Heftiger Streit um zusätzliche Gesamtschule

Hanau ‐ Nach dem Willen der Mehrheit im Stadtparlament soll die Tümpelgartenschule bereits zum Schuljahresbeginn 2010/11 in eine Integrierte Gesamtschule mit verbundener Grundschule, allerdings ohne Oberstufe, umgewandelt werden. Von Dirk Iding

Dafür beschloss das Parlament eine entsprechende Änderung des Schulentwicklungsplans. Lediglich die CDU-Fraktion lehnt den Aufbau einer weiteren Integrierten Gesamtschule in Hanau ab, weil dafür langfristig der Bedarf fehle und sogar bestehende Schulen in Hanau und in benachbarten Kreiskommunen gefährdet werden könnten. Der Entscheidung vorausgegangen war noch einmal eine leidenschaftliche Debatte um den Sinn des Projekts. Schuldezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP) verteidigte das Vorhaben mit dem Hinweis auf den deutlich artikulierten Willen der Schulgemeinde an der Tümpelgartenschule. Eine weitere Profilbildung des Schulangebots diene dem Schulstandort Hanau insgesamt. Eine Gefahr für die Haupt- und Realschule im Hessen-Homburg-Schulzentrum sei durch das neue Schulangebot nicht gegeben, zumal durch die Ausweisung neuer Wohngebiete auf den ehemaligen Militärflächen auch mit einem wachsenden Bedarf an Schulplätzen zu rechnen sei.

Leerstände in anderen Hanauer Schulen?

Ein Bedarf, den die CDU in dem vom Schuldezernenten prognostizierten Umfang bei weitem nicht erkennen kann. Der Wunsch der Tümpelgartenschule, durch eine Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule dem seit Jahren zu beobachtenden Rückgang der Schülerzahlen entgegenzuwirken, sei zwar verständlich, so der CDU-Stadtverordnete Franz Ott, aber als Stadtverordneter trage man die Gesamtverantwortung für alle Schulen. Ott befürchtet „Leerstände in anderen Hanauer Schulen“, namentlich in der Hessen-Homburg-Schule.

Auch setze die Stadt mit der Einrichtung einer weiteren Integrierten Gesamtschule die schulpolitisch gute Nachbarschaft mit dem Main-Kinzig-Kreis aufs Spiel. Es sei absehbar, dass bei zurückgehenden Schülerzahlen Kapazitäten in den Gesamtschulen in Bruchköbel und Erlensee frei würden. Ähnlich wie im gymnasialen Bereich sollten Stadt und Kreis auch bei den Integrierten Gesamtschulen kooperieren, statt zusätzliche Konkurrenz aufzubauen, sprach sich Ott beispielsweise für die Gründung eines Schulzweckverbandes im Bereich der Gesamtschulen aus. Ott bezweifelte, dass der Schulträger Main-Kinzig-Kreis dem Vorhaben der Stadt Hanau seine Zustimmung geben werde. Das letzte Wort hat das Kultusministerium.

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