„Hilfeinseln“ auch für Ältere

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„Leon“ prangt in Hanau an über 350 Geschäften und öffentlichen Einrichtungen.

Hanau - „Leon“ kennt in Hanau fast jedes Kind. Ein Bild des Kinderkommissars hängt inzwischen an mehr als 350 Geschäften und öffentlichen Einrichtungen - als Zeichen für Kinder, dass sie dort willkommen sind, wenn sie in Hanau unterwegs sind und mal Hilfe benötigen. Von Dirk Iding 

Solche „Hilfeinseln“ wünscht sich der Hanauer Seniorenbeirat nun auch für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Mit dieser Initiative überraschte die Vorsitzende des Hanauer Seniorenbeirats, Elke Reinstorf, am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung. Am Ende ihres Tätigkeitsberichts über die Arbeit des Seniorenbeirats im vergangenen Jahr nannte Reinstorf die Einführung von Hilfeinseln für Senioren als ein Projekt, das der Beirat in 2015 in Kooperation mit der Stabsstelle Prävention der Stadt Hanau angehen möchte.

„Mit unserer Initiative möchten wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, das Leben in Hanau für unsere Senioren ein wenig angenehmer zu machen“, erklärte Reinstorf gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Der „Kinderkommissar Leon“ habe sich sehr bewährt. „Das Symbol schaffe bei Kindern Vertrauen, dass sie in den entsprechenden Geschäften oder Einrichtungen Hilfe finden können, wenn sie Hilfe benötigen, sagt Reinstorf. „So etwas wünschte ich mir auch für unsere älteren Mitbürger.“ Zwar stehen die „Hilfe-inseln“ schon heute grundsätzlich auch älteren Mitbürgern offen. Doch das ist vielen Senioren offenbar nicht bewusst. Aus ihrer Arbeit im Seniorenbeirat seien ihr Fälle bekannt, so Reinstorf, dass sich ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger teilweise nur noch höchst ungern außer Haus bewegten, beispielsweise aus der Angst, keine Toilette zu finden, wenn sie mal müssten. Reinstorf: „Für jüngere Leute mag das kein Problem darstellen, für ältere Menschen ist es das aber durchaus.“

Zweites Projekt geplant

Auch bräuchten ältere Menschen, die zu Fuß unterwegs seien, vielleicht einfach mal nur eine Pause und die Möglichkeit, sich kurz hinsetzen zu können und einen Schluck Wasser zu trinken - auch für solche Situationen könnten „Hilfeinseln für Senioren“ eine Lösung sein. Reinstorf: „Es geht bei unserer Initiative darum, für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger einfach ein Stück Gewissheit zu schaffen, dass jemand da ist, der ihnen notfalls hilft, wenn sie im Stadtgebiet unterwegs sind.“ Demnächst will der Hanauer Seniorenbeirat das Gespräch mit der Stabsstelle Prävention führen, die bei der Einführung der Hilfeinseln für Kinder in Hanau federführend aktiv war. Von den dabei gemachten Erfahrungen will der Seniorenbeirat nun auch für seine Initiative profitieren.

Ein zweites Projekt, das der Seniorenbeirat in diesem Jahr angehen möchte, ist die leihweise Bereitstellung von Rollstühlen an öffentlichen Parks. In Kooperation zum Beispiel mit Gastronomen in Nähe der Parkanlage könnten für gehbehinderte Mitbürger, die beispielsweise mit Angehörigen einen Ausflug unternehmen, Rollstühle bereitstehen, damit auch sie an einem Spaziergang durch die Grünanlage teilhaben können. Nach Angaben von Reinstorf wäre das Deutsche Rote Kreuz bereit, die notwendigen Rollstühle bereitzustellen. Die Wartung könnte beispielsweise durch die „Repair-Cafés“ der Nachbarschaftsinitiativen erfolgen.

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