Kurzfilmfestival „Jung & Abgedreht“

Hanau wird wieder zur Bühne für filmschaffenden Nachwuchs

+
Die Vorfreude auf die siebte Ausgabe von „Jung & Abgedreht“ am 27. Januar ist groß –auch beim Projektteam sowie bei Förderern und Sponsoren des Festivals.

Hanau - Das Hanauer Kurzfilmfestival „Jung & Abgedreht“ gilt längst als fester Bestandteil in der deutschen Filmlandschaft. Es findet zum nunmehr siebten Mal statt. Noch nie hat der cineastische Nachwuchs so viele Beiträge für den Wettbewerb eingereicht. Von Per Bergmann

Das Kurzfilmfestival „Jung & Abgedreht“ lockt am 27. Januar wieder zahlreiche Menschen nach Hanau. Bereits zum siebten Mal wird das Kinopolis zur Bühne für den filmschaffenden Nachwuchs aus Deutschland und dem europäischen Ausland.

Welche Themen treiben junge Menschen um? Das Kurzfilmfestival „Jung & Abgedreht“ liefert seit sieben Jahren Antworten auf diese Frage. „Abgedreht“, also teilweise skurril, ein wenig verrückt, in jedem Fall äußerst humorvoll präsentierten sich einige der eingereichten Kurzfilme in den letzten Jahren. Sie machten dem Namen des Filmfestivals alle Ehre.

„In den letzten Jahren haben wir viele humorvolle Filmbeiträge gesehen. In diesem Jahr gab es mehr Einreichungen mit kritischen Themen“, berichtet Anna Jagust. Sie ist die Geschäftsführerin des AWO-Stadtverbandes Hanau, der die Organisation des Filmfestivals 2015 von der Stadt übernahm. Bezogen auf den Nachwuchs gilt „Jung & Abgedreht“ heute als fester Bestandteil der deutschen Filmlandschaft.

Deshalb wurde auch die hessische Filmförderung „HessenFilm“ auf die Veranstaltung aufmerksam und engagiert sich erstmals bei „Jung & Abgedreht“. Sandra Duschl von der Filmförderung wird das Jury-Team verstärken. Zudem stiftet „HessenFilm“ den Hauptpreis in der Kategorie „Kurzfilm 19- 27 Jahre“: Neben der Sieger-Statue winkt ein Budget von 1500 Euro für die Herstellung des nächsten Festival-Trailers.

Daniel Siebert

Im vergangenen Jahr entschied Lars Smekal einen der vier Wettbewerbe für sich. Der Schauspieler und Regisseur machte durch seinen Erfolg bei „Jung & Abgedreht“ auf sich aufmerksam. Aktuell gehört er der Jury an und zeichnet für den neuen Trailer verantwortlich.: „Ich war überrascht, als ich Lars plötzlich im ARD-Frühstücksfernsehen gesehen habe“, erinnert sich der Hanauer Filmproduzent Daniel Siebert. „Er hat von diesem Event profitiert und ist seinen Weg gegangen“, freut sich der Jury-Vorsitzende über den Erfolg eines der Vorjahressieger.

Der filmschaffende Nachwuchs tritt in den vier Kategorien „Kurzfilme 14-18 Jahre“, „Kurzfilme 19-27 Jahre“, „Young Professionals“ und „Musikvideos“ an. Außer Konkurrenz laufen die „Regionalen Helden“ in einem Zwischenprogramm.

Thematisch haben die meisten Beiträge eine Gemeinsamkeit: Ihre Macher betrachten viele aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch. „Uns ist aufgefallen, dass gerade die kritische Auseinandersetzung mit den Medien, dem Internet und damit einhergehenden Entwicklungen das Thema schlechthin ist“, sagt Siebert.

Für die achtköpfige Jury werde die Auswahl der 30 Filme für den Wettbewerb „immer schwieriger“. Etwa 200 junge Nachwuchsregisseure hatten ihre Beiträge im Vorfeld eingereicht – „mehr Bewerbungen als je zuvor“. So gesehen ist schon die Teilnahme am Festival ein Gewinn.

Kamera-Highlights auf der Photokina

Die Teilnehmer im Alter zwischen 14 bis 27 Jahren und ihre Werke bekommen eine Plattform, das soll „ihr Selbstbewusstsein stärken und sie fördern“, erklärt Siebert eine Intention des Events.

„Es ist ein besonders Erlebnis, den eigenen Film im Kino zu sehen“, weiß Siebert. Wichtig für den Erfolg von „Jung & Abgedreht“ sei deshalb auch die Location. „Es ist wichtig, dass das Festival direkt im Kino stattfindet, das macht einen Teil der besonderen Anziehungskraft aus.“ Sein Dank gelte deshalb auch Kinopolis-Leiter Patrick Schubert, der selbst „wieder sehr gespannt auf die Beiträge“ ist.

Bei einem Pressetermin äußerte sich gestern auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky zum Filmfestival. „Kritisch und kreativ“ seien die Beiträge in den vergangenen Jahren gewesen. Er sei gespannt, „mit welchen Themen sich die jungen Menschen aktuell auseinander setzen“. Den Prozess des Filmemachens bezeichnete Kaminsky als „eine Art Selbstreflexion“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare