Hoher Bedarf

Hanauer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie wird am 16. November offiziell eröffnet

Rund um die neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Sophie-Scholl-Platz wird noch eifrig gearbeitet. Doch einige Bereich der Klinik haben bereits geöffnet. Offizielle Einweihung ist am 16. November.
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Rund um die neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Sophie-Scholl-Platz wird noch eifrig gearbeitet. Doch einige Bereich der Klinik haben bereits geöffnet. Offizielle Einweihung ist am 16. November.

Es sind nur noch wenige Tage bis zur offiziellen Eröffnung der neuen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Sophie-Scholl-Platz – und damit endet für die Betroffenen dann auch die Zeit der langen Wege.

Hanau - Am 16. November wird die neue Klinik nach Angaben der Betreiberin, der Vitos Herborn gGMBH, einem Unternehmen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, mit einem kleinen, den Pandemiebedingungen angepassten Festakt offiziell in Betrieb genommen.

Arbeit in Klinik hat bereits begonnen

Schon jetzt haben einige Bereiche der neuen Klinik ihre Arbeit aufgenommen. Die Ambulanz und die kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik, die bis vor kurzen noch an der Geibelstraße untergebracht waren, haben mittlerweile ihre Räumlichkeiten im Klinikneubau bezogen. Und seit gestern hat auch die Vita Reha Hanau ihren Betrieb aufgenommen – ein neues medizinisches Angebot in der Brüder-Grimm-Stadt.

Die Vitos Reha Hanau stellt ab sofort 20 Plätze für die medizinische und berufliche Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen bereit. Die Einrichtung befindet sich zwar unter dem Dach der neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie am Sophie-Scholl-Platz, ist aber eine eigenständige Einrichtung. In den neu gebauten Therapieräumen kümmert sich ein Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Pflegern um Patienten aus Hanau, Offenbach und den angrenzenden Landkreisen.

Bedarf in Hanau und der Region ist groß

Für Hanau ist dieses Angebot neu. Bislang gab es kein derartiges Rehabilitationsangebot in der Region. „Dafür aber einen großen Bedarf“, ist sich Dr. Sabine Kreß, Medizinische Geschäftsführerin der Vitos Reha GmbH sicher. Denn Wohnortnähe und die Orientierung der Rehabilitation an der individuellen Lebenwelt des Patienten seien überaus wichtig für die Behandlung, die immer ambulant stattfinde. „Wir bringen unsere Angebot dahin, wo die Menschen sind, und nicht umgekehrt“, meint Dr. Kreß.

Psychiatrische Rehabilitation sei darauf ausgerichtet, psychisch kranken Menschen ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen. Dazu gehöre die Teilhabe am Arbeitsprozess und am Leben in der Gesellschaft – auch über die Reha-Zeit hinaus, so Dr. Kreß.

Psychische Erkrankungen nehmen zu

Servat Dag ist Kaufmännischer Geschäftsführer der Vitos Reha GmbH. Für ihn steht fest: „Der Bedarf an psychiatrischen Reha-Plätzen ist stark steigend.“ Grund dafür sei die Zunahme von psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung, aber auch die wachsende Bereitschaft von Betroffenen, sich behandeln zu lassen.

Häufig seien langfristige Arbeitsausfälle auf seelische Erkrankungen zurückzuführen. „Wir brauchen also neben der akuten psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung auch mehr längerfristige Rehabilitationsangebote, die den Menschen dabei helfen, in Beruf und Gesellschaft wieder Fuß zu fassen“, ist Dag überzeugt.

Insgesamt 71 Betten

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie schließt ebenso wie die Vitos Reha Hanau eine Versorgungslücke im medizinischen Angebot der Region. Das aus zwei Gebäudeteilen bestehende neue Haus mit 51 stationären Betten sowie einem ambulanten und teilstationären Bereich mit 20 Betten wird für die Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen aus dem Main-Kinzig-Kreis sowie aus Stadt und Kreis Offenbach zuständig sein.

Stationäre Hilfe fanden junge Patienten aus dem Main-Kinzig-Kreis bislang in der Rehberg-Klinik im 100 Kilometer entfernten Herborn. Junge Leute aus Stadt und Kreis Offenbach wurden bislang an die Klinik in Riedstadt verwiesen.

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