Riesenmammutbaum vor dem Forstamt misst 37 Meter Höhe

Hanaus höchster Baum ist ein Exot

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Hanau - Die Experten des Staatlichen Forstamtes Hanau-Wolfgang sind sich sicher: Der Baum, der quasi direkt vor ihrer Haustür steht, ist Hanaus höchster Baum. Eigentlich keine Überraschung, denn es handelt sich um einen Riesenmammutbaum.

Normalerweise kommt der Sequoiadendron giganteum, wie der Riesenmammutbaum wissenschaftlich bezeichnet wird, in der Sierra Nevada in Kalifornien vor. Dort bringt er es auf geradezu gigantische Wachstumsleitungen. Berühmt ist der circa 2000 Jahre alte „General Sherman“, der im Sequoia-Nationalpark steht. Er ist der Baum mit dem weltweit größten Stammvolumen von circa 1 500 Kubikmetern. Mit 84 Metern Höhe umfasst sein Umfang, gemessen in einer Höhe von 1,30 Meter, 24 Meter. Der erste Ast dieses Giganten wächst auf einer Höhe von 40 Metern.

Der Riesenmammutbaum auf dem Gelände des Forstamtes Hanau-Wolfgang ist mit derzeit 37 Metern Hanaus höchster Baum.

Gar so groß ist sein Hanauer „Ableger“ dann doch nicht. Aber immerhin ist der Hanauer Riesenmammutbaum auch gerade erst einmal 66 Jahre alt und hat es dennoch schon auf eine Höhe von 37 Metern gebracht. Damit ist er nach Angaben des Forstamtes der größte Baum auf Hanauer Stadtgebiet. Zum Vergleich: eine Eiche hat in diesem Alter erst eine Höhe von rund 20 Metern, eine Fichte schafft selbst bei besten Voraussetzungen höchstens 25 Meter Wachstum in 66 Jahren. Traditionell wurden im Wolfgänger Bereich schon immer versuchsweise exotische Baumarten gepflanzt. Schon allein durch das Vorhandensein der Samendarre auf dem Gelände des Staatlichen Forstamtes Hanau-Wolfgang, in der schon immer Baumsamen für die hessischen Wälder zur Aussaat gewonnen wurden, gab es ein besonderes Interesse an Saat- und Pflanzversuchen mit in- und ausländischen Baumarten. Letztlich waren die Förster daran interessiert, eine ganze Bandbreite von Holzarten anbieten zu können. Der Riesenmammutbaum am Forstamt dient allerdings allein der Landschaftsästhetik. An ein Fällen dieses Baumes ist selbstverständlich nicht gedacht, versichert das Forstamt. Bei dem Wolfgänger Riesenmammutbaum handelt es sich aber keineswegs um den höchsten Baum im Main-Kinzig-Kreis. Das sind Buchen in der Gründauer Region, die mittlerweile bereits eine Höhe von knapp 50 Metern erreicht haben.

Der Riesenmammutbaum ist ein immergrüner Baum, der in seiner Heimat Kalifornien in Höhenlagen zwischen 1 500 und 2 500 Meter auf feuchten Standorten in regenreichem Klima wächst. Die Art bildet nur ein sehr flaches Wurzelsystem aus, das selbst bei alten Bäumen oft nicht tiefer als einen Meter in den Boden eindringt. Dafür ist es jedoch sehr weitreichend und kann sich im Umkreis von mehr als dreißig Metern ausbreiten. Das Holz des Riesenmammutbaums ist relativ weich, besitzt einen rotbraunen Kern und ist besonders widerstandsfähig gegen Pilze. Da die Mammutbäume im überwiegenden Teil ihres natürlichen Verbreitungsgebietes unter Schutz stehen, stellt die Nutzung des Holzes eine seltene Ausnahme dar. Früher schätzte man das dauerhafte Holz mit der schönen rotbraunen Farbe im Bau- und Möbelholzbereich sehr. Die Baumart ist in Europa erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt und wurde auch importiert. Der Riesenmammutbaum wurde häufig in Gärten und Parkanlagen gepflanzt. (did)

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