Balztanz für die Herzdamen

Handzahme Steinheimer Taube Weeble ist Vater geworden

Täuberich Weeble mit seiner Herzdame Traudel.
+
Wurde für seine Ausritte auf dem Pferd bekannt: Täuberich Weeble, hier mit seiner Herzdame Traudel.

Die zahme Stadttaube Weeble, die von der Steinheimerin Christine Hofmann im Frühjahr vorigen Jahres handaufgezogen wurde und sich mit dem Pferd Mamba angefreundet hatte, ist zweifacher Vater geworden. Über die ungewöhnliche Taube, die zusammen mit Hofmann sogar ausreitet, hatten Medien berichtet.

Steinheim – Nun hat sich Täuberich Weeble mit einer Taubendame der Rasse Dänische Stieglitz verpaart. Seine gefiederte Herzdame Traudel legte zwei Eier, die Weeble nach 18 Tagen im Nest einer Taubenvoliere der Steinheimer Süd-Geflügelzüchter erfolgreich ausbrütete. „Er war sehr fürsorglich und hat die ganze Brutdauer auf dem Nest gesessen“, berichtet Christine Hofmann. Stadttauben seien im Übrigen als Ammen bei Züchtern gern gesehen, da sie sehr erfolgreich auch den Nachwuchs anderer Taubenrassen ausbrüten.

Von Mitte Dezember bis Silvester war der zahme Täuberich verschwunden. Dann wurde er 150 Meter Luftlinie entfernt bei den Geflügelzüchtern Steinheim Nord aufgegriffen und in eine Voliere gebracht – bis man erfuhr, wo der zahme Täuberich eigentlich hingehört. „In der Voliere hat er wohl festgestellt, dass es ja auch noch Tauben-Mädchen gibt“, schmunzelt Christine Hofmann.

Danach war Weeble, der immer gerne zu Christine Hofmann heran fliegt, noch weitere Male weg. „Insgesamt habe ich ihn beim Steinheimer Nord-Geflügelverein dreimal abgeholt, jedes Mal bei einem anderen Züchter.“ Dann wurde beschlossen, den ansonsten frei lebenden Weeble über den Winter in einer Voliere, die Hofmanns Vater betreut, gemeinsam mit anderen Tauben unterzubringen. Und dort fand Weeble offenbar die große Liebe. Er hat sich unter den zehn Dänischen Stieglitzen die Taube Traudel ausgeguckt. „Es hat gefunkt“, lacht Hofmann.

Mit ihrem gefiederten Freund Weeble verbindet Christine Hofmann eine besondere Beziehung.

Nach erfolgreicher Brut und trotz fürsorglicher Aufzucht mit einer speziellen Taubenfutter-Mischung, die unter anderem Erbsen, Gerste und Hanf beinhaltet, starb in der Nacht zum vergangenen Samstag aber das jüngere der beiden im Nest sitzenden Taubenküken, berichtet Hofmann. Traurig, aber so ist eben die Natur.

Und dazu gehört ebenso, dass Täuberich Weeble auch andere Taubenfrauen nicht verschmäht. Beim Besuch an seiner Voliere umgarnt der Täuberich mit seiner auffallend rosa-blau-grün schillernden Halsfärbung nicht nur „seine“ Traudel, sondern auch andere Tauben. Er gurrt verlockend, dreht sich Kopf wackelnd um die eigene Achse, damit ihn die Auserwählte von allen Seiten sehen kann, und merkt, was er für ein toller Kerl ist. Der gefiederte Flirter führt eindrucksvoll seinen Balztanz auf.

Zwölf Tage alt ist das Taubenküken. Nur eines der beiden Jungtiere hat überlebt.

„Wir sind nun sehr gespannt wie das verbliebene Taubenküken – das Geschlecht ist noch unbekannt – aussehen wird, wenn es ausgewachsen ist“, sagt Christine Hofmann.

Der zahme Täuberich Weeble, der derzeit wegen der Auswahl an Taubendamen die Voliere zum Freiflug gar nicht verlassen möchte, soll jedoch bald wieder in den Pferdestall zurückkehren zu seiner Pferdfreundin Mamba. „Natürlich gemeinsam mit seiner Traudel und dem gemeinsamen Nachwuchs“, so Hofmann. „Nach einer Eingewöhnungszeit in der Stall-Voliere dürfen sie dann auch wieder frei fliegen. Ob sie dann zu dritt zu den anderen Tauben zurückkehren oder, wie zuvor Weeble lieber beim Pferd Mamba bleiben, ist ungewiss... (Holger Hackendahl)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare