Karl May und Co

Karl May und Co: Hessisches Puppen- und Spielzeugmuseum zeigt Ausstellung zu Cowboys und Indianern

Öffentliche Auftritte von Cowboys und Indianern gehörten zumindest zur Fastnacht jahrzehntelang dazu wie hier am Brüder-Grimm-Denkmal. Viele Kinder sammelten auch entsprechende Spielzeugfiguren. Foto: HPUSM

Mehr als 150 Jahre lang waren Indianer und Cowboys ein wichtiger Teil der Kindheit. Das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum widmet ihnen eine Ausstellung.

Hanau - Spielfiguren und Comics, Pfeil und Bogen sowie Spielzeugrevolver und nicht zuletzt die Romane Karl Mays fanden sich nahezu in jedem Zimmer von Kindern und Jugendlichen – zumindest galt das für den deutschsprachigen Raum. Diesem Phänomen widmet nun das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum in Wilhelmsbad eine eigene Sonderausstellung.

Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum Hanau dokumentiert Spuren

Denn es ist durchaus bemerkenswert und wohl auch einmalig, dass eine historische Entwicklung auf einem anderen Kontinent, also in Nordamerika, eine solche Bedeutung in der Kinderwelt Deutschlands bekam. Heute ist allerdings von der Cowboy- und Indianer-Faszination in deutschen Kinderzimmern kaum noch etwas übrig.

Die neue Sonderausstellung im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum dokumentiert die Spuren des „Wilden Westens“ in deutschen Kinderzimmern und fragt nach ihren Ursachen und den vielfältigen Ausprägungen. Die Ausstellung mit Begleitprogramm ist von 26. Oktober bis 26. April zu sehen.

Dabei geht es unter anderem um Zinnfiguren, Elastolin-Indianer und Playmobil-Cowboys, um die Shows von Buffalo Bill und die Völkerschauen Hagenbecks. Weit verbreitet waren die Erzählungen von Friedrich Gerstäcker und die Lederstrumpf-Romane, unter Jugendlichen beliebt und von Erwachsenen abgelehnt die spannenden Heftromane mit Wildwest-Geschichten. 

Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum Hanau zeigt Starkult

Nicht wegzudenken sind natürlich die Erzählungen Karl Mays mit Winnetou und Old Shatterhand. Was noch in den 1950er Jahren Cowboy-Filme waren, wurde in den 1960er Jahren zum Western. Nun gab es sie auch im neuen Medium Fernsehen: „Bonanza“ mit den Cartwrights und „Rauchende Colts“ waren fester Bestandteil des familiären Unterhaltungsalltags. Überraschend erfolgreich wurden in den 1960er Jahren auch die Karl-May-Verfilmungen mit Pierre Brice und Lex Barker – und lösten einen beispiellosen Starkult aus.

Aber immer mehr drang nun auch in die kritische Öffentlichkeit, wie unrealistisch das lange gepflegte Bild des „Wilden Westens“ war und wie das historische Schicksal der Indianer sowie ihre aktuelle Lebenssituation wirklich waren. Auch in der Kinderwelt klärten nun Sachbücher darüber auf. In der früheren DDR wurden die Indianer bereits seit den 1960er Jahren in Romanen und Filmen als Verfolgte und Verlierer der nordamerikanischen Geschichte dargestellt.

Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum Hanau: Ausstellung beginnt Freitag, 25. Oktober

In den letzten Jahren sind sie aus den Spielzeuggeschäften verschwunden. Nur noch der freundliche Indianerjunge Yakari und Lucky Luke, der Cowboy, der schneller als sein Schatten schießt, sowie Freilufttheater mit Karl-May-Aufführungen erinnern an eine vergangene Kinderwelt.

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustriertes Begleitbuch (14,90 Euro). Die Ausstellung wird am Freitag, 25. Oktober, um 18.30 Uhr eröffnet. 

DasHessische Puppenmuseum in Wilhelmsbad hat 2016 seine Dauerausstellung erweitert. Neue Attraktion ist eine kleine Abteilung für Blechspielzeug, vorwiegend aus den 50er bis 70er Jahren. 

Ein 21-Jähriger wartet in Hanau an einer Bushaltestelle. Plötzlich hält ein Auto. Die Insassen springen heraus und attackieren den Mann.

Öffnungszeiten: Das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum in Wilhelmsbad ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr geöffnet sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

 cs.

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