Glaskunst und Gleisbau auf der Leinwand

Hanauer Club richtet in der Reinhardskirche den Landeswettbewerb für Amateurfilmer aus

+
Glaskunst aus Murano auf der Leinwand, eindrucksvoll inszeniert von Manfred Beuttel.

Insgesamt 14 Filmautoren haben am Samstag in der Reinhardskirche beim Landesfilmfestival des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren e. V. ihre Arbeiten vorgestellt und sich damit nicht nur um die Prämierung im Landeswettbewerb beworben, sondern auch die Weichen für die Teilnahme am Bundesfilmfestival des Verbandes gestellt. 

Hanau - Ausrichter war in gewohnt professioneller Weise der Film-, Foto- und Videoclub Hanau e. V. , der schon seit über einem Jahrzehnt Gastgeber des Landesentscheides ist.

Im voll besetzten Saal der Reinhardskirche oblag es denn auch dem Vereinsvorsitzenden und Clubleiter Peter Steiner, die eingereichten Filme anzukündigen. Zehn von ihnen gehörten zum Genre Dokumentarfilm, drei Beiträge stammten aus dem Bereich Fiktion. Mit den Geheimnissen um die Artenvielfalt und das verborgene Tierleben im Rothaargebirge besetzte Horst Thomas vom Film- und Video-Club Siegerland als einziger Teilnehmer den Bereich des Naturfilmes.

Die Wettbewerbsteilnehmer kamen aus sieben hessischen Clubs. Manfred Beuttel vom gastgebenden Verein machte die Zuschauer mit der Vergangenheit des kostbaren Glases aus Murano bekannt und zeigte in seinem Beitrag auf bemerkenswerte Weise, wie sich aus eigentlich starren Fotos mit moderner digitaler Technik bewegte Bilder auf der Leinwand herstellen lassen. Der Mausklick macht es möglich, dass die Glaskugeln mit den geheimnisvollen Einschlüssen die Farbe wechseln, dass sich Lichtstimmungen und damit auch die Anmutungen der Objekte wandeln.

Arbeit für die Jury: (von rechts) Helmi Hansen, Lars Sebralla, Stephan Vogel. © Kögel

So fesselnd diese mit digitalen Möglichkeiten herbeigeführten Veränderungen sein mögen, manchem Juroren waren diese Tricks nicht geheuer. Auch davon konnten sich die Zuschauer ein Bild machen. Denn Robert Becker, Helmi Hansen, Rüdiger Schnorr, Lars Sebralla und Dr. Stephan Vogel gaben unter der Regie von Juryleiter Dieter Kopelke nach den Vorführungen ihre persönlichen Urteile ab, gingen ein auf die Geschichte, auf Dramaturgie, Kameraführung, Musikuntermalung, Spannungsbogen, technische Umsetzung.

In „Bike for Dad“ schilderte Dietmar Rodewald vom Wiesbadener Filmkreis eine abenteuerliche Reise mit dem Tandemfahrrad durch Thailand. Nach 1115 Kilometern Linksverkehr auf überfüllten Straßen, Schlammpisten oder Schotterwegen unter den Augen vergoldeter Götterstatuen lässt sich einiges dokumentarisch berichten.

Aber die Ziele für das Kameraobjektiv, sie können auch ganz nahe liegen, wie Helmut Staubach vom Filmclub Taunus-Bad-Homburg in „Mein Sommer“ bewies. Aus der Not, dass die Gleisbauarbeiten nahe des eigenen Gartens keine Ruhe mehr zuließen, machte der Filmautor eine Tugend und folgte der Streckensanierung akribisch mit der Kamera.

Während bei einer professionellen Filmproduktion mehr als ein Dutzend Gewerke beteiligt sein können, machen die Amateure alles selbst: Von der Aufnahme über die Nachbearbeitung und den Schnitt bis zur Vertonung. Da kommt „alles aus einer Hand“, betonte Juryleiter Dieter Kopelke.

VON DIETER KÖGEL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare