Historisches „BW Hanau“ als Museum?

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Das Bahnbetriebswerk Hanau mit dem Ringlokschuppen (links) und seinen Lokomotiv-Drehscheiben ist vom Verfall bedroht. Eine Stiftung soll nun das Gelände von der Bahn-Immobilientochter kaufen.

Großauheim ‐ Den Erhalt des historischen Bahnbetriebswerks Hanau in den Großauheimer Heideäckern setzt sich eine Stiftung zum Ziel, die am Donnerstag, 18. März, bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus „Alte Schule“ gegründet werden soll. Von Dirk Iding

Das Bahnbetriebswerk (BW) Hanau mit seinem charakteristischen Ringlokschuppen, zwei Lok-Drehscheiben und seinem mehr als 100 Jahre alten Rechteckschuppen ist eines der wenigen historischen Ensembles Hanaus, die den verheerenden Luftangriff vom 19. März 1945 überstanden haben. Das Bahnbetriebswerk ist Teil der „Route der Industriekultur“, die für die Industrialisierung der Region bedeutende Gebäude verbindet. Gleichwohl steht das Ensemble nicht unter Denkmalschutz und ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Das Dach des Ringlokschuppens ist bereits teilweise eingestürzt, die Bausubstanz ist angegriffen.

Seit 20 Jahren nutzt der Verein „Museumseisenbahn Hanau“ das von der Immobilientochter der Deutschen Bahn, der Firma Aurelis Real Estate, gepachtete Gelände als Sitz. Die Mitglieder haben dort eine umfangreichen Fuhrpark historischer Lokomotiven und Waggons zusammengetragen. Ihr Ziel ist es, das Bahnbetriebswerk Hanau als „lebendiges Museum“ für die Nachwelt zu erhalten.

Firma Aurelis ist offenbar zum Verkauf des Geländes bereit

Die einzige Chance, dieses Ziel zu erreichen, sieht der Verein in einem Kauf der Anlage. Mitglieder der Museumseisenbahn Hanau haben daher die Gründung einer Unterstiftung unter dem Dach der „Stiftung Deutsche Eisenbahn“ vorbereitet. Am 18. März soll die Gründung vollzogen werden. Die „Stiftung Deutsche Eisenbahn“ (SDE) setzt sich unter anderem für den Erhalt der Infrastruktur für Dampfeisenbahnen in Deutschland ein. Wegen seiner zentralen Lage ist der Standort des Bahnbetriebswerks Hanau für die Stiftung von besonderem Interesse.

Die Unterstiftung, so der Plan, soll das Bahnbetriebswerk kaufen und an die Museumseisenbahner vermieten. Außerdem, so Dr. Klaus Kröger, Vorstandsmitglied in spe der Stiftung, liege die Anfrage eines Betriebes vor, der Eisenbahnfahrzeuge aufarbeitet.

Die Firma Aurelis ist offenbar zum Verkauf des Geländes bereit. Erste Kontakte hatte Hanaus Stadtentwickler Martin Bieberle hergestellt. Bieberle wird ebenso wie OB Claus Kaminsky und Wirtschaftsdezernent Dr. Ral-Rainer Piesold an der Gründungsversammlung der „Stiftung Bahnbetriebswerk Hanau“ teilnehmen. Beginn der Versammlung ist um 19 Uhr. Alle Interessierten sind eingeladen.

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