Angler kämpfen gegen Wassererwärmung

Belüfter laufen rund um die Uhr

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Gewässerwart Nils Bohländer vom ASV Steinheim überprüft regelmäßig die Wasserqualität im Hadriansee.

Steinheim - Die hohen Wassertemperaturen in Flüssen und Seen machen den Fischen das Leben schwer. Ab 28 Grad Wassertemperatur muss mit einem Fischsterben gerechnet werden. Denn dann ist die Sauerstoff-Sättigung des Wassers in einem kritischen Bereich. Von Holger Hackendahl 

Doch Hanaus Angler sind gewappnet. Beim Steinheimer Angelsportverein hat man vorgebaut. Seit vielen Jahren sorgt ein Gerät auf dem Hadriansee für eine gute Belüftung des Seewassers. Er schaufelt beständig Sauerstoff in das derzeit 27 Grad warme Nass des Hadriansee. „Wir haben bis jetzt überhaupt noch keine Probleme, die Wasserwerte sind top. Der Sauerstoffgehalt ist sehr gut im Verhältnis zur Wassertemperatur“, erläutert der ASV-Vorsitzende Kai Heckele. Regelmäßig werden am Hadriansee der Nitrat-, Nitrit- und der ph-Wert sowie der Sauerstoffgehalt des Wassers überprüft.

Bereits 1989 wurde für den Hadriansee ein Wasserbelüfter angeschafft, der erst vor zwei Jahren durch ein neues Gerät ersetzt wurde, das energiesparender ist und noch wesentlich effizienter arbeitet, so Heckele. Mit „durchlöcherten“ Plastikschaufeln wirft der Belüfter das Wasser hoch. Es wird dabei fein zerstäubt und beim Weg zurück in den Teich nimmt es den für Fische zum Überleben nötigen Sauerstoff auf.

Dazu gehört auch eine Temperaturmessung. Zur Zeit ist das Wasser dort 27 Grad warm. 

ASV-Gewässerwart Nils Bohländer hat die Wassertemperatur im Hadriansee mit Gerätschaften aus seinem Wasseranalysekoffer zuletzt am Montagabend gemessen. „Derzeit hat das Wasser am Grund des Sees 27 Grad bei einem Sauerstoffgehalt von 6 Milligramm pro Liter“, erläutert er, dass dies bei einer so hohen Temperatur ein guter Wert sei. „Die Sauerstoffsättigung beträgt 77 Prozent bei einem guten PH-Wert von 7,5. Die Nitrat- und Nitritwerte gehen gegen null“, erläutert Bohländer, der im Sommer alle zwei Wochen die Wasserqualität untersucht, im Frühjahr und Herbst einmal monatlich.

„Wir haben vor vier Jahren bei ähnlich heißen Temperaturen erlebt, dass die Fische nach oben kamen und an der Wasseroberfläche nach Luft schnappten. Nachdem der neue Belüfter installiert wurde, hat es keine Probleme mehr gegeben,“ ist der ASV-Vorsitzende Kai Heckele froh.

Der von den Steinheimer Petri-Jüngern gepachtete Steinbruchsee hatte bei der letzten Messung 23 Grad. „Ein großer Teil der Wasserfläche liegt im Schatten. Die tiefste Stelle im einstigen Basaltsteinbruch misst 6,50 Meter, damit ist der See durchschnittlich 1,50 Meter tiefer als der Hadriansee“, sagt Heckele.

Vor zwei Jahren wurde für den Hadriansee vom Angelsportverein Steinheim ein neuer Wasserbelüfter angeschafft. Der sorgt nun im Dauerbetrieb dafür, dass den Fischen im 27 Grad warmen Seewasser die Luft nicht ausgeht. -

Auch beim ASV Klein-Auheim beobachtet man die Entwicklung genau. „Derzeit misst das Wasser in unserem bis zu 2,50 Meter tiefen Flachsrosensee 28 Grad. Damit nähert sich die Temperatur dem kritischen Bereich“, sagt der Klein-Auheimer ASV-Vorsitzende Peter Schönhals. Im Flachsrosensee läuft die dortige Sauerstoffanreicherungspumpe nun rund um die Uhr. Sie nimmt Tiefenwasser etwa 20 Zentimeter über dem Grund auf und wirft es in die Luft, damit es sich mit Sauerstoff anreichert.

Beim Tistrasee rückte vergangene Woche sogar die Feuerwehr an, und spritze bei einer Übung aus dem See entnommenes Wasser zurück in das Gewässer. „Das war aber nur zur Vorsorge. Eine echte Notwendigkeit bestand noch nicht“, sagt Schönhals.

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Durch die andauernde Hitze droht in Hessens Flüssen ein Massensterben der Fische, heißt es derweil vom Verband Hessischer Fischer. In einigen Gewässern lägen die Temperaturen knapp unter der kritischen Marke von 28 Grad. Die Möglichkeiten, in Flüssen regulierend einzugreifen, sind gering. Besonders problematisch sei die Situation in aufgestauten Gewässern wie dem Main.

So hatte die Regierung von Unterfranken bereits am vergangenen Freitag bei 28 Grad Wassertemperatur Hitzealarm für den Main herausgegeben. Man rechne mit „sehr kritischen ökologischen Bedingungen“ und habe deshalb auf Grundlage des Alarmplans für den bayerischen, staugeregelten Main einen „Alarm“ ausgesprochen, heißt es. Dieser gilt für den Meldebereich 1 von der Landesgrenze Hessen bei Kahl (Main-Kilometer 66,6) bis unterhalb der Staustufe Erlabrunn (Main-Kilometer 241,2).

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