Reihe geplant

Hanauer produzieren Fantasy-Hörspiel „Seven“

Selina Goetz und Mark Brauneis vom Hanauer Traumheater sind gespannt, wie ihr Fantasy-Hörspiel „Seven“ bei den Zuhörern ankommt. Foto: Kögel

Hanau – Auserwählte retten die Welt, erleben dabei Unerklärliches: Mit der Produktion einer Fantasy-Hörspielreihe begibt sich das Hanauer Traumtheater auf neues Terrain. Dabei geht es für die Macher diesmal nicht auf die Bühne, sondern ins Tonstudio. Von Dieter Kögel  

Das Hanauer Traumtheater geht mit dem Verfassen und der Produktion einer Fantasy-Hörspielserie nach den bisherigen Theaterproduktionen neue kreative Wege. Die ersten beiden von zunächst sieben CDs mit dem Titel „Seven“ kommen bereits am 8. Februar auf den Markt. Gefeiert wird das am Samstag, 9. Februar, im Aschaffenburger Colos-Saal mit der Metal-Band Thornbridge, die auch die Titelmusik zum Hörspiel eingespielt hat.

Die Autorin der Geschichte ist Mitglied im Ensemble des Traumtheaters Hanau, bedient sich aber des Pseudonyms „Tascha Grey“. Zusammen mit Mark Brauneis vom Traumtheater hat Tascha Grey fünf Tage lang Regie geführt, als in einem Tonstudio in Berlin die Hauptrollen eingesprochen wurden – „mit professionellen Sprechern, die schon so manchen Hollywood-Star synchronisiert haben“, sagt Mark Brauneis im Rückblick auf eine „richtig tolle Zusammenarbeit“. Darunter beispielsweise Patrick Winczenski, der deutschen Stimme von Tom Cruise, Wolfgang Condrus, der Sam Neill und Ed Harris synchronisiert hat, oder Marcus Off, der Johnny Depp in seiner Rolle als Captain Jack Sparrow in den ersten drei Filmen von „Fluch der Karibik“ spricht. Dass so namhafte Sprecher zum Zuge kommen konnten, habe auch an der guten Zusammenarbeit mit dem produzierenden Verlag Romantruhe gelegen, der die entsprechenden Kontakte hergestellt habe.

Das Vertonen der Nebenrollen übernehmen die Mitglieder vom Ensemble des Traumtheaters, um „Seven“ mit Atmosphäre und Inhalt zu füllen. Ein fiktiver Inhalt, der sich um nichts Geringeres dreht als darum, die Welt zu retten, erzählt Brauneis. Dazu wird zunächst ein verwirrtes Wesen auf einem Fahrrad durch die Welt geschickt, um die sieben Auserwählten einzusammeln und mit entsprechenden Aufgaben zu versehen. Die Rettung der Welt, sie ist zwar kein Neuland im Bereich der Fantasyliteratur und -hörspiele, aber „das Besondere daran sind die schrägen Elemente“, sagt Mark Brauneis.

Auch auf aktuelle gesellschaftliche und politische Geschehnissen wird Bezug genommen, auch wenn diese nicht so sehr im Vordergrund stehen. Zu den Schauplätzen des Fantasy-Hörspiels gehören auch heimische Orte: Der Freiheitsplatz komme ebenso vor wie das Café Heide am Hanauer Hauptbahnhof.

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Und es geht zuweilen heftig und brutal zu, sodass die Macher des Werks die Freigabe mit 18 Jahren versehen wollten. Doch auf Rat des Produzenten hinkönnen jetzt auch schon 16-Jährige in den Genuss des Fantasy-Abenteuers kommen. Etwa im fünf Wochen Turnus sollen die weiteren Folgen erscheinen. Jede CD gefüllt mit rund 60 Minuten akustischem Abenteuer. Hörspiele zu produzieren, so die Erfahrung von Mark Brauneis nach der Regie bei „Seven,“ sei „weitaus schwerer zu machen als Theater“. Denn wo auf der Bühne die Optik greife, müsse beim Hörspiel erst einmal das innere Bild beim Zuhörer geweckt werden. Das gelingt schon bei der ersten CD mit dem Titel „Unheimliche Vorzeichen“. Die spielt in der afrikanischen Wüste, in einer Dörnigheimer Wohnung, am Frankfurter Hauptbahnhof und in einer Hanauer Wohngemeinschaft, wo Unerklärliches zu geschieht – verschiedene Handlungsstränge, die sich im Verlauf der Serie allerdings verdichten und schließlich zusammenfügen, sagt Mark Brauneis.

Bühne und Hören will das Traumtheater Hanau in Bezug auf seine Produktion „Seven“ dennoch zusammen bringen. Im kommenden Jahr soll im Wilhelmsbader Comoedienhaus eine visuelle Lesung stattfinden, Musiker und Geräuschemacher inklusive. Dem Theater auf der Bühne gilt ohnehin nach wie vor das Hauptaugenmerk der Theatergruppe. Ab Mai wird mit den Proben für das neue Stück „Ein Fisch namens Wanda“ begonnen, im Herbst soll es auf die Bühne kommen.

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