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Wo ist „Weeble“?: Rückkehr der handzahmen Taube wäre für Christine Hofmann schönstes Weihnachtsgeschenk

„Weeble“ ist mit Pferden aufgewachsen, fand im Pferdestall ein neues Zuhause und fühlte sich dort wohl.
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„Weeble“ ist mit Pferden aufgewachsen, fand im Pferdestall ein neues Zuhause und fühlte sich dort wohl.

Wo nur ist „Weeble“ geblieben? Das fragt sich seit einigen Tagen „Pflegemutter“ Christine Hofmann. Sie hatte die Stadttaube, die als etwa drei Wochen altes Küken aus ihrem Nest gefallen war und schwer verletzt zu ihr gebracht wurde, über Wochen gesund gepflegt und ihr den passenden Namen „Weeble“ gegeben – die englische Bezeichnung für Stehaufmännchen. Daraus entwickelte sich eine anrührende Mensch-Tier-Beziehung.

Steinheim – Markus Volk, Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Steinheim Süd, hatte im März das Taubenküken, das noch fast nackt war, schwer verletzt unter einem Wagen auf dem Parkplatz der Vacuumschmelze gefunden. Er brachte das Küken seiner Schwester Christine, die bereits mehrfach erfolgreich verletzte Vögelküken aufgezogen hatte. In ihrem Haus im Herzen der Steinheimer Altstadt wuchsen bereits zwei Kronenkraniche, eine Nilgans, Wildtauben und mehrere Hausgänse auf.

Auch „Weeble“, um den es zunächst gar nicht gut stand, erholte sich dank der Fürsorge von Christine Hofmann – und wurde nach und nach zum Mitglied der Familie. „Er schlief bei unserem Hütehund Merle im Korb, hat mit der Familie Fernsehen geschaut, saß mit uns auf dem Sofa“, erinnert sich Hofmann. Als die junge Stadttaube gesund genug war und flügge wurde, zog sie um zu Hofmanns Pferden auf einer Koppel am Häuser Weg. Die Jungtaube fand ein neues Zuhause im Pferdestall.

Weeble wartete auf einem Pfosten

„Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass „Weeble“ irgendwann einfach wegfliegen würde und sich einem Schwarm anderer Tauben anschließt“, erzählt die „Pflegemutter“. Doch dem jungen Tauberich gefiel es offenbar so gut, dass er dablieb und Freundschaft mit den Pferden schloss. „Unsere Pferde haben immer auf ihn aufgepasst. Weeble war auch bei unseren Ausritten immer dabei, saß auf dem Rücken oder auf dem Kopf der Pferde. Oder auf meiner Schulter“, erzählt die Steinheimerin. Doch seit rund zehn Tagen wird „Weeble“ vermisst. Als Christine Hofmann am 14. Dezember in den Wald ausritt, begleitete sie „Weeble“ wie so oft ein Stück und setzte sich am Rande des Waldes auf einen Pfosten. „Der Wald ist ihm offenbar nicht ganz geheuer. Deshalb wartete Weeble häufig auf dem Pfosten, bis ich zurückkam“, erzählt die Steinheimerin. Doch diesmal war „Weeble“ nicht mehr da, als Christine Hofmann zurückreitete.

Nachfragen beim Tierheim waren erfolglos

„Pflegemutter“ Christine Hofmann hat die Stadttaube gerettet und aufgezogen.

Sie vermutet, dass möglicherweise Spaziergänger die zahme Taube mitgenommen haben könnten, weil sie dachten, der Vogel sei hilflos und habe kein Zuhause. Nachfragen im Tierheim Hanau und in der Wildtierpflegestation Maintal blieben ohne Erfolg. Doch Christine Hofmann hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Sie bittet mögliche Finder, „Weeble“ wieder dorthin zurückzubringen, wo sie ihn gefunden haben.

„Dann findet Weeble bestimmt wieder seinen Weg nach Hause – in seinen Pferdestall.“ Für Christine Hofmann wäre das die schönste Weihnachtsüberraschung. (Von Holger Hackendahl)

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