Darts im Rathausflur

Weltklasse-Dartspieler aus Nidderau arbeitet bei den Hanauer Stadtwerken

An der Dartscheibe vor dem OB-Büro gibt Nico Kurz vor den Augen von Claus Kaminsky, Adrian Szabo und Martina Butz (von rechts) eine Kostprobe seines Könnens. 
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An der Dartscheibe vor dem OB-Büro gibt Nico Kurz vor den Augen von Claus Kaminsky, Adrian Szabo und Martina Butz (von rechts) eine Kostprobe seines Könnens. 

Eine Dartscheibe hängt jetzt vor dem OB-Büro in Hanau. Grund dafür ist, dass ein Weltklasse-Dartspieler aus Nidderau bei den Hanauer Stadtwerken arbeitet. 

Hanau – Eine Dartscheibe hängt an der Wand im Flur vor dem OB-Büro im Hanauer Rathaus, wo sonst Bilder einer Ausstellung zu sehen sind. Grund dafür ist ein Termin von Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit einem besonderen Gast: Nico Kurz, Weltklassespieler im professionellen Darts. Der 22-Jährige aus Nidderau hat es bei der Profi-Weltmeisterschaft in London kürzlich unter die besten 16 geschafft. Im normalen Berufsleben ist der junge Mann in erster Linie mit der Betreuung von Gasstationen beschäftigt. Er arbeitet nämlich bei den Hanauer Stadtwerken, genauer gesagt bei deren Tochter Hanau Netz GmbH.

Da der Erfolg von Nico Kurz bei der Darts-WM auch mit einer Siegprämie verbunden war, stellt Kaminsky beim Empfang im Rathaus die Frage, ob er denn noch auf das Stadtwerke-Gehalt angewiesen sei. Das sei er durchaus, antwortet der Industriemechaniker, der seine Ausbildung noch nicht lange abgeschlossen hat.

Der 22-Jährige steht am Anfang seiner Sportkarriere. Seit fünf Jahren übt er jeden Tag intensiv, erzählt er dem OB im Beisein von Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke, und Adrian Szabo, Geschäftsführer der städtischen Netzgesellschaft. Drei bis vier Stunden trainiert er täglich. Zum Vergleich: Die Weltspitze bringt es auf acht bis neun Stunden pro Tag – im Hauptberuf.

„Was ist denn am wichtigsten im Darts-Wettkampf?“, will Kaminsky wissen. Die Ruhe zu bewahren, sagt Nico Kurz. Auch in einem Hexenkessel wie dem Londoner Alexandra-Palace mit 3000 grölenden Zuschauern. Dort fand die WM statt, bei der Kurz erst gegen den Junioren-Weltmeister Luke Humphries aus England ausschied. Am Fernsehschirm fieberten auch Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke gemeinsam mit.

An der Darts-Scheibe vor dem OB-Büro lässt sich Kaminsky von Kurz die wichtigsten Spielregeln erklären, bevor beide aus ungefähr der vorgeschriebenen Entfernung von 2,37 Metern zur Zielscheibe ihre Würfe absetzen. Der Dartpfeil, den sie benutzen, war ein Geschenk der Geschäftsführungen von Stadtwerken und Netzgesellschaft an den Sportler anlässlich seines WM-Erfolgs. Sein Name ist darin eingraviert.

Kurz nimmt auch an hochklassigen Wettkämpfen mit dem Einsatz elektronischer Dartscheiben teil. Im April fliegt er zur E-Darts-Weltmeisterschaft in Las Vegas. Zum dritten Mal nimmt er daran teil. Mit seinem Erfolg in London ist er in der Weltrangliste von Platz 222 auf 87 vorgerückt. „Wir drücken ihm die Daumen“, bekunden Szabo und Butz. Und die Stadtwerke-Chefin „hofft, dass uns Nico Kurz noch lange in unseren Reihen erhalten bleibt“.  

kd

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