorfschule Hanau wurde im Sommer 2018 von einer Elterninitiative gegründet. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, für die Bildung und die Zukunft ihrer Kinder eine staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft zu gründen, die nach Vorbild der Anthroposophie den Unterricht aufnehmen sollte. Seit dem Schuljahr 2020/21 wird in Räumlichkeiten der Tümpelgartenschule unterrichtet. Unterrichtet werden an der jungen Schule Fächer wie Mathematik, Sachkunde und Deutsch in Epochen. Zudem werden in den Fachstunden bereits ab der ersten Klasse die Fächer Musik, Handarbeit, Englisch, Spanisch, Sport, Eurythmie und Naturkunde vermittelt.

Die Freie Waldorfschule Hanau will von der ersten Klasse bis zum Abitur ein umfassendes Angebot an alle Schüler richten. Fächer wie Biologie, Physik, Geschichte und Chemie werden ab der Mittel- und Oberstufe ebenso auf dem Lehrplan stehen wie Werken, Schmieden, Gartenbau und Kunst. Den Start haben im laufenden Schuljahr eine erste und eine dritte Klasse gemacht. Jedes Jahr soll eine neue erste Klasse hinzukommen, so Roediger.

Von David Scheck

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