Hartmetall zur veganen Wurst

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„Meet my Fist“ (Bild) und zwei weitere Bands aus dem Hartmetall-Genre waren beim vierten „Hard’n’Hanau“ am Sandeldamm zu hören.

Hanau - Zum vierten Mal schon wurde das städtische Jugenbildungs- und Kulturzentrum Hans-Böckler am Samstagabend zum lokalen Mekka für die Freunde der harten Musik. Von Dieter Kögel 

Gleich drei Bands nahmen beim „Hard’n’Hanau“-Festival auf der Bühne Instrumente und Mikrofone zur Hand und zelebrierten mit schrillen Riffs, dröhnenden Bassbeats und kräftigen Stimmen den Heavy Metal vor begeisterter Zuschauerkulisse in vorwiegend schwarzer Garderobe. Noch drei weitere Metal-Abende, bei denen wieder andere Musikstile des harten Genres betont werden sollen, stehen auf dem Veranstaltungsprogramm für 2015. „Meet my Fist“ eröffneten den lauten Abend mit einem Crossover aus Rock und Metal, „Slack Pile“ führte zurück auch auf die musikalischen Wuzeln des Metalsounds, und dem klassischen New York Hardcore huldigten „What If They Fight.“ Allesamt Bands aus Frankfurt, die für das 4. Metalfest den Zuschlag bekommen haben.

Denn es gibt in der Regel weitaus mehr Anfragen von Bands, als Auftrittsmöglichkeiten geboten werden können, sagt Clara Scheider, 1. Vorsitzende des Vereins „F2-Verein zur Erhaltung hartmetallischer Kultur,“ der die Reihe zusammen mit dem Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation Hanau (KUZ) organisiert und ausrichtet. Ein neuer und vielversprechender Knoten im Netzwerk der Freunde harter Musik, wie Clara Scheider sagt.

Die Gründung des Vereins zum Erhalt der hartmetallischen Kultur erfolgte 2014, nachdem die Musikkneipe „Filli Forever“ in der Aschaffenburger Straße in Hanau aus wirtschaftlichen Gründen ihre Tore schließen musste. Einmal wöchentlich gab es dort Heavy Metal-Abende mit Bands aus der Region. Nach dem Aus für das Filli suchten und fanden die Vereinsmitglieder im KUZ Hanau einen kooperativen Partner, mit dem sie sich die Arbeit und Organisation der neuen Feste, die bis auf weiteres allesamt im Jugendbildungs- und Kulturzentrum stattfinden, teilen. Die Kooperation klappt auf allen Ebenen, bestätigt auch Lucas Schobert vom KUZ Hanau. Während das KUZ Team die Theke betreut, stehen die Aktiven der Metalfreunde auch bei Temperaturen um die Null Grad im Freien am Grill und wenden Würstchen. Auch vegane Kost bruzzelt auf dem Rost.

Die Kooperation von „F2“ und KUZ sorgt nicht nur dafür, dass die Metalszene in Hanau nach wie vor zu ihrem Recht kommt. Es wird auch unnötige Konkurrenz mit Musikveranstaltern wie dem Brückenkopf oder der Metzgerstraße vermieden. Für eine Stadt wie Hanau eine wichtige Sache, um sich nicht gegenseitig das Publikum wegzunehmen, sagt Clara Scheider. Die Freunde zum Erhalt der hartmetallischen Kultur treffen sich übrigens an jedem letzten Samstag eines Monats zum Stammtisch in „Tonys Pizza“ direkt neben dem ehemaligen „Filli Forever“.

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