Haus Busch: Renovierung abgeschlossen

Wohnen wie vor 200 Jahren

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Klara Busch, die Urenkelin von Johann Georg Busch, in der Werkstatt der Bildhauerfamilie, für deren Renovierung noch viel Geld benötigt wird.  

Hanau - Langsam bekommen die Besucher des Künstlerhauses Busch wieder eine Vorstellung davon, wie die Bildhauerfamilie einst in der Steinheimer Vorstadt 15 gewohnt hat. Vier Jahre Bauzeit gingen nun zu Ende. Grund genug, mit einem Einweihungsfest das Erreichte zu feiern. Von Matthias Grünewald

„Der Weg bis zur Eröffnung war lang und ist noch nicht zu Ende“, sagt Architektin Alexandra Vydra, die den Bauprozess betreute. Schnell stellte sich heraus, dass Teile der Fachwerkkonstruktion marode waren. Der Putz aus der Vorkriegszeit ließ zwar Wasser hindurch, aber nicht mehr heraus, mit schweren Folgen für die Holzkonstruktion. Auch die Decken waren an mehreren Stellen mit Hausschwamm befallen und mussten ausgetauscht werden. All dies trieb die veranschlagten Baukosten von rund 600.000 Euro in die Höhe. Am Ende hat die Restaurierung rund 850.000 Euro verschlungen, so Vydra. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Im Erdgeschoss, mit den großen Glasfenstern, ist ein Verkaufsraum entstanden. Hier sollen einmal Holzarbeiten aus dem Nachlass des Bildhauers Busch verkauft werden. Im ersten Stock des Wohnhauses hat die Busch-Platz-Stiftung Räume bezogen. „Alles wurde so eingerichtet wie früher“, sagt Klara Busch, Urenkelin von Johann Georg Busch, dem Gründer der Bildhauer-Dynastie. Früher, das heißt wie im 19. Jahrhundert. Alte Buffetschränke, Madonnenstatuen, und massive Bücherregale, zieren die Wohnräume. „Das Mobiliar stammt aus der im Hof liegenden Werkstatt“, sagt Klara Busch. Sogar die kunstvolle Deckenlampe.

Auf der gleichen Etage gibt es zudem eine kleine Wohnung, die einmal für einen Studenten vermietet werden soll, der den großen Nachlass der Bildhauerfamilie kunsthistorisch aufarbeitet. Das obere Stockwerk hat bereits Mieter gefunden. Die Einnahmen sollen für die Restaurierung der Werkstatt verwendet werden, die seit dem Tod von Peter Paul Busch im Jahr 1999 in einem Dornröschenschlaf schlummert. Gipsformen von Altarbildnissen, Madonnen und Heiligen zeugen von der großen Schaffenskraft der Bildhauerfamilie, die seit über 400 Jahren in Steinheim ansässig ist und deren Werke in ganz Deutschland zu sehen sind.

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„Auch die alten Maschinen sind noch da“, sagt die Architektin. Und so hofft die Stiftung, dass diese eines Tages wieder in Gang gebracht werden können und Bildhauer in der Werkstatt ihrem Handwerk nachgehen. Doch bis es so weit ist braucht es noch eine Menge Geld. 450.000 Euro schätzt die Architektin. Wenn nichts dazwischen kommt.

Die bisherigen Baukosten für wurden aus Spenden und Zuwendungen der Denkmalstiftung, dem Landesamt für Denkmalpflege und Fördermitteln der Stadt und des Landes Hessen zur Altstadtsanierung getragen.

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