Vierwöchiger Test beginnt / Elf Marktbeschicker nehmen daran teil

Hanaus Wochenmarkt soll plastikfrei werden

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Möglichst ab 2020 soll der Einkauf auf dem Hanauer Wochenmarkt vollkommen plastikfrei sein. Dafür beginnt heute eine vierwöchige Testphase.

Einwegplastik soll auf dem Hanauer Wochenmarkt möglichst von der Bildfläche verschwinden. Das ist das Ziel einer vierwöchigen Testphase, die heute anläuft. Elf Marktbeschicker beteiligen sich an dem Versuch.

Hanau – Der Versuch geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zurück. Danach sollen alle städtischen Veranstaltungen hinsichtlich eines möglichen Verzichts überprüft werden. Bei Hanauer Festen und Veranstaltungen wird das bereits sukzessiv umgesetzt.

Anja Zeller, Leiterin der Stabsstelle Nachhaltige Strategien, regte an, diese Überprüfung auch auf den Hanauer Wochenmarkt auszudehnen (wir berichteten). Die Hanau Marketing GmbH und der Vorstand des Wochenmarktvereins griffen diese Anregung auf. Einige Händler arbeiten bereits jetzt plastikfrei. Ziel ist es aber, alle Anbieter einzubinden und ihnen Alternativen zu Einwegplastik aufzuzeigen.

Im Rahmen einer Abfrage bei den Wochenmarktbeschickern wurden Bedarfe und Probleme bei der Umstellung von Plastik auf alternative Verpackungen ermittelt. Im Anschluss trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus allen Warenbereichen des Wochenmarkts mehrfach mit Mitgliedern der Hanau Marketing GmbH, des Ordnungsamts, der Lebensmittelkontrolle des Main-Kinzig-Kreises sowie der Schweizer Verpackungsfirma Pacovis und planten den Testlauf.

Vorgesehen ist, dass nun alternative Verpackungen aus pflanzlichen Materialien das Plastik ersetzen sollen. Papier, Tüten und Folien aus Maisstärke und Zuckerrohr kommen zum Einsatz. Die Kosten der Materialien für die vierwöchige Testphase trägt die Hanau Marketing GmbH. Die Bestellung der Verpackungsmaterialien übernimmt die Firma Barthmann für alle teilnehmenden Händler.

Anja Zeller weist darauf hin, dass diese pflanzenbasierten Verpackungen dennoch im Restmüll entsorgt werden müssen und ebenso wie erdölbasiertes Plastik nicht in die Biotonne gehören. „Die Alternativverpackungen brauchen wesentlich länger zum Kompostieren als Pflanzenmaterial und Essensreste. Außerdem kann der Entsorger die Verpackungen nicht von Plastik unterscheiden und müsste sie daher aussortierten“, erklärt Zeller.

Daneben möchte man Marktkunden sensibilisieren, Mehrwegverpackungen mitzubringen, die dann befüllt werden können. „Dazu sind alle Marktbeschicker sehr gerne bereit“, verspricht Peter Krebs, Vorsitzender des Wochenmarktvereins. „Wir freuen uns, dass viele Menschen schon Stofftaschen und sogar Tupperware oder Glasbehältnisse mitbringen und Einwegplastik dadurch reduzieren. “, sagt Zeller. „Auch eigene Becher werden auf dem Wochenmarkt mit Kaffee befüllt, selbst mitgebrachtes Besteck kann an den Imbissen genutzt werden.“

Nach dem Test ist ein weiteres Treffen im Rathaus geplant. Dann soll festgelegt werden, ob der gewünschte Start eines „einwegplastikfreien Wochenmarkts“ an allen Ständen zum 1. Januar 2020 möglich ist.  did

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