Fremdverschulden ausgeschlossen

Winziges Loch brachte Steg zum Sinken: Bootsanleger wird erneuert

Fremdverschulden ausgeschlossen: Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat den Bootsanleger an der Kinzigmündung zum Sinken gebracht. Mittlerweile konnte er erfolgreich geborgen werden. Die Löcher an den Schwimmkörpern sind mittlerweile abgedichtet.
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Fremdverschulden ausgeschlossen: Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat den Bootsanleger an der Kinzigmündung zum Sinken gebracht. Mittlerweile konnte er erfolgreich geborgen werden. Die Löcher an den Schwimmkörpern sind mittlerweile abgedichtet.

Etwa sieben Millimeter groß war das Loch, das den Bootsanleger an der Kinzigmündung erst aus dem Gleichgewicht und dann zum Sinken brachte. „Das war eine unglückliche Verkettung mehrerer Umstände“, sagt Torsten Riffler, der Geschäftsführer des Bootsverleihs Aquafun auf Nachfrage. Denn das Loch befand sich laut Riffler nicht an der Hauptsteganlage, sondern an einem Schwimmkörper des Quersteigs. Als dieser sich jedoch mit Wasser gefüllt hatte, sei der Anleger in Schieflage geraten.

Hanau – Daraufhin sei auch der Hauptschwimmkörper weiter unter die Wasseroberfläche gedrückt worden und wiederum ein winziges Loch – in dem eine verrostete Schraube einst eine Holzvertäfelung hielt – gab dem Wasser den Weg frei. So sei auch dieser Schwimmkörper vollgelaufen und habe den ganzen Anleger samt Bootshaus mit auf den Kinziggrund gezogen.

Der etwa zehn Meter lange Steg des Bootsverleihs ist in der vergangenen Woche an der Kinzigmündung aufwendig geborgen worden (wir berichteten). Nachdem der erste Bergungsversuch am Dienstag mithilfe der Feuerwehren Maintal und Hanau, des DLRG und Technischen Hilfswerks Erlensee nach elf Stunden erfolglos abgebrochen werden musste, konnte der Anleger am Folgetag wieder an die Wasseroberfläche gebracht werden.

Ohne das Loch im Hauptschwimmkörper sei das auch ohne große Folgen geblieben

Nun kann ein Fremdverschulden, das den Anleger zum Sinken gebracht haben könnte, ausgeschlossen werden. „Dass ein kleines Loch am Schwimmkörper entsteht, kann auch passieren, wenn ein Stück Treibholz dagegen geschwemmt wird“, so Riffler.

Das hätte sich – früh genug erkannt – laut Riffler auch leicht beheben lassen. „Wäre das während der Saison passiert, hätten wir natürlich schnell entgegenwirken können.“ Ohne das Loch im Hauptschwimmkörper sei das auch ohne große Folgen geblieben. Der Vorbesitzer des Bootsstegs habe dort allerdings einen Holzschutz in Richtung Kinzig angebracht. Dieser sei jedoch längst entfernt und die Schrauben verrostet. „Das wurde bei der Inspektion wohl übersehen“, so der Bootsverleihbetreiber.

Bergung im zweiten Anlauf

Die Schwimmkörper wieder leer zu pumpen und den Bootsanleger damit an die Wasseroberfläche zu bekommen, war gar nicht so einfach. Nachdem zwei Taucher versucht hatten, den Steg mithilfe von Hebekissen an die Oberfläche zu holen, musste ein Kran angefordert werden, der den Anleger aus dem Wasser ziehen sollte.

Bis zum Dach war das Häuschen des Bootsverleihs samt Steg versunken. Die Schwimmkörper lagen teilweise auf dem Kinziggrund auf.

Das gelang jedoch erst im zweiten Anlauf: „Der Kran beim ersten Rettungsversuch war auf acht Tonnen ausgelegt und konnte den Anleger nicht aus dem Wasser heben, weil er zu schwer war“, so Riffler. „Daher mussten wir Gewichte nachbestellen, um den Kran auf 11,5 Tonnen aufzustocken. Damit ließ sich der Anleger am Mittwoch problemlos aus dem Wasser ziehen.“ Die Fachgruppe Wasserschaden und Pumpen des THW Erlensee half Riffler, die beschädigten Schwimmkörper auszupumpen. Erst dann konnten diese begutachtet und abgedichtet werden. „Der Anleger ist jetzt zwar immer noch nicht ganz gerade, aber es geht keine Gefahr mehr davon aus.“

Kosten für Bergung betrug 25 000 Euro

Bis Anfang April wird die komplette Anlage restauriert. Zum Saisonstart im April soll sie dann laut Riffler in neuem Glanz erstrahlen. „Bis dahin haben wir noch ein bisschen Arbeit vor uns“, sagt er. Die Kosten für den Wiederaufbau und die Bergung beziffert er auf etwa 25 000 Euro, die er aus eigener Tasche zahlen muss. „Zum Glück ist der Bootsverleih nur ein Nebenableger, sonst wären wir pleite“, so Riffler, der die Aquafun Bootsschulen GmbH mit Standorten in Mannheim und Bad Vilbel betreibt. Dort bietet er Schulungen für den Erwerb von Bootsführerscheinen an. (Von Jasmin Jakob)

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