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Darum sind die Rinder aus dem Klein-Auheimer Wildpark verschwunden

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Sie sind aus dem Wildpark verschwunden: Die zotteligen Rinder, eine Mischung aus Highland- und Ur-Rind, die auf diesem Archivbild bei der Fütterung zu sehen sind.
Sie sind aus dem Wildpark verschwunden: Die zotteligen Rinder, eine Mischung aus Highland- und Ur-Rind, die auf diesem Archivbild bei der Fütterung zu sehen sind. © Holger Hackendahl

Sie waren die heimlichen Lieblinge: Die zotteligen Highland-Rinder haben mit ihrem langen, rot-brauen Fell und einer gewissen Sanftmut die Besucher im Klein-Auheimer Wildpark beeindruckt. Inzwischen ist die zeitweise bis zu zehnköpfige Herde aus der Alten Fasanerie verschwunden. „Die Tierpaten waren nicht glücklich, als sie davon erfahren haben.

Klein-Auheim - Sie haben es sehr bedauert, dass es nun keine Hochlandrinder mehr im Wildpark gibt“, sagt die Wildpark-Fördervereinsvorsitzende Hannelore Moravec. „Man muss nicht immer alles verstehen. Es ist schade und traurig, aber ganz allein eine Entscheidung von Hessen-Forst.“

Die stellvertretende Forstamtsleiterin Sigrun Brell bestätigt, dass die Rinder nach und nach getötet wurden. Warum? Wir haben genauer nachgefragt.

Es war eine „Hybrid-Herde“

Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel erklärt, dass es sich nicht um eine reine Highland-, sondern um eine „Hybrid-Herde“ gehandelt habe – bestehend aus Mischungen vom Ur-Rind, das sich vor Jahren mit Highland-Rindern gekreuzt hatte. „Die Letzte der beiden Kühe musste wegen eines Tumors entnommen werden“, erläutert die Wildpark-Biologin. „Die Entscheidung von Hessen-Forst – zur Vermeidung von weiterer Inzucht – war, die Haltung der Highland-Hybriden aufzugeben.“

Zukünftig soll nun eine kleine Gruppe Rotes Höhenvieh in das Gehege einziehen, kündigt Dr. Ebel an. Zuvor soll die Gehege-Umzäunung erneuert sowie ein Stall für die neue Rinderrasse gebaut werden.

Das Rote Höhenvieh ist eine bedrohte Haustierrasse und ebenso wie weitere alte Haustierrassen bei der Gesellschaft zum Erhalt alter Haustierrassen (GEH) gelistet. Damit zieht im Wildpark dann die fünfte vom Aussterben bedrohte Haustierrasse ein – nach den Thüringer Hausziegen, Skudden, Cröllwitzer Puten und der Leinegans. Mit fünf solcher Rassen kann dann ein Antrag auf Mitgliedschaft bei der GEH mit Sitz im nordhessischen Witzenhausen gestellt werden.

Von Holger Hackendahl

Das Rote Höhenvieh zieht bald im Klein-Auheimer Wildpark ein. Symbolfoto: dpa
Das Rote Höhenvieh zieht bald im Klein-Auheimer Wildpark ein. Symbolfoto: dpa © -

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