Ehrgeizige Pläne für Wilhelmsbad

Museum soll lebendiger Ort werden

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Dr. Victoria Asschenfeldt wurde vom Vorstand des Trägervereins einstimmig zur neuen Leiterin des Hessichen Puppen- und Spielzeugmuseums berufen. 

Hanau - Das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum in Wilhelmsbad soll neu durchstarten. Ab März wird Dr. Victoria Asschenfeldt die Einrichtung im Arkadenbau der historischen Kuranlage leiten. Von Christian Spindler 

Sie will das Museum zu einem „lebendigen Ort machen“, neue Veranstaltungsformate einführen, neue Zielgruppen erschließen und die Besucherzahlen steigern. Dr. Asschenfeldt wird nach der Museumsgründerin Gertrud Rosemann, Martin Hoppe, mittlerweile Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur, und Dr. Maren Raetzer-Heerwagen die vierte Leiterin des seit 1983 bestehenden Museums. Auch wenn die gebürtige Frankfurterin seit 17 Jahren in Hamburg lebt und arbeitet, so hat sie dennoch frühe Bezüge zur Brüder-Grimm-Stadt. „Als Kind habe ich mal das Museum hier in Wilhelmsbad besucht“, erzählte sie gestern bei einem Pressegespräch. Und in ihrer Zeit als aktive Hockeyspielerin lief die heute 41-Jährige mit ihrer Bundesliga-Mannschaft an den Güntherteichen in Wilhelmsbad auf, nur ein paar Steinwürfe von ihrer künftigen Wirkungsstätte entfernt.

Die Erwartungen an die neue Leiterin sind hoch, das wurde gestern bei dem Termin deutlich, bei dem der Trägerverein des Museums Asschenfeldt vorstellte. Zuletzt hatte das Puppenmuseum für Schlagzeilen gesorgt, weil der Vereinsvorstand um den Vorsitzenden Helmut Geyer im Juli der seit 2005 amtierenden Raetzer-Heerwagen zum Jahresende gekündigt hatte (wir berichteten). Über die Gründe will man nicht sprechen, wegen eines „schwebenden Verfahrens“, so Geyer: „Wir haben Stillschwiegen vereinbart.“

Aber dass der Trägerverein und die Stadt, die mit einem Jahreszuschuss von 70.000 Euro als größter Finanzier auch im Vorstand vertreten ist, mit der bisherigen Leitung offenbar nicht zufrieden war, lässt sich auch an den gestern formulierten Zielen ablesen, die die neue Leiterin erreichen soll. Asschenfeldt hatte sich gegen 60 Bewerber aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Sie soll die Zahl von zuletzt 20.000 Besuchern pro Jahr wieder steigern - in Hochzeiten hatte des Museum immerhin 30.000 Besucher -, neue Zielgruppen ansprechen, Kooperationen mit anderen Einrichtungen wie dem Papiertheater, der Museumseisenbahn Großauheim oder dem Förderverein fürs historische Karussell eingehen, neue Sponsoren finden, kurzum: Das Museum nach vorne bringen.

Archivbilder

Show der Puppen und Bären

Aufgaben, die sie mit Freude angehen werde, sagt Asschenfeldt. Die Historikerin und Germanistin ist seit 1999 im Museumsbereich tätig, darunter für das Museum für Hamburgische Geschichte, das Museum Bergedorf und das Medizinhistorische Museum Hamburg. Sie kuratierte nicht nur Ausstellungen, sondern ist auch für den Museumsdienst Hamburg tätig, der Besucherprogramme für 24 Hamburger Mussen erstellt und vermittelt. Gerade in diesem Bereich baut man in Hanau auf Aschenfeldts Impulse. Sie wolle das Puppen- und Spielzeugmuseum zu einem „lebendigen Ort in der Stadtgesellschaft“ machen, sagt sie. Von Jugendprojekten ist die Rede oder der Idee, Schüler als Museumführer für Kinder einzusetzen.

In Kürze wird Asschenfeldt, Mutter dreier Kinder, mit ihrer Familie nach Hanau umziehen. Eine Wohnung hat sie bereits gefunden: in Kesselstadt, nicht viel weiter vom Museum entfernt als die Hanauer Hockeyanlagen.

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