Abkehr von Steinbeeten

13. Hanauer Gartenfest greift neue Trends auf - 25000 Besucher erwartet

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Das Angebot an Blühendem für Hof, Balkon und Garten ist riesig beim Hanauer Gartenfest: Davon überzeugten sich bereits am gestrigen Eröffnungstag mehrere tausend Besucher. Bis Sonntagabend dauert die Messeveranstaltung.

Bereits am gestrigen Eröffnungstag pilgerten viele tausend Besucher zum 13. Hanauer Gartenfest in den Wilhelmsbader Staatspark, wo 220 Anbieter noch bis Sonntagabend für ihre Waren und Dienstleistungen rund um den Garten werben.

Hanau – Das Hanauer Gartenfest der Firma Evergreen aus Kassel zählt mittlerweile zu den größten in Deutschland, rund 25000 Beucher erwarten die Veranstalter im Verlauf des vier Messetage.

Zum gestrigen Auftakt schien es so, als ob diese Zahl auch locker erreicht werden kann. Denn bereits um neun Uhr zur Kassen- und Parköffnung war für die motorisierten Besucher auf der Wilhelmsbader Allee Stop und Go angesagt, die Schlange vor der Kasse staute sich fast bis zur Parkplatzwiese zurück. Rund eine Stunde Wartezeit, hieß es für die Letzten in der Schlange, denen bereits auf dem Parkplatz der Eingang gegenüber des Wilhelmsbader Bahnhofes empfohlen wurde, wo die Situation etwas entspannter war. Genau wie am dritten Eingang am Bismarck-Turm.

Egal wer wo wie lange gewartet hatte, beim Betreten des Gartenfestgeländes wurde jeder dafür entschädigt und von einer unglaublichen Blütenpracht empfangen. Insbesondere die vielen Rosen zeigten sich zur aktuellen Jahreszeit von ihrer schönsten Seite, boten nicht nur Farbenpracht, sondern verströmten auch noch angenehmste Düfte. Blaue Ballonblumen fielen vor allem ihrer Größe und Form wegen ins Auge, gänzlich unscheinbar, aber auch hoch begehrt, die große Auswahl an biologisch angebauten Küchenkräutern und Nutzpflanzen auch für den Blumentopf. Unglaublich, zwischen wie vielen Auberginensorten sich der Kunde entscheiden kann oder welches der verschiedenen Chili-Kräuter es denn nun sein darf.

Pagoden-Zeltstadt: Rund 220 Aussteller beteiligen sich am 13. Hanauer Gartenfest. Fotos: kögel

Denn gegärtnert wird längst auch auf den kleinsten Flächen, auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett. Ein begrüßenswerter Trend, sagt Fabian Hartung, für das Hanauer Gartenfest verantwortlicher Projektleiter von „Evergreen“. Und dem werde im umfangreichen Angebot auf dem Gartenfestival versucht, Rechnung zu tragen. Auch die zunehmende Abkehr von den steinernen Vorgärten, hin zu blühenden Beeten mit viel Nahrung für Insekten gehöre zu diesem Trend, der auch von den Landschaftsgestaltern propagiert werde.

Rund 100 Betriebe sind es auf der rund 40000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche, die das Thema Garten ganz wörtlich nehmen und entsprechende Angebote offerieren. Doch das Hanauer Gartenfest wolle auch „durch Vielfalt“ punkten. Schmuck, Textilien und Kulinarisches in seiner ganzen Bandbreite, dargeboten in den 120 vom Veranstalter gestellten und vermieteten Spitzpagodenpavillons, sorgen ebenfalls für den großen Beliebtheitsgrad des Festes in Wilhelmsbad, wo jeder Besucher nach den Erfahrungen der Veranstalter rund drei bis fünf Stunden Zeit verbringt.

Und um die größeren Einkäufe müssen sich die Kunden nicht mal weiter kümmern. Die werden von Lastenscootern kostenlos zur Abholstation auf dem Parkplatz gebracht. Unbelastet bleibt also der Gang über das Gartenfest, wo es dreihundert Jahre alte Olivenbäume zu bestaunen – und zu kaufen – gibt, wo Händler am Käsestand zum Probieren einladen und Erdbeeren in bauchigen Gläsern auf die Bowlefüllung warten. Das Leckere vom Grillpavillon kann an den schattigen Garnituren zur live gespielter Pianomusik verzehrt werden, alternativ bietet die Gastromeile auch Falafel-Hummus, und nur wenige Meter weiter kann mit Austern und Champagner weitergeschlemmt werden. Das Angebot ist riesig, die Gefahr der Reizüberflutung hoch. Doch es gibt im Staatspark auch noch ruhige Ecken. Ein unvergleichliches Ambiente, meint auch Fabia Hartung. Selbst neben dem ganzen Trubel könne man beim Gartenfest „auch die Seele baumeln lassen.“

Öffnungszeiten

Das Gartenfest hat am heutigen Freitag, am Samstag und am Sonntag jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Lettzter Einlass ist um 18 Uhr Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, Kinder sind frei.

VON DIETER KÖGEL

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