René Rock besucht das Kraftwerk Staudinger

„Energiepolitik braucht Neustart“

+
Kraftwerksleiter Mathias Hube (l.) und FDP-Politiker René Rock diskutierten über die Zukunft von Staudinger.

Großkrotzenburg - Über die Auswirkungen der Energiewende auf den Betrieb des Kraftwerks Staudinger diskutierte der hessische FDP-Spitzenkandidat René Rock mit Kraftwerksleiter Matthias Hube und Sebastian Veit von der Muttergesellschaft Uniper SE. Rock wurd bei seinem Kraftwerksbesuch begleitet von Vertretern der FDP Großkrotzenburg und Hanau.

„Die Energiewende mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz greift tief in Marktwirtschaft, Technologieentwicklung und Preisgestaltung der Energieerzeugung des Industriestandorts Deutschlands ein“, stellte Rock fest. Da Sonne und Wind aber nicht nach dem aktuellen Bedarf zur Verfügung stünden, sei eine moderne konventionelle Energieerzeugung mit Kohle und Gas wie bei Staudinger für die Versorgungssicherheit von hoher Bedeutung. „Es ist mir unerklärlich, wie man ein Kraftwerk so um seinen wirtschaftlichen Betrieb ringen lässt oder in Reservezustände zwingt. Die Stromkunden zahlen zusätzlich hunderte Millionen Euro, um diese konventionellen Reservekraftwerke zu finanzieren,“ kritisierte Rock.

Nötig sei wieder ein „Marktsystem mit Planungssicherheit für die Kraftwerksbetreiber. Die „Zwangseingriffe“ seien für die Energieunternehmen mit enormen Kosten verbunden, der Netzwerkausbau hinke hinterher und Strom aus Solar- und Windenergieanlagen müsse oft an das Ausland abgegeben und dann bei Bedarf wieder teuer eingekauft werden, bilanziert der FDP-Spitzenkandidat. „Wenn wir nun auch noch Wärme und Verkehr komplett auf Strom umstellen, würden wir in Deutschland einen Stromverbrauch haben, der dem heutigen Verbrauch in der gesamten Europäischen Union entspricht. Und das bei durch Umlagen und planwirtschaftlichen Eingriffen völlig überteuerten Strompreisen,“ befürchtet Rock Schlimmes.

Der FDP-Mann zeigte sich beeindruckt von den Plänen, das Kraftwerk und dessen Gelände in einen „multimodalen Versorgungsknoten“ und innovativen Energiestandort umzuwandeln. Zusätzlich zur Strom- und Wärmeerzeugung könnten stromintensive Rechenzentren, Büros und andere Industrieunternehmen zu einem neuen Industriepark angesiedelt werden. „Ich wünsche diesen Zukunftsplänen sehr konkreten Erfolg“, sagte Rock. „Denn das könnte ein Versuch sein, den wirtschaftlichen Schaden der Region zu kompensieren und die vorhandenen rund 100 Arbeitsplätze langfristig zu sichern.“

Tag der offenen Tür im Staudinger-Kraftwerk

Energiepolitisch sprach sich Rock für einen „kompletten Neustart“ aus: „Wir müssen damit aufhören, den Strompreis durch Markteingriff und Umlagen künstlich zu verteuern, sondern die Energieindustrie im Wettbewerb der Energieträger und Innovationen transparent und fair bezahlen.“ Hessen brauche eine bezahlbare, versorgungssichere und umweltfreundliche Energieversorgung, so Rock. (did)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare