Ringen um Ausstellung zur Ortshistorie

Heimat- und Geschichtsverein beharrt auf Ausbau

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Der Heimat- und Geschichtsverein möchte, dass die Stadt das Zentrum für Ortsgeschichte ausbaut.

Klein-Auheim - Der Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim hat sich in der Diskussion über die Zukunft des Zentrums für Ortsgeschichte (Zefo) zu Wort gemeldet. Er kritisiert, dass ursprüngliche Zusagen seitens der Stadt nicht eingehalten worden seien. Von Christian Spindler 

Zugleich unterstreicht der Verein, dass er nicht ohne Weiteres bereit sei, „sich von der seit Jahren genährten Hoffnung auf den Ausbau des Zefo und einer umfassenden Ausstellung über die Ortsgeschichte zu verabschieden“. Wie berichtet, gibt es seit langem Zweifel, ob die ursprünglichen Pläne für ein Museum in der früheren Verwaltungsstelle noch sinnvoll und realisierbar sind. Die Grüne haben unlängst für eine kleinere Ausstellungslösung plädiert. Sie schlagen vor, das städtische Gebäude an der Schönfelder Straße samt dem Schützenhaus daneben abzureißen, die Fläche zu veräußern und neu bebauen zu lassen. In dem Neubau solle der Heimat- und Geschichtsverein Räume für eine Ausstellung zur Ortsgeschichte bekommen. Während der Zeit von Abriss und Neubau könnten die Museumsstücke zur Ortsgeschichte beispielsweise im ehemaligen Schlachthof an der Fasaneriestraße untergebracht werden, so die Grünen.

Solch eine Lösung wäre weit weniger als das, was der HGV will. Er nutzt seit dem Auszug der Verwaltungsstelle 2007 das Gebäude mietfrei und erinnert nun an die Pläne, wonach die Stadt das Gebäude renovieren und ausbauen soll als Museum und interkulturelle Begegnungsstätte mit einer Dauerausstellung zur Klein-Auheimer Ortsgeschichte. Dazu sei im Auftrag der Stadt von einem Historiker 2009 ein entsprechendes Grundkonzept erstellt worden, heißt es in einer Presseerklärung des HGV. Im vorigen Jahr sei dann im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses plötzlich der Verbleib des Heimat- und Geschichtsvereins in dem Gebäude seitens der Stadt „nur noch als mögliche Option angesehen“ worden. Und dem Verein wurde aufgegeben, ein Konzept für Betrieb, Öffnungszeiten und Finanzierung zu erarbeiten. Von der Stadt wird kritisiert, dass der HGV dazu bis dato nichts vorgelegt habe. „Wegen der unklaren Rahmenbedingungen (Standort, Größe, Infrastruktur)“, so der Heimat- und Geschichtsverein sei das ein schwieriges Unterfangen.

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hatte die jüngste Initiative der Klein-Auheimer Grünen ausdrücklich gelobt und von „Augenmaß und Realitätssinn“ gesprochen (wir berichteten). Er verwies auch auf den Nachbarstadtteil Großauheim, wo mit viel Geld das dortige Museum saniert und umgebaut worden ist, die Besucher aber ausblieben.

Diesen Vergleich will der Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim nicht gelten lassen. Das Zentrum für Ortsgeschichte sei schließlich eine Institution, die neben Ausstellungen auch Veranstaltungen aller Art von Vorträgen bis Babbelnachmittagen biete. Das Zefo sei schon jetzt ein „Treffpunkt für die Bevölkerung“ und nach Sanierung und Ausbau durchaus erweiterbar.

Der Heimat- und Geschichtsverein gehöre außerdem „zwingend in die Ortsmitte und nicht an periphere Standorte“. Die jüngsten Diskussionen hätten bei den Mitgliedern zu Irritationen geführt und würden „durchaus als existenzgefährdend für den Verein angesehen“, heißt es weiter. Gleichwohl will der HGV weiter diskutieren, „wie die bisherige Vorstellung einer umfassenden Ausstellung mit dem von der Stadt vorgeschlagenen verkleinerten Konzept zusammenzubringen ist.“

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