Hanauer Eisbahn schmilzt nun dahin

Hanau - Eiseskälte verhinderte einen neuen Besucherrekord / Kufenspaß auch für nächsten Winter geplant

(dk) Seit Sonntagnacht heißt es an der Eisbahn auf dem Hanauer Marktplatz Kommando zurück. Nach den letzten, zur Feier des Tages kostenfreien Schlittschuhrunden zwischen 18 und 22 Uhr floss nicht mehr gekühlte Flüssigkeit durch die abertausende winziger Schläuche unter der Eisschicht, sondern erwärmte Kühlflüssigkeit, um die sieben bis acht Zentimeter dicke Eisschicht langsam abzutauen. Bis heute Mittag wird es wohl noch brauchen, bis die letzte Scholle zusammengeschmolzen ist, der feine Kühlteppich zum Vorschein kommt und wieder fachgerecht zerlegt und verpackt werden kann. Am Mittwoch wird dann kaum noch etwas an das 28-tägige Vergnügen auf Kufen erinnern, auf das die Schlittschuhfreunde jetzt wieder bis Dezember warten müssen.

Denn für Bernd Michel von der Hanau Marketing GmbH (HMG) ist sicher: Die Eisbahn kommt wieder. Zwar wurde die Rekordmarke von 18000 Besuchern aus der vorherigen Saison nicht erreicht, aber bei den in dieser Saison herrschenden Wetterbedingungen „sind wir dennoch sehr zufrieden,“ sagt der Organisator. Nach ersten Schätzungen haben zwischen 14000 und 15000 Gäste die Eisbahn genutzt (wir berichteten).

Alleine der Auftakt während der ersten sechs Tage war für Bernd Michel sensationell. „Da hatten wir etwa 1000 Leute mehr registriert als im Jahr zuvor.“ Doch dann dezimierte die sibirische Kälte die Besucherzahlen. „Es war dann definitiv zu kalt.“ Und, so Michel, die Natur stahl der künstlichen Eisbahn auf dem Marktplatz ein wenig die Schau. Kaiserteiche und der Weiher im Staatspark von Wilhelmsbad mauserten sich im tiefen Dauerfrost zur natürlichen Konkurrenz. Auf dem Marktplatz indes ließ die knackige Kälte sogar das Eis der Bahn springen. Mehr als einmal mussten Risse mit Wasser gefüllt oder Teilbereiche der Bahn für Sanierungsarbeiten gesperrt werden. Doch der Betrieb lief weiter. Insbesondere an den Vormittagen, die nach den Ferien Schulen und Kindertagesstätten vorbehalten waren. Da gab es laut Bernd Michel „so viele Anmeldungen wie noch nie.“ Selbst aus dem Raum Offenbach, aus Gelnhausen oder aus dem Rodgau kamen Anmeldungen.

„Ausbaufähig“ ist indes das Angebot an Betriebe und Firmen, die Eisbahn nach 20 Uhr für Feierlichkeiten und Events zu nutzen. Lediglich die Sparkasse Hanau buchte die Bahn für vier Abende während der letzten Eisbahnsaison. Da geht laut Bernd Michel noch einiges. Ebenso wie beim Eisstockschießen, das in diesem Jahr zwar angeboten, aber nur mäßig gefragt war. Da müsse man eben „einen langen Atem haben,“ sagt Michel und erinnert sich an das erste Drachenbootrennen beim Hanauer Bürgerfest. „Da waren gerade mal zwölf Boote dabei.“ Heute seien es 36. Und genauso beharrlich werde künftig mit dem Eisstockschießen verfahren. Organisator Michel ist sich sicher, „in ein, zwei Jahren ist das der Renner.“ Es gehe nur darum, Betriebssportmannschaften oder Vereine zu motivieren und beispielsweise für ein Turnier zu gewinnen, mit dem eine Initialzündung für diese Sportart auf dem Kunsteis am Marktplatz erreicht werden könne, das auch für die kommende Saison bereits wieder beschlossene Sache ist für die HMG, Bernd Michel und sein zehnköpfiges für die Eisbahn zuständiges Team.

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