„9. Hard’n’Hanau“-Festival

Klänge der Balalaika zu harten Beats

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Für akustische Aha-Erlebnisse sorgte die Band „Hávánal“ am Samstag beim „9. Hard’n’Hanau“-Festival im Hans-Böckler-Haus am Sandeldamm.

Hanau - Heavy Metal lebt und glänzt in allen Farben. Rund 80 Fans rockten im Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler (JuBiKuz) am Sandeldamm beim „9. Hard’n’Hanau“.

Zu glasharten Gitarrenriffs gab es Gegrilltes und Gerstensaft - Markenzeichen des Mini-Festivals, das im Oktober in der zehnten Auflage eine Nummer größer werden soll. Metal, Bratwurst und Bier - bisher sind die Veranstalter vom Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation (KUZ) mit diesem Dreier gut gefahren. Drei Bands sind es gewöhnlich auch, die bis Mitternacht den Kessel am Kochen halten. „Das Gute hier ist, dass es praktisch alles gibt“, sagte ein Rockfan am Samstagabend, der bisher kein „Hard’n’Hanau“ versäumt hat. Damit meint er die Musik und weniger den eher schlichten Speisezettel, der immerhin eine Variante bietet: Wer „Bratvurst“ bestellt, bekommt seine Grillmahlzeit vegan.

Was ankommt und wie die Szene gerade tickt, wissen die Veranstalter aus langjähriger Erfahrung. Hinter dem „Verein zum Erhalt hartmetallischer Kultur“ - Kürzel: F2 - steht der Trägerverein KUZ, ohne den in Hanau wenig rockt. Nicht zuletzt über seinen Hoffnungsträger-Wettbewerb für Nachwuchsbands hat der Club ein Netzwerk gewoben, das sich weit in die Region erstreckt. So bekommen die Freunde der härteren Musikrichtungen neben profilierten Lokalmatadoren immer wieder Neues zu hören. Diesmal etwa den melodischen Sound von „Precipitation“ aus Babenhausen. Inspirationen aus so unterschiedlichen Ecken wie Death Metal, Blues und Klassik bündelten die vier Musiker zu später Stunde in progressiven, kompromisslos-individuellen Eigen-Songs.

Vor allem instrumentale Akzente hatten zuvor „Hávánal“ aus Hanau gesetzt. Ursprünglich im Folk- und Pagan-Metal daheim, wurde die Truppe um Keyboarder Niklas Geist ihrem Namen aus der nordischen Mythologie gerecht und sorgte - etwa mit der Balalaika zum Beat - für akustische Aha-Erlebnisse. Premiere im Jubikuz feierte die junge Formation „Drag ‘Em Down“ aus Schöneck: Inspiriert von „Rage Against the Machine“ und den „Red Hot Chili Peppers“, lieferte das Quintett zum Einstieg ins „9. Hard’n’Hanau“ soliden Alternative Metal.

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So hatten die Förderer der hartmetallischen Kultur eine glückliche Hand bewiesen und entschädigten ihr Publikum für längere Wartezeit: Ursprünglich schon früher geplant, hatte das Festival nach Angaben eines Vereinssprechers wegen Absagen von allen drei Bands in die Osterferien verschoben werden müssen, worunter auch der Zuspruch litt. Beim „10 Hard’n’Hanau“ im Herbst soll das anders sein: Mehr Bands, mehr Sound und langer Vorlauf.

rdk

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